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Ein häufig übersehener (heuer 70.) Jahrtag:

Sakramenten-theologische Besinnung zum Gründonnerstag
Er ist Konsequenz und Ursache „alter“ aber auch „moderner“ Phasenverschiebungen in der apostolischen Kirche.

Gründonnerstag ist der Gedenktag des Einsetzung des allerheilig-sten Altarsakramentes und des katholischen Priestertums (bischöficher oder  presbyteraler Ausübung). Beide Sakramente  hat  der gekreuzigte und auferstandene Messias Jesus Christus „inmitten seines Apostelkollegiums“ – durch die Hauchung seines Geistes am Ostersonntag Abend – für immer – seiner Kirche eingestiftet.
Gründonnerstag ist auch der altkirchliche Tag der
Osterbeichte. Meistens feiern am Vortrag des Gründonnerstages die Diözesan-bischöfe in ihren Domkirchen mit den Dechanten und möglichst vielen Mitgliedern ihres diözesanen Pressbyteriums  die Missa chrismatis, bei der die Heiligen Öle (das Chrisam-Öl; das Öl für die Salbung der Taufbewerber: das Katechumenen-Öl; und das  Öl für die  Krankensalbung) feierlich  geweiht werden, um vom gekreuzigten und auferstandenen Jesus in ihrer akuten Schwächung der Gesundheit wieder aufgerichtet zu werden. Bei  der Gabenbereitung dieser Hl. Messe erneuert der Bischof mit seiner diözesanen Priestergemeinschaft die Erneuerung der Weiheversprechen.

 

verfasst von
KonsR. Lic.theoi.  P. R o b e r t   Bösner  OSB, Stift Altenburg.

Die Erinnerung an den erwähnten 70. Jahrtag kann eine hilfreiche Voraussetzung für das tiefere Verständnis des geisterfüllten, apostolischen Dienstamtes in der aktuellen katholischen Kirche sein. Der Diener Gottes, Papst Pius XII, hat dazu am  30. November 1947 die Apostolische Konstitution „Sacramentum ordinis“ veröffentlicht.

Die häufige Unkenntnis dieser Konstitution sowohl bei stark traditionalistischen Gruppen, aber auch in der katholischen Großkirche führt auf disziplinärer Ebene zu fast schismatischen Auseinandersetzungen. Es sind dies aber  Konsequenzen, die – wie gesagt – auf disziplinärer Ebene und nicht direkt auf der Ebene der Kircheneinheit liegen.
Darum könnte die Kenntnis dieser Konstitution auch für die aktuellen Annäherungsgespräche zwischen der päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“ und den Verantwortlichen der „Priesterbruderschaft Hl. Papst Pius X“ in besonderer Weise hilfreich sein

Wenn im (liturgischen) Alltagsleben der katholischen Kirche im mitteleuropäischen Großraum heute „manche“ innerhalb der Weltkirche Unordnung und Unruhe herrscht, so  unter anderem deswegen, weil sich – meines Erachtens-   in den zeitgenössischen Erneuerungsbemühungen des kirchlichen Lebens – in der Zeit des „Wiederaufbaues“ nach dem 2. Weltkrieg viele gläubige Männer und Frauen, aber besonders auch Priester (und Bischöfe) nicht dort mit ihrem kirchlichen und disziplinären (Wieder-) Aufbaueifer anschlies – en konnten, wo gesamtkirchlich-lehrhaft schon begonnen worden ist, eine  Klärung für die ganze Weltkirche  einzuleiten, sondern mit besten Absichten „nur“ partikulär bei verschiedenen — im guten  Sinn des Wortes“ – bevorzugten „zeitgemäßen“, disziplinären  Initiativen und Retuschen  (z.B.: Volksliturgische Bewegung, Stellung des Zelebra- tions-Altares im Gotteshaus,, Gebetsrichtung der Priester bei der Heiligen Eucharistiefeier, Bibelapostolat, Bedeutung eines erneuerten Laienapostolates, ökumenische Bemühungen der „Una – Sancta“- Bewegung, Stellung der Frau in einer „Männer“- Kirche usw.).Dazu kamen – später noch – die verschiedenen  ekklesialen „Movimenti“ (Anfänge des Laienapostolates in der Legion Mariens (ca1920),Katho- lische Aktion (1930); Cursillo,  Fokollari (1940) , Opus Dei u.dgl.) und später noch die sogenannten. „charismatische Erneuerung“.
In all diesen genannten Bereichen spürte man kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges.wohlmeinende Aufbrüche der Erneuerung. Die erwähnte Apostolische Konstitution wurde inmitten all der erwähnten Aufbrüche Ende des Jahre 1947 veröffentlicht.

In Rom war während der Zeit des zweiten Weltkrieges vielen Theolo -gieprofessoren durch das Kriegsgeschehen der Rückweg in die eigene Heimat verschlossen; sie mussten diese Zeit in der „Ewigen Stadt“ verbringen. Die Jugend der Welt hat sich nicht in den Lehrsälen der theologischen Universitäten Roms/ der eigenen Diözesen das wissen-schaftliche Rüstzeug für die spätere Ausübung des apostolischen Priestertumes  erarbeiten können, um nach Ende  dieses großen Weltenringens zwischen Freiheitsordnungen und aggressiven Dikta-turen  beim geistlichen Aufbau  nach dem Krieg mitzuhelfen – sondern sie wurde  auf den Schlachtfeldern des Krieges weltweit geopfert.

Trotz der Wirren der Besetzung der Stadt Rom durch das deutsche Heer/und später der Alliierten und die Bemühungen der Rettung der jüdischen Zivilbevölkerung  Roms vor dem ideologisch- tödlichen Rassenwahn der – für einige Zeit in der Stadt Rom –  regierenden SS-Scharen  hat Papst Pius XII diese-  durch den Ausfall des laufenden Lehrbetriebes –  freie Zeit dazu benützt, diverse offfene theologische  Fragen aufzuarbeiten (z.B. Untersuchungen beim Petrusgrab unter der St.Petrus-Basilika; Aufarbeitung der Lehre über die Kirche, Enzyklika „Mystici Corporis“ (29. Juni 1943) mit Erwähnung des stellvertreten-den Mitsühnens mit dem Erlöser nach den Wunsch Mariens in Fatima (25 Jahr-Jubiläum 1942) und Vertiefung des gesamtkirchlichen Verständnisses der Liturgie „Mediator Dei“ 20. Nov. 1947). Andere ergänzungsbedürftige Aufgaben ließ er aufarbeiten.

Dazu gehört unter anderem die liturgische Fachfrage nach der „Materie“ und der „Form“ der (Diakonen-), Priester- (und Bischofs-) Weihe

Der Hintergrund der Frage ist der sakramenten-geschichtliche  Befund, dass entgegen dem bisherigen Gebrauches der Ostkirche (griechische K.) und der Westkirche (römische K.) die zur Gültigkeit der Weihe notwendige „Materie“ die Handauflegung des weihenden Bischofs  auf das Haupt des/der zu weihenden Diakon(-e)s ist.

Aber um das Jahr 900 hat die römische Kirche zusätzlich zu der bestehenden Gültigkeits  – Bedingung der Priesterweihe noch eine zweite Gültigkeits (!) – bedingung eingeführt:  die Übergabe und Berührung  der Altargeräte (Patene mit einer Hostie sowie Kelch mit Wein)

Anlass dazu:
wegen der relativ schnellen Christianisierung der gallischen, fränkischen und germanischen Volksstämme wollten die Bischöfe offenbar  sicher gehen, dass jene Menschen , die seit unvordenklichen  Zeiten gewohnt waren, dass nur blutige Opfer einen Sühnewert haben, dass ihre „einheimischen“ Diakone als  Priesteramtskandidaten nur dann an einer „blutigen“  (aber in sakramentaler unbutigen Weise) Opferfeier teilnehmen können, , wenn sie dieses Brot und diesen Wein  in den erwähnten Altargeräten  konsekrieren, „wandeln“ in das sakramentale Fleisch und in das sakramentale Blut  des am Kreuz hinrichteten Messias Jesus Christus, der sich dabei selbst für das Heil der ganzen Welt seinem himmlischen Vater dargeboten hat.  Unsere handfesten Vorfahren in Europa mussten als Diakone konkret belehrt werden, dass  mehr als ein –  bei einer Schlachtung aufgeregt sich wehrender – Stier, sich  der  als das „Gotteslamm“ schlicht und still für das Heil aller Menschen sich liebevoll   hingebende Sohn Gottes  mit seinem  gottmenschlichen (theiandrischen) Leben einen unendlichen  Sühnewert hat.

Beim Konzil von Trient (1545-1563),
also circa 650 Jahre später (!) hat sich  im Leben der Kirche  diese Änderung des Ritus der Priesterweihe eine, über ein halbes Jahrtausend (!) dauernde  eigene „disziplinäre“ (!) Tradition schon   geschaffen. Aber es hat sich in der Zwischen-zeit (besonders im Augustinerorden und in der Gemeinschaft der Augustiner-Chorherren)  eine  apostolisch-missionarische Erneuerung entfaltet.

Dem damaligen Konzilspräsidium war gleichzeitig aber geläufig. dass.noch nicht mit aller glaubensmäßigen Sicherheit die Mehrheit der Väter) die apostolische, geisterfüllte Würde all derer geläufig war, die vom zuständigen Bischof in sein geisterfülltes Presbyterium durch Handauflegung aufgenommen wurden, und die deswegen von nun an mit allen anderen schon geweihten Presbytern und  in Konzelebration mit ihrem  – in die Fülle des apostolischen  Priestertumes durch Handauflegung eines Nachfolge-Mitgliedes  des ersten Apostelkollegiums aufgenommenen  –  Apostelnachfolgers (sprich des eigenen Bischofs) wahre Priester des Neuen Bundes sind; – so änderten die Konzilsväter von Trient damals beim Weiheritus nichts.

 Die Antwort des Konzilspräsidiums auf den Antrag einer beachtlichen Anzahl von Konzilsvätern –gegen Ende des Konzils  lautete  daher: „Die lehrhafte  Grundlage des Antrages kann – angesichts der Länge der bisherigen Gebrauches des jetzigen Usus „noch nicht sicher“    (nondum tute doceri potest) gelehrt werden. Aber in dem Anliegen des Antrages streckt viel Beachtenswertes. Durch die Redaktion der Reformdekrete des Konzils bezüglich des Verständnisses und der Praxi der „Verwaltung“  der sieben Sakramente beschrieben die Beschlüsse des Konzils deutlich  die geistlich – apostolische Seite des Dienstes der Presbyter.

Beim 1, Vatikanischen Konzil ( 8.Dez.1869—20.Okt.1870)
(also 325 Jahre später)  herrschte so große Zeitnot (Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges),dass nur die allerwichtigsten Themen, die über das  apostolische Amt vorbereitet waren, auch  beschlossen werden konnten: nämlich der Primat und die Unfehlbarkeit des Papstamtes.. In der allgemein Aufregung über die Widersprüche – besonders vonseiten der deutschen Bischöfe – gegen den päpstlichen Primat als einen Glaubenssatz  (Dogma)-  blieben viele (vorbereitete!) Themen unbehandelt. Somit auch die Ritus- Frage der Priesterweihe: wie viele Gültigkeitsbedingungen für die Aufnahme in das Prebyterium des Bischofs man beibehalten soll? Eine, wie es bis ca 900 n. Chr. in der Ost- und in der Westkirche eindeutig bezeugt und üblich war, oder  zwei? Ist die Zurücknahme der zweiten Gültigkeitsbedingung dogmatisch, vor allem aber disziplinär verantwortbar?, und:  ist die Beibehaltung der zusätz-lichen Gültigkeitsbedingung ein ökumenisches Hindernis für die Gespräche über eine zukünftige Kircheneinheit zwischen Ost- und Westkirche, (in der der Papst als Bischof von Rom beheimatet ist)?  All diese Fragen mussten offen  bleiben.

Erst zweieinhalb Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges  wurde die  Klärung dieser Frage abgeschlossen und durch Papst Pius XII  in einer Apostolischen Kon stitution  „Sacramentum ordinis“  am 30. Novemebr 1947 veröffentlich und lehrmäßig verfügt. Nur durch die Handauflegung eines Bischofs wird einem  Diakon die Priesterweihe weitergegeben;  durch Handauflegung , das heißt durch vollgültige Aufnahme eines/der Diakone  in das geisterfüllte Pressbyte – rium des Bischof, wie das 2. Vatikanische Konzil  ungefähr 20 Jahre später ausdrücklich lehren wird.

Damit diese Ausführungen noch vor der Feier des heurigen Gründonnerstag veröffentlicht werden können, müssen viele aufschlussreiche  Ausführungen über die lehrmäßigen und besonders disziplinären Folgen dieser Apostolischen Konstitution für einen späteren Zeitpunkt aufgehoben werden.

                                                 — Der Verfasser P. Robert Bösner OSB.

Breaking news!

„Zur Reife im Glauben gehöre..

nicht nur das Vorwärtsgehen, sondern auch der Blick zurück, hebt Franziskus die Bedeutung der Erinnerung hervor. In der Vergangenheit gilt es „Schätze“ zu heben, im Rückgriff auf die „Wurzeln des Glaubens“ lägen „Schlüssel, um die Gegenwart zu verstehen“: „Je deutlicher die Erinnerung der Vergangenheit ist, umso klarer öffnet sich die Zukunft, denn so lässt sich der wirklich neue Weg erkennen und von anderen bereits gegangen Sackgassen unterscheiden. Der Glaube wächst mit der Erinnerung, indem man die(Anm.:aktuellen) Dinge mit der wirklich erlebten Geschichte unserer Väter und des ganzen Gottesvolkes, der ganzen Kirche verbindet.
In der Feier der Eucharistie werde diese Erinnerung bewahrt, hält der Papst fest.“

(aus der jährlichen Ansprache des Papstes F r a n z i s k u s als „Bischof von Rom“ an die Pfarrseelsorger seiner Diözese zu Beginn der Fastenzeit, heuer am 2. März 2017, in der Bischofskirche des Papstes, der Lateranbasilika in Rom).

Der folgende Artikel, vor einem Jahr verfasst, kann die obigen Papstworte aktuell illustrieren.

JESU WIEDERKUNFT NACH SEINER HIMMELFAHRT: „SO?“ – ODER IRGENDWIE ?

Eine ekklesiologische Schrift-Meditation zum „Hochfest Christi Himmelfahrt“ (1.Lesung: Apg 1,1-11),
Der Verfasser dieser Arbeit meint, dass sie auch ein Element der Antwort auf die Frage bietet, ob der heutige Vorbehalt der katholischen Kirche (und der orthodoxen Patriarchatskirchen) gegen die Frauenordination den unwiderruflichen Stiftungswillen des gekommenen Messias, Jesus von Nazareth, für seine Messias-Gemeinde (qahal) widergibt. Dieser Vorbehalt gründet nicht auf einer zeitbedingten patriarch-alischen Kultur während des „Erdenlebens“ Jesu. Wäre das der Fall, dann könnte man ohne Glaubensverlust für die apostolische Kirche (siehe das Große Glaubens-bekenntnis der frühchristlichen Konzilien von Nizäa (325) und (in Endgestalt) des 1.Konzils von Konstantinopel (381) ohne weiteres behaupten, dass diese in der „modernen“ Zeit der gesellschaftlichen „Gleichberechtigung von Mann/Frau“ nicht mehr gilt.
Diese Meditation könnte auch eine Ermutigung sein, einen katechetischen Beitrag dazu zu leisten, die „Ämterfrage“ in ökumenischer Zusammenarbeit zwischen Katholiken und Lutheranern in Auslegung der Heiligen Schrift (!) zu eröffnen. In diesem gegenwärtigen Artikel geht es um das kanonische „Lukas-Evangelium“ und die kanonische „Apostelgeschichte“, die beide ursprünglich das literarische Doppelwerk des heidenchristlichen Evangelisten Lukas darstellten. Es ist eine heilsgeschichtliche Fügung, dass der kränkliche spätere Apostel Paulus auf seinen Missionsreisen als Begleiter eines Arztes bedurfte und dabei auf den – für damalige Zeiten akademisch gebildeten Heidenchristen Lukas traf. Daraus ergab sich eine Synergie besonders befruchtender Gegenseitigkeit.

Mit dieser vorliegenden Arbeit möchte sich der Verfasser in die Tradition des patristischen genus litterarium: „de catechizandis rudibus“ stellen (in die Literaturgattung der Zeit der „klassischen“ Glaubensväter (Patristik) mit der Entfaltung von „Katechesen für einfache, nicht studierte, Taufwerber“.

Im heilsgeschichtlichen Zusammenhang „ist das Mann-sein und Frau-sein durch Jesus anders positioniert.“

(Prof. Dr. Hanna Gerl-Falkowitz, Ehrenmitglied des Professorenkollegiums der Päpstlichen Hochschule „Benedikt XVI.“ Heiligenkreuz)

Verfasst von KonsR. Lic.theol, P. Robert Bösner OSB – Stift Altenburg

Engel-Erscheinungen in der Hl. Schrift geben oft heilsgeschichtliche Hinweise Das Erscheinen und das Sprechen der „zwei Männer in weißen Gewändern“ mit den Aposteln anlässlich der Himmelfahrt des Herrn will auf ganz bestimmte Zusammen- nge hinweisen (Apg 1,11) Ihre Anrede will den Mitgliedern des apostolischen „Zwölferkreises“ (Apg 1,13c) zu Hilfe kommen – diesen vom Herrn selbst berufenen Jüngern, die die Freude des ersten Beisammenseins mit dem auferstandenen Jesus (1) nach seiner Kreuzigung erleben durften, die aber auch die (wehmütige) Freude des letzten sichtbaren Beisammenseins mit ihrem gekreuzigten und  auferstandenen

 

Herrn erleben durften, nachdem er „im Zwölferkreis“ mit ihnen vom „Reich Gottes“ gesprochen und ihnen „im Heiligen Geist Aufträge erteilt hatte“. Vierzig Tage hat er sich ihnen in besonderer Weise gewidmet und aus ihren späteren Entscheidungen wird man ablesen können, was sie von ihm „im Heiligen Geist“ gelernt haben

Dieser „Zwölfer-Kreis“ bestand damals aber – wie aus der Heiligen Schrift ersichtlich ist – nur aus elf Jüngern (Apg 1,13b: mit Petrus noch zehn; zu Pfingsten (nur einige Tage später, nach der Neubesetzung des leer gewordenen  Platzes des Apostel Judas Iskarioth durch Matthias) wird nach  der Geistsendung ausdrücklich gesagt: „Petrus zusammen mit den Elf“ vgl. Apg 2,14)

Welche Aufgabe sollten diese Engel erfüllen?

Die zwei Himmelsboten sollten diese schlichten, arbeitsgewohnten Fischer von Galiläa vor der verwirrenden Faszination der Einmaligkeit des unwahrscheinlichen (göttlichen) Ereignisses der Auferstehung des Messias bewahren. Die Apostel glaubten ja an Jesus als den jetzt gekommenen Messias (griech.: christós).

Dieser wurde aber qualvoll getötet durch Kreuzigung! Das heißt, die Hohepriester und die Ältesten haben den vom Vater im Himmel Versprochenen, den „Segensbringer für alle Völker der Welt“ (Gottesverheißung an den Patriarchen Abram, Gen 12,3 und Kommentar dazu durch die biblischen Weisheitslehrer) mit der Kreuzigung öffentlich als einen von Gott „verfluchten“ Religionsstörer hingestellt (2). Gerade dieser Kontrast zwischen der Auferstehung eines getöteten Messias, Christus, und seiner Verurteilung als Gottverfluchten und dann wieder die Epiphanie, das heißt die Offenbarung der Gottesgegenwart bei seiner Aufnahme in den Himmel (3), das ist eine Situation, die für menschliche (Verständnis-) Kräfte zu viel ist.

1. EXKURS

Göttliche Wirklichkeiten sind von vornherein immer größer…

…als die Aufnahmefähigkeit des rein menschlichen Wesens und Denkens. Daraus resultiert eine bestimmte – wenn auch nicht zerstörerische – Verwirrung und anfängliche (glückliche) Orientierungslosigkeit bei den Begnadeten (gegenüber ihrem bisherigen inneren Gleichgewicht).

Bei einem ähnlichen Erlebnis der unverhüllten Gottheit des Messias, nämlich bei der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor, ( Lk 9, 28-36;) ergab sich bei den Aposteln ein nicht unähnliches einseitig-verwirrtes Verhalten: „Petrus wusste nicht, was er sagte“ siehe v.33 d).

Bei der Himmelfahrt des Herrn haben jene zwei Engel mit ihrer mahnenden Frage die Apostel aus der Faszination dieses göttlichen (Groß-) Ereignisses gleichsam „in die (Kleinheit der) irdische Wirklichkeit zurückgerufen“: „Warum schaut ihr Männer von Galiläa so“ (Anm.: verzückt) zum Himmel hinauf?“ Wollen sie die übernatürliche Schönheit und Herrlichkeit des Auferstandenen festhalten, genießen, nicht mehr hergeben?

Neben der schon vorhin erwähnten Episode beim Apostel Petrus kann man ein ähnliches Phänomen bei Maria von Magdala bemerken, wie sie reagierte anlässlich der schrittweisen (zuerst meinte sie ja, es sei der Friedhofsgärtner) dann aber unverhüllten Erscheinung des Auferstandenen bei seinem Grab (Joh 20, 11-18). In Anbetung (niederkniend) möchte sie den Auferstandenen liebevoll umarmend festhalten und nicht mehr loslassen! „Rühre mich nicht an (will sagen:(vgl. syrischer Text): „Lass mich los! Ich bin noch nicht (endgültig) zu meinem Vater hinauf gegangen.“ (Jesus will sagen; Du  bist  noch hier auf Erden(!), wo sich noch nicht gleichzeitig (in einem Augenblick) alles verwirklichen kann, was in der göttlichen Herrlichkeit gleichzeitig existiert, geschaut und erlebt werden kann).

Und um Maria von Magdala gleichsam die Loslösung von sich zu „erleichtern“, gibt Jesus ihr einen Auftrag. (vgl. Papst Franziskus: Präfation beim Fest der ‚apostola apostolorum‘ „ ..und Er ehrt sie (Maria von Magdala) vor den Aposteln mit einem officium, einer hilfreichen Dienstleistung, einer selbstlosen, verzichtbereiten „Liebesdienst-Aufgabe“ für den Apostolats-„Kreis der Zwölf“, der aber – nach dem Hinweggang des Judas aus Karioth – immer noch nur aus  Elf bestand. Diese Elf fühlten sich damals schuldbewusst, weil sie Jesus bei seiner Gefangennahme am Ölberg verlassen hatten; darüber hinaus bangten sie um ihr Leben, weil sie sich offenbar nun fürchten, dass sie als die – bei den Pharisäern als die „Jesus- Jünger“ bekannten – Männer wahrscheinlich als Nächste nach Jesus gekreuzigt werden.

Der Liebesdienst, mit dem der Herr Maria von Magdala „im Angesicht der Apostel“, „vor den Aposteln“ „ehrte“, bestand darin, dass Magdalena den (schuldbewusst verzagten) Elf, die sich hinter verschlossenen Türen verschanzt hatten, eine stabilisierende, trostvolle Nachricht von Jesus ausrichten darf: „Er wies sie an: „Geh zu meinen Brüdern (!)“ Nicht: Geh zu meinen – mich treulos verlassen habenden – „Versagern“, sondern zu meinen „Brüdern.“ Als solche (!) habe ich sie auserwählt und ihnen durch mein Erlösungswerk dieses Geschenk meiner erbarmungsreichen Berufung gegeben. Das hat sie „geadelt“, das ist eine geistliche Wirklichkeit, die stärker ist als ihr Versagen. Sag ihnen weiter: „Ich gehe zu meinem Gott und zu eurem Gott“ (das heißt, er ist noch immer euer „Gott“ – der euch liebt und nicht verachtet !) „ zu meinem Vater und zu eurem „Vater“ (diese Würde – nämlich vor Gott, dem Vater meine (Mit-) Brüder zu sein – habe ich euch nicht weggenommen und euer Versagen hat nicht die Kraft, dass sie euch diese Würde ohne meine – und des Vaters – Zustimmung, bzw. entgegen den Absichten des  Heiligen Geistes (!)- eigenmächtig weg nehmen könnte!).

2. EXKURS

JESUS –„eingehüllt“ in frühere Begegnungen mit den Aposteln

Anders als die Engel sind wir Menschen, „die die Erde gebar“ (GL 711,2, in der 1. Strophe) „unerfahren“ im Umgang mit der Seins-Weise Gottes. Für diese „zwei Engel in strahlendem Himmelsglanze“ (vgl. Apg 1,10ss) hat die Erfahrung der göttlichen Seins-Weise des auferstandenen und verklärten Messias in der Herrlichkeit des Vaters keinen so faszinierenden „Ausnahme-Charakter“ wie für diese elf handfesten Fischer (oder wie für die überglückliche Maria Magdalena und wie für den „verzückten“ Petrus bei der Verklärung des Herrn am Berg Tabor)

Etwas anders verhält es sich jedoch

beim – seit seinem Kreuzestod und seiner Auferstehung – 40tägigen fast regelmäßigen Erscheinen des „Siegers über Sünde und Tod“ (vgl. österlicher Einschub in die Einladung zum Friedensgruß bei der Eucharistiefeier). Er ist aber nicht nur der Sieger über „Sünde und Tod“, sondern er ist auch der „Sieger über den „ Widersacher Gottes“, den Satan, weil er der Messias ist!

Bei ihnen, dem Kollegium seiner (dh. von Jesus selbst!) berufenen künftigen Stellvertreter war es damals – in jenen 40 Tagen – dennoch irgendwie anders. Trotz Ihrer menschlichen Hinfälligkeit(!) war Er, der Auferstandene (!), mit Ihnen, den Mitgliedern des Zwölferkreises, gemeinschaftlich verbunden, „beim Mahl beisammen“ so wie früher(!). Er ist der göttlich Auferstandene, aber! – so könnte man sagen – „eingehüllt“ in die früheren Erfahrungen des Beisammenseins mit ihnen, aus der Zeit v o r seinem Leiden, Tod und Auferstehen.

Unwiderrufliche Einführung der Apostel in ihre „religiöse“ Sendung – trotz ihrer „politischen“ Erwartungen.

Damals aber, in den „vierzig Tagen“, „sprach er mit ihnen „über das Reich Gottes“ als eine (lebendige) Wirklichkeit (indem er „ihnen nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt“ hat, „dass er lebt.“ (Apg 1,3b) Während er z.B. in Mt 13,1 -53 bei seinem öffentlichen Lehren in der Zeit seines irdischen Lebens (Gleichnisrede über das Himmelreich) „nur in Gleichnissen zu den Menschen sprach“, sagte Er zu ihnen „Euch aber, meinen Aposteln, ist es gegeben, die Geheimnisse des (Himmel-) Reiches zu verstehen!“
In jenen „vierzig Tagen“ gab er „den Aposteln im Heiligen Geist (!) Anweisungen“ (Apg 1,2b), was so viel wie unwiderrufliche (!) Anordnungen für sie, seine künftigen Stellvertreter, bedeutet. Sie sollten endgültig Jesus als den verheißenen religiösen Messias und seine religiöse Sendung zu allen Völkern (vgl. Gen 12,3c) annehmen können. Für die elf vorhandenen Mitglieder des „Zwölferkreises“ war dieses – fast tägliche – Beisammensein mit Jesus eine große überraschende Freude. Durch ihre Erfahrung des früheren, dreijährigen Umganges mit Jesus waren sie gelöst, locker, ja, sie nutzten diese Gelegenheit auch, um ihren Herrn (4) neugierig-erwartungsvoll zu fragen, „ob er in diesen Tagen das“- rein innerweltlich verstandene  großjüdische (Welt-) „Reich aufrichten werde?“, in dem sie sich – ganz menschlich gesehen – besondere politische Positionen erhofften. “Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater (!) in seiner (hoheitlichen) Macht festgesetzt hat“ (Apg 1,7).
Im religiösen Zusammenhang seiner Sendung, die er dem Vater im Himmel für alle (Heiden-) Völker gewidmet hat, gibt es Wichtigeres als den kleinen persönlichen (!) Ehrgeiz und familiäre (!) Erwartungen (Bitte der Mutter der Zebedäus-Söhn).

Jesus redete damals mit seinen Aposteln „lehrhaft“,

nicht in erster Linie, um sie zu „belohnen“ (das kommt erst später) – sondern, um sie für ihre kommende (religiöse) Aufgabe (!) als seine Stellvertreter zu rüsten. Der Herr wollte ihr Verständnis über ihn und seine Sendung vertiefen und gleichzeitiger wollte er auch, dass sie ihre eigene (!) Identität als Apostel Jesu (!) deutlicher erfassen könnten. Sie sollten nicht erst – nach seiner Hinwegnahme von der Erde – tastend erproben müssen, was sie als seine Stellvertreter tun sollten (nach der menschlichen Erfahrungs-Regel: „trial and error“ dh. ‚ Ausprobieren durch Zulassen von Irrtum‘), um herauszufinden, wie sie ihre neue, „noch ungewohnte Aufgabe“ – zumindest für sich selbst plausibel (!) – zu erfüllen hätten.                                                                  Von allem Anfang an sollen die Apostel um die gottgewollte innere Ordnung der „Messias Gemeinde“ wissen. Sie, seine Apostel, wussten nach diesen – vom auferstandenen Jesus gehaltenen – „vierzigtägigen Exerzitien“ schon ziemlich genau – sozusagen von allem Anfang an, was sie zu tun hätten, wenn ihnen der auferstandene Herr – nach seiner Himmelfahrt – nicht mehr so direkt „zur Verfügung“ stehen wird, um ihn fragen zu können oder um von ihm Rat zu bekommen. Jesus hat ihnen ganz deutlich zu wissen gegeben, nach welcher gottgewollten inneren Ordnung sie die messianische Jünger-Gemeinde (kirchliche Gemeinde) zielgerichtet (!) zu gestalten hätten.

Die „mahnende“ Frage der Engel soll die Apostel aus der Selbstgenügsamkeit ihrer Faszination“ herausholen.

Es sollte den Aposteln nicht (!) einfach genügen, nur bei der geistmächtig vollzogenen Auferstehung und Himmelfahrt Jesu in der „erfolgreichen“ Kraft des Vaters und des Heiligen Geistes „glücklich“ dabei gewesen zu sein (fast wie unbeteiligte Zuschauer einer „großartigen himmlischen Show“). „Ihr Männer von Galiläa, warum schaut ihr so“ (verzückt)„zum Himmel hinauf?“, um dann später (vielleicht!) davon „nur“ – je nach eurer verschiedenen Erzählbegabung – begeisternd schildern zu können, was ihr erlebt hattet.

Eigenverantwortlich und zielgerichtet nach Christi Willen

Sie sollen vielmehr – als seine zukünftigen Stellvertreter – eine ganz bestimmte Aufgabe zu erfüllen haben: nämlich all das in der Vollmacht, die sie von Jesus bekommen haben, zu verkünden und als maßgeblich für die messianische Jünger-Gemeinde zu bezeugen, was Er ihnen durch sein ganzes 30jähriges, gotttmensch -liches Dasein auf Erden und durch sein dreijähriges öffentliches Heilswerk – „bei dem er sie um sich haben wollte“ (Mk 3,14 ff) – bis hin zu seinem schrecklichen Kreuzestod, (der ja ein alttestamentliches Zeichen der Gottverfluchung dessen ist, der „tot am Pfahl hängt“;und was ER ihnen besonders in diesen letzten 40 Tagen nach seiner – zwar von Jesus immer wieder vorhergesagten, aber von seinen Aposteln mental nicht realisierten – Auferstehung bis hin zur Himmelfahrt bei seinen Erscheinungen in jenen 40 Tagen erklärend gelehrt hat.

Der Hagiograph Lukas betont ausdrücklich, dass Jesus als Auferstandener mit ihnen nicht nur über das Reich Gottes gesprochen hat, sondern, dass ER ihnen dabei auch „im Heiligen Geist (!) Aufträge“ erteilt hatte (Apg 1,2 b.3). Diese Aufträge sollen sie auch – gegebenen Falles – ihren Mitarbeitern deutlich als Jesu Willen weitergeben können (oder auch müssen) und sie voll eigenverantwortlich (!) als seine „Stellver-treter“ (nicht nur als seine „ideenreichen (!)“ Propagandisten) in die Zukunft hinaustragen. Sie sollen die Kirche Jesu, des Messias, nicht ‚irgendwie‘ sondern nach seiner Vorgabe auferbauen.

Und weil sie als „Kollegium“, mit Petrus als Haupt, berufen und ausgesandt waren, sollten sie seine (sc. Jesu) Kirche (Mt 16,18 ff.) nicht ‚irgendwie‘ aufbauen – sondern sie sollten sie (dh. die Kirche) auferbauen:

* so wie Jesus selbst(!): der sich seine (!) Kirche, (die Messias-Gemeinde, (qahal:JHWH „Zusammenrufung Gottes“) auf dem Felsen Petri aufbaut (Mt, 16,18), so sollten auch sie, seine Repräsentanten, sie ebenfalls – mit Petrus verbunden und auf Petrus die Kirche Jesu (!, nicht die Kirche Petri) auferbauen, auch nicht die Kirche ihrer Vorstellungen. Und von Anfang an sollten auch sie das von Jesus begonnene Aufbauwerk der weltweiten Heils- und Erlösungsgemeinde Christi durch ihr eigenes Wirken – und später dann in ihren Nachfolgern – aufrecht erhalten; ebenfalls im Heiligen Geist;

* sie sollten sich bei diesem Aufbau der Kirche Christi – als die Mitglieder des „Apostel-Kollegiums“ in besonderer, sprich in kollegialer Weise (das heißt „als Apostel- Kollegium“) mit Petrus – als ihrem von Jesus  selbst (!) gesetzten sichtbaren Mittelpunkt der Kircheneinheit und „Felsenmann“ (hebr: qephas, griech: petrós, lat: Petrus) – ganz individuell verbunden wissen (cum Petro et sub Petro, das heißt: mit und unter Petrus) – „usque ad effusionem sanguinis inclusive“ (notfalls die katholische Kircheneinheit mit ihm  (Petrus) „bis zum Vergießen des eigenen Blutes“ aufrecht halten. (vgl. das altkirchliche Erfahrungswort: „sanguis martyrum – semen christianorum“ – ‚das Märtyrerblut ist der Same für Neubekehrungen‘);                   Trotz aller ökumenischen Bemühungen im jetzigen Gedenkjahr „500 Jahre Reformation“ darauf hinzuweisen, wie viele Märtyrer des apostolischen, geisterfüllten katholischen  Priestertumes in Treue zur Kircheneinheit mit Petrus es  in der Intensivzeit der politischen Ausbreitung der Reformation (3ojähriger Krieg), gab und erst recht die politisch-patriotische (Frankreich, Ungern /Košice-Kaschau) und die politisch -ökonomische Instrumentalisierung der konfessionellen Unterschiede zwischen  Calvinisten- Katholiken(vgl. Sri Laqnla/Ceylon) ausgenützt wurden, um – zum Beispiel – durch die Anstiftung mancher politischen Herrscher im  Orient zu Katholikenverfolgungen, die  die calvinistischen  Holländer einsetzten, um in den ostasiatischen Gewürzhandel  einzudringen und das ursprüngliche Monopol der (katholischen) Spanier zu brechen.                                                                            * dann werden „die Mächte der Unterwelt diese seine so gestaltete Kirche nicht überwältigen können!“ (vgl. Mt 16,18 b) – das heißt: sein von ihm als Messias gewolltes apostolische Aufbauwerk – von dem Jesus gesagt hat, „dass Er bei ihm (das heißt: bei seiner Kirche) bzw. bei ihnen (seinen Aposteln) bleiben wird bis zum Ende der Welt (Mt 28,20).

„Lasst euch darum jetzt von all den Herrlichkeiten nicht untätig faszinieren!“

* Das heiß: lasst euch nicht aufhalten durch jene Herrlichkeiten, denen ihr bei der Aufnahme Jesu in den Himmel begegnet. Das sollten wohl die fragenden Worte der weißgewandeten Himmelsboten den Apostel bedeuten                                            Seid euch vielmehr im Klaren darüber, dass dieser Jesus, der sich euch vor seiner Himmelfahrt durch 40 Tage bis ins Detail SO zu erkennen gegeben hat, SO, sic, (gr. houtoos)  wie er sich euch (!) durch 40 Tage eröffnet hat; genau SO, sic (gr.: houtoos) wird er auch einmal wiederkommen, am Ende der Zeiten, „mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen“ vgl.:Mt 16,27)…………………………………………                                                                                        In diesem Zusammenhang ist sicher auch zu bedenken, wie Jesus auf das Messias-Bekenntnis des Petrus positiv reagierte. Jetzt konnte auch ER das erste Mal auf den Primat des Petrus – als den Stellvertreter des Messias, positiv zu sprechen kommen. Aber in  all diese kommenden Eindeutigkeiten (Mt16,13-17) wird es für Jesus nicht ohne sein „Erlöserleiden für uns“ (Mt 16,21 ff): „abgehen“ und stillschweigend auch nicht für den / für die Primatsträger.
Die Reaktion des Petrus auf die Ankündigung des  Erlöserleiden Jesu für das Heil der ganzen Welt war wohl in erster Linie von Liebe zu Jesus geprägt. Aber diese künftigen Eindeutigkeiten des Erlöser- (Messias-) Leidens werden auch für Petrus „Konsequenzen“ haben! .Das wurde ihm jetzt deutlich. Die harsche  Jesusantwort darauf lässt uns wohl erahnen, wie leicht sich der Widersacher Gottes, der Satan, in unser Denken und Empfinden einschleichen kann.
Dass diese zwei – Gott gegenüber treuen – Engel gleich von Anfang an aufrüttelnd und helfend bei den Aposteln waren, das ist ein Zeichen des Trostes für die ganze Kirche. Diese zwei Engel werden auch bei der Wiederkunft Jesu unter den Engelscharen mit dabei sein und für uns alle erlösungsbedürftigen Menschen Fürbitte einlegen, besonders für unsere Hirten.

(vgl. das aktuelle „Jubiläum 100 Jahre Fatima“: Schon ein ganzes Jahr vorher hat der  „Engel des Friedens, der Engel Portugals“ die Seherkinder durch seine drei  Erscheinungen und die Gebete und die „Eucharistie-Vision“ vorbereitet auf die sechs Marienerscheinungen, damit deren Botschaft bei den drei  Kindern  in Fatima mit verständnisvollem, guten Willen aufgenommen werden.
Und „Unsere Liebe Frau mit dem Unbefleckten Herzen“ hat auch  über ein halbes Jahr vor der Russischen Oktober-Revolution in Petersburg in mütterlicher Liebe für uns gewirkt und dafür gesorgt, dass wir für  den bevorstehenden schrecklichen Kampf gerüstet seien, der der Kirche und der ganzen Menschheit bevorsteht. Wie sehr hat sie in den sechs – von der Kirche anerkannten – Erscheinungen in Fatima  gewünscht und immer wieder ermutigt, dass die Seher-kinder täglich den  Rosenkranz beten!.Franzisko hat irgendwann den „Schusterbuben-Rosenkranz“ kennegelernt. Diese „Kurzform“, die nur aus den zehn „Gegrüßt seist du Maria! Amen.“ bestand,, hat er gerne verwendet, damit er früher zu seiner Lieblingsbeschäftigung kommen konnte, dem Flötenspielen.. Bei einerc der Erscheinungen hat ihm die Muttergottes ausrichten lassen:  „Franzisko soll den Rosenkranz gut  beten!“ Was er dann auch gerne tat!.
Auch die Warnung Mariens vor  den „verderblichen Lehren, die von  Russland ausgehen werden (Welt-Kommunismus) hat vielen Orientierung und innere Sicherheit gegeben. Und ihre mütterliche Bitte um das Gebet des Rosenkranzes will auch uns, die Nachfahren, zu den Quellen des christlichen Lebens hinführen: zur Betrachtung des Lebens des göttlichen Erlösers  „an der Hans Mariens“ und in  kirchlicher Weiterführung  zur eucharistische Anbetung des geheimnisvoll gegenwärtigen Herrn  in seiner Kirche, zur  Vertiefung der Glaubensbekehrung, zur  Hl. Beichte und zur  Treue zur Kirche). Ganz ausdrücklich hat unsere himmlische Mutter gewünscht, dass die Seherkinder ihr bei ihrer Aufgabe mithelfen mögen,dass „Menschen aufhören können zu sündigen“. „Schenkt mir Opfer, die Gott von euch erwartet und freiwillige Verzichte! Ich kann daraus „Stellvertretungs-Hilfe“ machen, die das Herz der Sünder zum Guten bewegt !.

* Und Jesus wird bei seiner Wiederkunft von den im Heiligen Geist geweihten Apostel-Nachfolgern und Apostel-Mitarbeitern erwarten, dass sie – gemäß „seinen Aufträgen im Heiligen Geist“ von Anfang an – das Aufbauwerk seiner Kirche – zu dem sie mit ihrem persönlichen Berufungsschicksal dazugehören (als Mitglieder des Apostelkollegiums) und in das sie unwiderruflich und schicksalshaft ganz individuell „eingebunden“ sind – auch richtig vollzogen haben. Er erwartet bei seiner Wiederkunft das, was sich die „eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“ nennt (vgl. „Großes Glaubensbekenntnis“ des Konzils von Nizäa und des ersten Konzils von Konstantinopel, vgl. GLN 586,2) auch  als Seine Kirche wieder erkennen, bzw. anerkennen kann und sie nicht als etwas „Fremdes“ antrifft, das nicht in apostolischer Übereinstimmung mit seinem damals begonnenen Heilswerk steht und das er dann – wie ein leeres „Papiergebilde“ (Gedankengebilde) – vor dem heilsgeschichtlichen „Feuer der Hölle“ nicht retten können wird.

Und Er wird sich dann bei dieser seiner endgültigen Wiederkunft auf Erden allen, die seine Jünger sind oder sein wollen, SO offenbaren und sich SO erweisen, wie er sich euch, der ersten Generation der Apostel, v o r seiner Himmelfahrt durch vierzig Tage hindurch(!) in aller Ausdrücklichkeit zu erkennen gegeben und wie er euch in sein Messias-Geheimnis eingeführt hat. (vgl: Lk 24, 44b: „ Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war“ v 45 „Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift“ v.46: „Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift (im  Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen) über mich; vgl. v.44c; „Der Messias wird leiden, (aber dann) am dritten Tag von den Toten auferstehen“ (vgl. die Predigt des Petrus im Haus des römischen Hauptmannes Cornelius; Apg 10,39 ff.)

Ihr habt ja damals (in jenen 40 Tagen) auch –als meine künftigen Stellvertreter – von mir unwiderruflich erfahren, wie mein stellvertretendes Sühneleiden – durch euren apostolischen Gehorsam der Weiterführung meiner Erlösung – bei der sündig gewordenen Menschheit alles wieder gutmachen kann, was durch den Unheils-Zusammenhang der Erbsünde und aller persönlichen, gemeinschaftlichen und strukturellen Sünden von der Oberhoheit Gottes weggerissen wurde und in der allgemeinen Erlösungsbedürftigkeit festgehalten werden sollte,. Alles andere (an ungenügend-apostolischer(!) und ungenügend sakramentaler Kirchlichkeit) wird dann von meinem auferstandenen „geheimnisvollen Leib“ (Christi) wie Staub abfallen!

Jene gläubigen Menschen aber, die nach „besten Wissen und Gewissen“ geheimnis-voll durch das göttliche Gnadenwirken geführt – ungeahnt (in ihrer „evangelisch-kirch-lichen Gemeinschaft“ oder Konfession) durch Lesung der Heiligen Schrift, Gebet,  und wenigstens lehrmäßig richtiges Verständnis daran festgehalten haben, sie werden Kraft der–auf den Namen Jesu gespendeten-Taufe durch deren geheimnis- volle Heilsmacht gerettet werden. Denn Jesus als der „Sohn“ des lebendigen Gottes gehört zur Heiligsten Dreifaltigkeit „dazut“, ja er „ist“ sie unter seinen Voraussetzungen

„Er wird wieder kommen zu richten die Lebenden und die Toten (!); seiner Herrschaft wird kein Ende sein“

Diese Glaubenswahrheit des „Großen Credo’s“(siehe GLN 586,2) wird der „Pantokrator“ aber nicht nur individuell – moralisch vollziehen, sondern auch kirchlich-gemeinschaftlich. ER wird die Spreu vom Weizen trennen und sich dabei nach dem Gesichtspunkt richten, ob und wie die – von ihm durch die Zeiten hindurch berufenen – Jünger – in Verbundenheit mit den Aposteln und somit auch mit Ihm/Jesus – an jenem Werk weitergebaut haben, das Er mit der Stiftung der apostolischen Kirche (auf Petrus) (und nach seiner „Ganzhingabe (griech: holocaustum) am Kreuz“ als Auferstandener  weitergeführt hat. Denn nur dieses von Jesus gestiftete „kirchlich-gemeinschaftliche Rettungs- und Erlösungswerk“ (zur Umgestaltung der ganzen Welt in das endgültige Reich Gottes; vgl.: 2. Vatikan. Konzil: „Kirche in der Welt von heute“, Lumen gentium n.5) hat die ausdrückliche Verheißung, dass es „für die Vielen“ gestiftet ist.
(vgl. die Korrektur, die der – heute emeritierte – Papst Benedikt XVI bezüglich der Verwendung der „kommentierenden Übersetzung“ der Jesusworte in die deutsche Sprache beim sogen. „Einsetzungsbericht“ des letzten Abendmahles bei den eucharistischen „Wandlungs-Worten“ angebracht hat.).

„Seht meinen hingegebenen Leib und das Blut, vergossen für Euch (Apostel) und      „ für die Vielen“, das heiß für die, die durch Euer – und euer Mitarbeiter und Nachfolger – pastorales Wirken (durch ihre pastorale Hirtenliebe) noch zu euch dazu kommen werden.“

Die Eigenheit der semitischen Sprache, die Wendung „für die Vielen“ einfach mit „für alle“ ins Deutsche erklärend zu übersetzen, hinterlässt unterschwellig den ungeschichtlichen Eindruck, dass Jesus aus Nazareth, der Messias für das ganze sündig gewordene Menschengeschlecht, geboren aus der Jungfrau Maria – bei der Durchführung seines (des) göttlichen, universalen Heilswillen – sich durch seine Menschwerdung und seine stellvertretende Opferhingabe für uns und dann durch seinen ausdrücklichen Stiftungswillen des „Zwölferkreises“, in den er sich durch die  Hauchung seines Geistes für immer verströmt hat – sich heilsgeschichtlich –im apostolischen Zusammenhang durch die Generationen nicht unwiderruflich gebunden hätte. „Für alle“, das „kling zwar gut“, ist aber eine ideologisch- unhistorische Aussage, die nicht angibt, durch wen , auf welchem Weg die sündig gewordenen Menschen  Zugang zu seinem für ewig geschenkten  Heil bekommen. Können.

Aber gerade durch diese unwiderrufliche Bindung Jesu, des heilsbringenden Messias für alle Völker der Erde an die Verwirklichung des göttlichen und universalen Heilswillen (1Ttim 2,4: „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden…“) an das apostolische Wirken der „Zwölf“ darf sich jeder heilsbedürftige Mensch durch die Annahme der Glaubensverkündigung der Apostel und ihrer Nachfolger (und die persönliche Bekehrung zu Jesus) durch die /in der apostolischen Kirche und .durch den Empfang ihrer Sakramente sowie durch eine Lebensweise, die im Einklang mit den Geboten Gottes und den – vom auferstandenen Jesus – gewollten Ordnungen der Kirche steht, einen verlässlichen Zugang zum endgültigen Heil erwarten. Das ist für alle Menschen der von Gott – seit dem Auftreten Jesu, des Messias, der vorgesehene gültige Heilsweg (der überschaubare, „ordentliche“ Heilsweg, nach dem sich auch die Hirten der Kirche in ihrem Glauben und in ihrem Amtsauftrag richten dürfen/ müssen. Nur wer diesen „ordentlichen Heilsweg“ nicht geringachtet, darf auch „mit außerordentlichen“ Gnadenwegen für sein Leben und für das Heil aller Völker in der Kirche, mit der Kirche und durch die Kirche rechnen.

Wer aber meint, dass ihm – unabhängig und getrennt von den apostolischen Hirten und der kirchlichen Gemeinschaft – von vornherein alle Heilsgüter „automatisch“ zustünden, und er / sie sich  sozusagen als ein christlicher „Selbstversorger“  aufmotzt, der ist in der Gefahr, dass er/sie nicht in der Gnadengemeinschaft lebt, sondern an ihr vorbei lebt, bis,  ja, bis er es merkt, oder es  nicht mehr merkt, dass er sich auch von Gott weggelebt hat. Hoffentlich gibt es jemanden, der für ihn/sie betet!

Zumindest machen dies die Pfarrhirten, wenn sie jährlich bei der Bischofsmesse am Vorabend des Gründonnerstages (missa chrismatis) mit dem Bischof anlässlich der Weihe der Heiligen Öle für die Spendung mancher Sakramente die Versprechen ihrer Priesterweihe erneuern und wieder eifriger ihr standesgemäße Priestergebet (Brevier) für das Heil aller Menschen und für das – des ihnen von Bischof anvertrauten – Teiles des Gottesvolkes beten und sonntäglich eine heilige Messe eigens für sie, den ihnen vom Bischof anvertrauten Teil seines ihm als Bischof anvertrauten Gottesvolkes   aufopfern ( die sogen. „Pfarrmesse!“, bei der keine private Messmeinung angenommen werden kann), Durch die – vorhin erwähnte – unwiderrufliche Bindung der Durchführung seines (oder: des) universalen, göttlichen Heilswillens (durch seine Menschwerdung und durch seine ausdrückliche Stiftung des geisterfüllten „Zwölferkreises“ ergibt es sich aber auch, dass seine apostolische Kirche – „methodisch“ bedingt – nicht effektiv alle Menschen mit Christi Erlösungswerk „erreichen können wird“, sondern in erster Linie theoretisch nur so viele, wie seine Apostel und ihre Nachfolger Ihm durch ihre „pastoralen“ Vorbereitungsmühen zur Glaubensbekehrung zuführen werden können! Und somit sind es letztlich so viele (!) oder so wenige (?), je nach dem, mit welcher pastoralen Liebe die Apostel und ihre Mitarbeiter und Nachfolger durch das Mitwirken mit der göttlichen Gnade und unter Einsatz all ihrer Begabungen sich abmühen, um „wenigstens einige zu retten“. (vgl. Röm. 11, 14b) In diesem Zusammenhang ist das missionarische Wirken und Leben des Hl. Petrus Chane, Marist,l (Gedenktag 28. April) sehr aufscjhlussreich Heiligsprechung 13. Juni 1954 im 1. Marianischen Jahr : 100 Jahre Dogmatisierung Immaculata)..

Wer sich dabei in liebevoller und richtiger (!) Absicht (sicut facit ecclesia apostolica) ‚ dem anschließt, „was und wie es die von Jesus , dem Messias, auf Petrus gestiftete (apostolische) Kirche vollzieht“ und auf diese Weise danksagend (eucharistisch) bei dem mitwirkt, was Jesus zur Erlösung des Menschengeschlechtes bis zur Hingabe seiner selbst durch den Tod am Kreuz und seine Auferstehung vollzogen hat, der trägt sowohl dazu bei, dass „durch Ihn und mit Ihm und in Ihm (sc.den Messias) Dir, Gott, dem allmächtigen Vater in der geistererfüllten (kirchlichen) Einheit alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in alle Ewigkeit zuteil wird“ (die Worte der – das Eucharistische Hochgebet abschließenden – „Großen Doxologie“) als auch zugleich die Verheißung sich verwirklicht, dass „die Vielen“ unwiderruflich in die „ewigen Scheunen“ eingebracht werden können.

Wie kommt es zur Stiftung des geisterfüllten apostolischen „Zwölferkreises?“

Von wo hat Petrus gerade jetzt – kurz nach der Himmelfahrt des Herrn und nur wenige (!) Tage vor der Geistsendung zu Pfingsten – die Sicherheit her, das zu tun, was wir gleich im Anschluss (!) an Christi Himmelfahrt in der „Apostelgeschichte“ lesen können? Nämlich die Wahl eines Jüngers, der den Platz, den Judas Iskarioth verlassen hat, einnehmen soll? Durch wen hat Petrus – innerhalb so kurzer (!) Zeit – ein so sicheres Wissen über die Auswahlkriterien bei dieser Wahl ?

Für die Wahl des zwölften – noch zu bestellenden – Apostels benötigt man Kandidaten. Wer kommt in Frage? Männer (oder Frauen ?) Der Apostel Petrus hat klare Vorstellungen. Und die anderen Apostel ? Was ist mit ihnen? Offenbar waren sie mit den Angaben der Wahl-Kriterien Petri einverstanden! Denn es wird nichts von einer Diskussion berichtet. Wie kommt es, dass sich die Elf des Zwölferkreises über die Kriterien Petri für die Kandidatenauswahl einig waren? Es scheint offenbar zu sein, dass sie alle Elf von Jesus den gleichen Auftrag bekamen! Diese Probe haben die Apostel „mit Petrus und unter Petrus“ gleich bei nächst bester Gelegenheit – in aller Öffentlichkeit der Urgemeinde – abgelegt, und zwar nur einige Tage nach Christi Himmelfahrt.

Soll man diese peinliche Lücke verwischen und mit einem anderen Jüngerkreis die ursprüngliche Sendungsabsicht Jesu Christi bezüglich des heilsgeschichtlichen „Zwölferkreises“ weiter führen?

Unter der Führung des Petrus vollzogen sie („in diesen Tagen“) nach Christi Himmelfahrt (Apg 1,15) – aber noch vor Pfingsten (!) – etwas Wichtiges im gemeinsamen Obergemach („Gemeindesaal“): Petrus setzte die Wahl des 12. Apostels – an Stelle des abgefallenen Judas – auf die „Tagesordnung“. Es sollte ja die Lücke, die Judas aus Karioth dem Zwölferkreis geschlagen hat, aufgefüllt werden (vgl. Apg. 1, 15 ff). Diese Lücke sollte aber nicht wie ein beschämender „Betriebsfehler“ verwischt, vertuscht werden, sondern durch Aufrechterhaltung des „Stiftungssinnes Jesu“ verwirklicht werden. Jetzt aber – statt mit Judas Iskarioth – nun mit einem anderen Jünger – der durch Wahl des vorhandenen Kollegiums ermittelt werden soll. – Alle anderen Apostel müssen dazu JA sagen, aber nicht nur als Einzelne, auch nicht nur als Summengröße, sondern als kollegiales Einverständnis, dass dies, was sie jetzt tun, der Wille Christi ist. Es müssen sich alle 11 Apostel umstellen und jetzt „zusammen mit dem zu Wählenden“ das Gleiche tun, was sie zuerst im Sinne Jesu mit Judas aus Karioth bereit waren zu tun. Damit das möglich sein kann, müssen alle 11 wissen, dass es der Wille Jesu ist. In den vierzig Tagen bis Christi Himmelfahrt konnte Jesus die Elf auf die neue Aufgabe vorbereiten.: nämlich als geisterfülltes Stellvertreter- Kollegium Jesu nun nach Jesu Wunsch und Stiftung mit jenem aus der Wahl hervorgehenden Apostelanwärter gemäß der bisherigen Bereitschaft, den Willen Jesu zu erfüllen, dies nun zusammen mit ihm, mit Matthias, weiter zu führen.

3. EXKURS

Heilsgeschichtliche Bedeutung des „Zwölfstämme-Volkes“ Israel.

Die zwölf Apostel sollen ja – nach dem Stiftungswillen Jesu – die zwölf (!) Stammväter des neuen, messianischen Gottesvolkes (des neuen „Israel dem Geiste nach“) (vgl. Gal 6,16) werden bzw. sein. Und so, (als zwölf) sollten sie mit der pfingstlichen (!) Gabe des Hl. Geistes ausgerüstet werden. Es geht hier um jene Messiasgnade des himmlischen Vaters für alle Völker, wie ER sie dem Patriarchen Abram für seinen Glaubensgehorsam verheißen hat. (vgl. Gen 12, 2-3). „In einem deiner Nachkommen werden sich alle (Heiden-) Völker segnen.“

Diese Messiasgnade, als Belohnung für den Glaubensgehorsam des Patriarchen Abram, ist aber nicht mit dem Akt der Verheißung Gottes „automatisch“ abgeschlossen, sondern sie ist dergestalt, dass die anfängliche Glaubensbereitschaft Abrams („zieh aus dem Vielgötterland Chaldäa aus“) konkret vom himmlischen Vater weiter gefordert wird! Denn „seine Frau Sara war unfruchtbar, sie hatte keine Kinder“ (Gen 11,30; vgl. auch Gen.15,1 und Gen, 17,19-21). Es verlangt schon großen Glauben Abrams an Gottes Verheißung, dass Abram mit dieser seiner unfruchtbaren(!) Frau Sara – der Stammvater eines großen Geschlechtes werden wird! Erst im hohen Alter von hundert Jahren (!) haben Abram und Sara den „Sohn der Verheißung“, Isaak, erhalten. Von Isaak und seiner Frau Rebekka stammen die Zwillinge Esau und Jakob ab. Durch eine geheimnisvolle Prophezeiung soll Esau der Ältere dem Jüngeren, dh. Jakob, dienstbar sein. Diese geheimnisvolle Prophezeiung musste dazu „herhalten“, dass Jakob sich von seinem altersblinden Vater Isaak das Erstgeburtsrecht „legitim“ erschlichen hat.

Dieses Erstgeburtsrecht beinhaltet auch die Verheißung, dass aus der Familie des Trägers des Erstgeburtsrechtes der Messias kommen wird. Dieser Jüngere, Jakob, hatte zwölf Söhne von drei verschiedenen Frauen. Jakob erhielt in seinen alten Tagen von Gott einen neuen Namen: Israel, der „der Gott (und seine Hilfe) gesehen“ hat. Von ihm wird durch seine 12 Söhne das ganze auserwählte Volk Israel abstammen („die Kinder Israels“ als Selbstbezeichnung des jüdischen Volkes).

Wenn man diese alte jüdische Denkweise versteht, dann ist im Zwölferkreis der Stammväter des „neuen Israel dem Geiste nach“ (vgl. Gal 6,16 und Kommentar dazu) von einer Stammes-Mutter, geschweige denn von Stammesmüttern hier in der Heilsgeschichte des alten „Zwölfstämme-Volkes“ überhaupt nirgends wo die Rede. Im Übrigen: Frau als Einzelwesen – als „nicht-männlicher“ Mensch -das ist eine typisch „moderne“ Sicht des Frauseins, zu der nicht einmal unbedingt das Muttersein dazugehört. Hier geht es aber um zwölf Stammes-Väter!

Unterschiedliche Identitätszeichen ..

für das alte bzw. für das neue Gottesvolk als Verheißungsträger: Der Vergleichspunkt zwischen den 12 Söhnen Jakobs (Israels ) und den 12 Aposteln, die sich Jesus nach einer ganzen Nacht des Gebetes zum himmlischen Vater ( Lk 6, 12 – 16) ausgewählt hat , ist das je eigene Identitätszeichen:.

Für das „alte Israel, dem Fleische nach“, das alte Gottesvolk, galt als Identitätszeichen, dass ein Mitglied des alten Gottesvolkes (wenigstens) von einer jüdischen Mutter abstammen muss. Gemäß der Verheißung Gottes durch den Propheten Nathan (2 Sam 7,1 ff) gibt Gott dem König David eine Dynastieverheißung. Das heißt heilsgeschichtlich gesehen, dass der Messias durch den Erstgeburtssegen aus der davidischen Familie – und aus keiner anderen – stammen wird. Da es für den Messias, für den, der „der mit Gott“ gesalbt ist (das heißt, er ist äußerlich und innerlich „mit Gott“ geheiligt, „gesalbt“) keinen irdischen Vater geben kann, „genügt“ es für den Messias, dass seine Mutter eine Frau aus davidischem (jüdischem) Geschlecht ist. „Der Name der Jungfrau war: Maria“ (vgl. Lk 1,27).

Die 12 Stammes– Väter des neuen Gottesvolkes haben als Identitätszeichen, dass sie von Jesus als (Apostel-) Kollegium gewollt waren und dass dieses (Kollegium mit Petrus als Verantwortlichen) mit dem Heilige Geist erfüllt ist – mit jenem Heiligen Geist, mit dem Jesus, der von den Toten Auferstandene, am Ostersonntag am Abend die – damals aktuell nur zehn – Repräsentanten des Zwölferkreises mit seinem Heiligen Geist erfüllte. Er, „der in ihre Mitte trat, er kam „bei verschlossenen Türen“ (Joh20,19) er erstand vorher aus dem von den Pharisäern versiegeltem Grab und er ist der gleiche, der auch aus dem jungfräulich verschlossenen Mutterschoß Mariens in Bethlehem zur Welt kam. Er hauchte die Apostel nach seiner Auferstehung an und sprach: „empfanget den Heiligen Geist“, „ich sende euch“, mein Kollegium, meine „Apostel“ (das heißt in der altjüdischen Geschäftssprache ,als meine Repräsentanten, als  meine „,zeichnungsberechtigten  Prokuristen“), „wie mich der Vater ausgesandt hat.“ Jesus ist ja auch kein trinitarischer „Einzelkämpfer“, sondern alles ,was die drei göttlichen “Personen“ (Hervorgänge) „ad extra“ tun, das vollziehen sie gemeinsam („wer mich sieht, der sieht den Vater!“ Joh 12, 44-45).

Das alte Bundesvolk stammt verheißungsgemäß von einem, von Jakob, ab, der später Israel genannt wurde, vom Jüngeren der Zwillingsssöhne Isaaks; das neue Gottesvolk stammt über die (12) Mitglieder des einen und einigen Apostelkollegium von dem einen Jesus, der der Messias ist, der sich nach seinem Tod am Kreuz und seiner Auferstehung durch die Hauchung seines Geistes in den Zwölferkreis verströmte. ER ist jener „Nachkomme Abrams, in dem sich alle Heidenvölker segnen werden“ Er (der Messias) hat sich apostolisch und eucharistisch „vervielfältigbar“ gemacht.

Wer gehört von Anfang an zur ersten Generation der jerusalemischen Erstgemeinde?

Fast umständlich zählt der Evangelist Lukas in der Apostelgeschichte – anschließend an die Himmelfahrt Jesu – auf, wer aller zum „Gemeindesaal“ (Obergemach, Apg 1 , 13 b) der Jerusalemer Erstgemeinde Zutritt hatte und sich dort zum gemeinsamen Gebet versammelte (vgl. Apg 1,13 c): namentlich (!) die Elf des Zwölferkreises („sie alle verharrten dort einmütig im Gebet (Apg 1,14) – um das betend zu vertiefen, was ihnen Jesus bis zu seiner Himmelfahrt aufgetragen hatte ; sie waren .zusammen mit den Frauen (Apg. 1,14) (wer könnten sie gewesen sein? die Ehefrauen der Apostel ?) und/oder die Jüngerinnen (Maria von Magdala, Johanna, Susanna und andere. („Sie alle begleiteten den Herrn von Galiläa her und „unterstützten Jesus und die Jünger mit dem, was sie besaßen“. (Siehe dazu Lk 8 2,) und mit Maria, der Mutter Jesu und seine (anverwandten) Brüder. Zusammengefasst etwa 120 Personen (Apg 1,15 b)

Im Hinblick auf die heutige Problemlage der Frauenordination: bei der Wahl des Apostels Matthias waren alle wichtigen Frauen der jerusalemer Erst-Gemeinde anwesend. Sie waren offenbar auch mit den Wahlkriterien, die Petrus angab, einverstanden, und haben sicher auch Vorschläge eingebracht..

Wohlgemerkt: In A n w e s e n h e i t (!) vieler bekannter (!), freiwillig helfender Frauen der Gemeinde (!) bzw. in der Gemeinde, wurden die entsprechenden Kandidaten für die Wahl des zwölften Apostels vorbereitet, obwohl etliche Frauen in der Gemeinde (nach heutiger Redeweise) richtige Führungsqualitäten hatten (Maria, die Mutter des Herrn oder z.B. Maria von Magdala). Aber darum ging es damals gar nicht!
Der verantwortliche Sprecher des Apostelkreises, Petrus als „Wahlleiter“, gibt die Kriterien, (Zulassungs-Bestimmungen) für das Finden der geeigneten „Kandidaten“ an:

* „einer von den Männern (!), die die ganze Zeit mit uns (!) (dem Apostelkreis) zusammen waren“ (Apg 1,21 ff) (das heißt) als Jesus der Herr bei uns, (dem Zwölferkreis), ein und aus ging, angefangen von der Taufe (Jesu!) durch Johannes (damals hat es noch keine Jüngerinnen gegeben, außer (im übertragenen Sinn) Maria, die Mutter des Herrn, die aber nicht bei Johannes anlässlich der Taufe Jesu dabei war) bis zu dem Tag, an dem er (Jesus) von uns (dh. vom Apostelkreis) ging und (in den Himmel) aufgenommen wurde (also jemand, der während der 40 Tag irgendwie dabei war) – einer von ihnen muss nun mit uns, der reduzierten Anzahl an Mitgliedern (11) des Zwölferkreises, Zeuge der Auferstehung sein. Und sie stellten zwei Männer auf: Josef, mit dem Beinamen Barsabbas, genannt Justus und Matthias“ (siehe: Apg 1, 21-22).
Das wichtigste Kriterium bei der Kandidatenfindung war damals nicht: „jetzt auch einmal eine Frau!“, sondern die wichtigsten Auswahlkriterien sollten nach Petrus, dem Anführer der Apostel und mit deren Zustimmung, folgende sein:

* zu dieser Aufgabe kann nur einer befähigt sein, der Augenzeuge von den heilsgeschichtlichen Anfängen an ist: bis zur Auferstehung Jesu, genau genommen nach seiner Auferstehung, , als sich die Jünger (nicht nur die 11 Apostel) wieder im Saal versammelten. Wer von den Jüngern „tapfer war“, der wagte sich  am Ostersonntag Abend in den Saal zu k ommen..

* „Einer von den Männern, die die ganze Zeit mit uns (Apostel) zusammen waren, als Jesus (!), der Herr, bei uns(!), (dem Apostelkollegium mit Judas Iskarioth) ein und aus ging, angefangen von der Taufe durch Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns ging, und (in den Himmel) aufgenommen wurde – einer von diesen muss nun „mit uns elf Apostel“ als „zwölftes“ (ursprünglich männliches) Mitglied des von Jesus eingesetzten (geisterfüllten!) Kollegiums, des Zwölferkreises, Zeuge seiner Auferstehung (und!) Himmelfahrt) sein

* „Und sie stellten zwei Männer auf: …“.(Apg 1, 22-23) Diese müssen
a) mit den Zwölfen (inklusive Judas(!) bekannt sein, als er noch lebte)
b) sowie öffentlich zu ihrem Bekanntenkreis dazu gehören und
c) auch Jesus (!) muss sie (die Kandidaten) gekannt haben und
d) sie müssen auch Jesus gekannt haben, auch wenn sie bis jetzt noch nicht ganz (  (!) zum Apostelkollegium dazugehörten. Denn
e) ein „richtiger“ Kandidat muss auch Kenntnis davon haben, was Jesus mit den ursprünglichen Zwölfen gemacht hat: Bestellung zur Stellvertreterschaft („wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!) und Jesus, der Auferstandene, hat dabei durch Anhauchen inmitten des Apostelkollegiums im verschlossenen Abendmahlssaal sich selbst als der Auferstandene in das Apostelkollegium, den „Zwölferkreis“, „verströmt“ bzw. er nahm den Zwölferkreis (der damals de facto nur aus elf lebenden Mitgliedern bestand, ganz zu sich dazu. „Er machte SIE zu seinen Aposteln (Stellvertretern)“. „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“. ( vgl. Joh.15,16). Von den elfen war aber einer an jenem Ostersonntag Abend nicht dabei (er musste bei sich daheim noch „klären“, was alles geschehen ist, was er alles erlebt hat, der Apostel Thomas, und auch darüber, was Klarheit gibt, dass man sich nicht über die Auferstehung Jesu täusche).

Des Apostel Thomas’s theologische Konklusion dazu: an seinem verklärten (Auferstehungs-) Leib muss man auch die verklärten Wundmale (!) an seinen Händen und Füßen sehen und an seinem Leib nicht nur die Wunde der amtlichen Todeserklärung (Lanzenstich in das Herz des zum Tode Verurteilten) auch die Striemen der „40 minus 1 Geiselschläge“.

Petrus wusste, dass es in diesem (seinen) Kollegium, das in erster Linie aber das Stellvertreter-Kollegium Jesu ist, noch einen geisterfüllten, „leeren“ „Männer“-platz gab, der jetzt – nach dem Willen des Herrn – durch Wahl (Lose werfen) – aufgefüllt werden soll. Es war ein Männerplatz, der noch frei war und nur jemand, der die ganzen Zusammenhänge schon in etwa kannte, war dafür als Ersatzmann geeignet. Nebenbei: es wäre ganz sicher keine „Ehre“ für eine Frau gewesen, einen durch Glaubensabfall und Selbstmord freigewordenen Männerplatz einzunehmen, gleichsam wie eine „Lückenbüßerin“, weil kein Mann die Nachfolge des Judas Iskarioths antreten wollte.

Insofern musste auch Matthias eine gehörige Portion „Standfestigkeit im Glauben“ gehabt haben. „Apostel sein“ ist keine angenehme Ehrensache, denn ohne der vergangenen Zugehörigkeit des abgefallenen Judas zum Apostelkreis ist es nicht der echte, erste, ursprüngliche (!) „Rumpf“-Zwölferkreis, dem der Auferstandene am Ostersonntagabend erschienen ist und in dessen Mitte er die Apostel „anhauchte“, und sich so mit aller neutestamentlichen Heilswirklichkeit in ihn, den Zwölferkreis“ unwiderruflich „verströmte.“
So wie Jesus nur mit den verklärten Wundmalen der wirklich gelitten habende und nach seinem wahren Tod am Kreuz der Auferstandene ist, so ist nur der Zwölferkreis, von dem Judas Iskarioth abgefallen ist, der Zwölferkreis, in dessen Mitte der Auferstanden am Ostersonntag-Abend erschienen und sich durch die Hauchung seines Geistes in ihn verströmt hat, das wahrhaft geisterfüllte Apostelkollegium, über das die Stiftung der apostolischen Kirche in die Zukunft weitergeht.

Wir Nachfahren verdanken dem Ersatzmann Matthias viel! Er kann uns darin bestärken, dass wir in dem – trotz seines geschichtlich gewordenen und durch diverse Kirchenspaltungen des öfteren abgeschwächten Erscheinungsbilde der „Una, Sancta, Catholica et Apostolica“ – die aber von Jesu Geist-Hauchung erfüllten, defekten Zwölferkreis herstammt,  den Anfang jener Kirche erkennen können,                                                         .

*  die die wahre apostolische Lehre über den Messias, Jesus von Nazareth, den vom himmlischen Vater dem Patriarchen Abram verheißenen Christus, und Sohn der Jungfrau Maria  vertritt;-

*  die das  unverminderte geisterfüllte Dienstamt  mit dem Petrusamt an der Spitze bewahrt hat. Sie ist auch

*  die von Jesus den geistmächtigen Auftrag bekam: „Tut dies zu meinem Gedächtnis! “(Lk. 22,19 parr.).Deswegen

*  haben die Verantwortlichen auch die vollmächtige Aufgabe, die durch einen göttlichen Ruf zum Apostelkollegium Berufenen zu prüfen, ob sie zur „apostolischen Konzelebration“ der heiligen Gegenwart des Erlösungsopfers Jesu für das Heil der ganzen Welt und zur „pastoralen Konzelebration“ der Hinführung „Vieler“ zur heilsstiftenden Glaubensbekehrung – auf den Ruf Jesu hin – zuzulassen sind.
                                                                                                                                                       

Wo besteht heute der „geisterfüllte Zwölferkreis“ weiter?: Im Weltepiskopat der römisch-katholischen Papst-Kirche (LG n.22), sowie in den rechtmäßigen Bischöfen,  Priestern mit ihren Diakonen der orthodoxen Patriarchate. Dort ist der ganze gekreuzigte und auferstandene Erlöser als seine Kirche und in seiner Kirche gegenwärtig.

Und die „Gegenprobe“: Dort, wo in echter apostolischer Sukzession und Kircheneinheit alle „mit und unter Petrus“ beisammen sind, und so die „Kirche Jesu“ gegenwärtig ist, dort ist auch Jesus selbst gegenwärtig („mystischer“, geheimnisvoller Leib Christi) mit Haupt und Gliedern und mit seinem geöffneten Herzen und allen Jüngern Jesu als (Mit-)Glieder dieses Leibes.(„christus totus“).

Apostel-Nachwahl: einfach aus freiem Ermessen der Apostel ? ohne Rückkopplung mit der Gutheißung des auferstandene Jesus ?

Man kann nicht sagen, dass Petrus und die anderen Mitglieder des Apostel-kollegiums (Zwölferkreises) diesen Vorgang der Wahl des zwölften Apostels auf gut Glück hin und aus eigenem Gutdünken heraus unternommen haben. „Nachwahl“ gleichsam als ein rein menschlicher Versuch, ob es so recht ist, wie sie es empfinden und dass sie dabei ohne weiteres vielleicht etwas möglicherweise „vergessen haben könnten“, was man dann – später einmal – aber „locker“ ergänzen könnte, zum Beispiel die Frauen?

Mit einem solchen Gedankengang möchten die heute „Fortschrittlichen“, jene, die zu allen Zeiten der Kirchengeschichte Erneuerungswilligen, gerne argumentieren – nämlich, dass es damals nur um eine rein menschliche Entscheidung oder um einen „Beschluss“ zur Nachwahl gemäß zeitgeistlichen Geschmackes ging, schlicht und einfach nach dem damals üblichen patriarchalischen Vorverständnis, das man jedoch nach heutigem, zivilrechtlichem Kultur- und Erkenntnisstande leicht abändern oder ersetzen könne oder „müsse“!

Sehr aufschlussreich ist  diesbezüglich der 1. Clemensbrief (ca. um 100), in dem der Bischof von Rom, der fünfte (?) Nachfolger des Apostel Petrus, Clemens, sich verantwortlich fühlt,  einen internen Streit der Kirche von Korinth schlichtet, weil junge Presbyter ältere Gemeindeleiter verdrängten und hinausekelten. Das entspricht nicht der „taxis“, der (gottgewollten) Ordnung in der Kirche und nicht dem „pneuma“, dem „Geist“ (des Presbyterium) in der Kirche. Schon die Apostel prüften die Kandidaten vor der Weihe, ob sie den „Geist“ ( (tou presbyteriou) haben) (1. Clem , 42).

Eine solche Sichtweise (fortschrittlicher Plausibilität) zieht für die Kircheneinheit (!) viele nachteilige Konsequenzen nach sich.

Welch‘ negative Konsequenzen für die Kircheneinheit eine solche Sichtweise nach sich zieht, das zeigen alle Bemühungen in der heutigen anglikanischen Kirche. Nur mit äußerster Anstrengung und mit viel Verhandlungsgeschick und Diplomatie kann man in einer apostolisch sein wollenden (!) Kirche eine offene Kirchenspaltung nur mit vielerlei Kompromissen vermeiden, wenn man eine Bischofsweihe für Frauen einführen will. Bei diesem „Taktieren“ geht aber viel gewachsene Glaubenssicherheit im Gottesvolk verloren.

Offenbar ist die apostolische Ordnung der Kircheneinheit (successio apostolica) doch mehr als nur ein nüchternes menschliches Harmonisierungs-Instrument, mehr als eine rein menschliche und von den jeweiligen zeitgeistigen Plausibilitäts-Impulsen abhängige „kirchen-diplomatische“ Gegebenheit.                                                                     Es scheint vielmehr eine echt ekklesiale Wirklichkeit zu sein, die nicht so leicht abgeändert werden darf und kann. Sie geht „scheinbar doch letztlich“ auf den gott-menschlichen Gründungswillen Jesu Christi, i.e. auf Jesus, den Messias, den von Gott Vater dem Patriarchen Abraham versprochenen Heilsbringer für alle (Heiden-) Völker zurück.

Diese „Vorgegebenheit“ ist eine heilsgeschichtlich -messianische Gabe – vom himmlischen Vater dem gottgehorsamen Patriarchen Abraham für seinen Glaubensgehorsam – als Belohnung – geschenkte Verheißung, die letztlich dem ganzen erlösungsbedürftigen Menschengeschlecht zu Gute kommen soll.

Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er (der eine Herr Jesus Christus, an den wir glauben) vom Himmel gekommen“ (Großes Credo)                                    

Diese für die Stiftung Jesu „konstitutive“ Vorgabe kann ebenso wenig rückgängig gemacht oder (in wesentlichen Punkten) abgeändert werden, wie alle anderen heilsgeschichtlichen, (für das menschliche Heil „hilfreichen“) Verfügungen, mit denen  der  dreifaltig-liebende eine Gott sein sündig gewordenes Menschengeschlecht aus dem Unheilszusammenhang der (Erb-) Sünde erlösen will,, wie zum Beispiel:

*    die tatsächliche (fast unglaubliche) heilsbringende Geburt des menschgewordenen Gottessohnes aus Maria, der Jungfrau; in Bethleherm, oder wie seine

*    freiwillig geschenkte, stellvertretende Opferhingabe bis zum Tod am Kreuz, die Jesus als eine sühnende und heilsstiftende Zusage dem ganzen unglücklich und vor Gott „ungerecht“ gewordenen Menschengeschlecht in unwiderrufbarer Liebe zugewidmet hat, und zwar zur Ehre des Vaters im HeiligenGeist und zur Beschämung des Widersachers Gottesund zur Seligkeit des Menschen (siehe 2. Vat. Konzil: LG n.17; GS 22;AG 3;9,) Oder wie

*   seine Auferstehung aus dem Grab und sein Erscheinen „inmitten des. Apostelkollegiums“,in das er sich mit der „Hauchung des Heiligen Pneumas“ “geistmächtig ganz „verströmt“ hat, so dass auch nach 2.000 Jahren die – in rechtmäßiger Nachfolge befindlichen – Mitglieder dieses geisterfüllten (Apostel-) Kolllegiiums noch immer das Heilsopfer Christi, den wahrhaft gekreuzigten  und auferstandenen Jesus in dem geistmächtig gewandelten Brot und Wein gegenwärtig setzen können: „Tut dies (die Feier der Gegenwärtigsetzung meiner Opferhingabe für euch) zu meinem Gedächtnis“ „Nehmt und esst / trinkt  alle davon, das ist mein Leib/mein Blut, das bin ich     selbst!     selbst!“

Jesus hat sich selbst am Kreuz unwiderruflich, „ein für alle Male“ (gr.: ep´hapax) hingegeben (Hebr 9,28) ,

So können und dürfen die Apostel und ihre gültig in den kollegialen „Apostel-Zusammenhang“ (successio apostolica) aufgenommenen Nachfolger (vergleiche die Bedeutung der Nach-Wahl des Apostels Matthias) heute den realen und unblutig- lebendigen, geopferten und auferstandenen Leib und das Blut Christi gegenwärtig setzen in den – als (liturgische) Opfergaben dargebrachten und auf den Altar „gesetzten“ und dadurch „ausgesonderten“ (lat. secreta) – Brot und Wein; und sie dann den – die Eucharistiefeier gläubig mitopfernden – Jüngern austeilen: „Nehmt und esst davon „ihr ‚Vielen“, (die vorbereiteten Jünger): „ Das bin ich selbst!)“

4. E x k u r s

Diesen geisterfüllten, heilsgeschichtlichen Zusammenhang (des geheimnisvol-len  Leibes Christi) konnte auch eine 250jährige, staatskirchliche Episode in der Kirche, der „Braut Christi“, in unserer Heimat Österreich nicht rückgängig machen,

Solange die Bischöfe und ihre Priestergemeinschaften in „staatlicher Beauftragung (Administration)“ das weiterführen, „was und wie es die katholische Kirche tut („sicut facit ecclesia catholica“), dann bleibt das erhalten, was Kirche ist. Man beachte die nicht unbedeutende Auswirkung einer – äußerlich vielleicht dürr (!) wirkenden – „Rubrikentreue“ als ein hilfreiches Mittel, um in der Durststrecke eines staatskirchlich verzweckten Kirchenlebens für die „objektive Gültigkeit“ des Sakramentenvollzuges in der Liturgie zu sorgen!

Auch, wenn man den belebenden Zusammenhang zwischen liturgischem Tun und der – „die Kirche als Leib Christi aufbauende“ -Feier der (bzw. aller) Sakramente Christi nicht kennt, bleibt dennoch „Kirche“, die Stiftung Jesu, erhalten, aber eingezwängt in das beengende „Prokrustes-Bett“ imperialer und später (partei-) politischer Bevormundung.

Erst die ernüchternde Erkenntnis,

dass man im gesellschafts-politischen Alltag von heute auch mit einer  angepassten Kirche „keinen Staat mehr machen“ kann , sprich, keine Mehrheiten mehr festigen kann, haben die „Wortführer“ dieser (kleinen österreichischen) Welt“ (vgl. 1Kor 1,20) das „Interesse“ verloren an der – von ihnen – als „veraltert“ erklärten und paradoxerweise gerade durch diese Gruppe am Heranreifen an den „Zeichen der Zeit“ gehinderten – katholischen Kirche, die man ehemals ins Bündnis genommen hat. (vgl. Joh 6,15: „sie kamen und wollten Ihn in ihre Gewalt nehmen (!), um ihn zum König zu machen). Ja, am liebsten verleugnet man es jetzt, dass man einstmals das gesellschaftliche Ansehen der Kirche ganz gut für die Verhinderung von Gesellschaftskritik an der imperialen (sozial- und Gesellschafts-) Politik und später an den eigenen (partei-) politischen Zielen bei Wahlwerbungen verzweckt hat.

Umgekehrt, dass die Verantwortlichen der katholische Kirche – ohne den geschichtlich gewachsenen politischen Schutz eines katholischen Kaiserhauses (durch ca. 700 Jahre) anlässlich dessen Abschaffung 1918 meinten, sich nun nach einem anderen Bündnispartner umschauen zu müssen („Bündnis von Thron und Altar“), weil man es nicht gewohnt war, „auf eigenen Füßen zu stehen“, das hat auch (unbedachte) Konsequenzen mit sich gebracht.

Und wie zu jeder Zeit, haben „Karriere-Ritter“ (geistlichen und weltlichen Standes aber auch treue Staatsdiener weltlichen und geistlichen Standes) sich von den vorgegebenen staatlichen Bedingungen leiten lassen. Die katholische Kirche in Österreich war unter dem jahrhunderte langen Schutz eines katholischen Herrscherhauses (politisches Kürzel „Bündnis von Thron und Altar“) nicht in der Lage, gesellschaftskritisch wirksam zu sein, weil sich das „nicht gehörte“, das „katholische Kaiserhaus“ in seiner Regierungsweise durch eine „unloyale Haltung“ zu korrigieren, zu kritisieren, oder andere Perspektiven (z.B. christlich-soziale) – als die faktisch gegebenen – aufzuzeigen.

In gleicher Weise hatte das Apostelwort: „Ihr seid aufgebaut auf dem Fundament der Apostel und Propheten… und der eigentliche Schluss-Stein ist der Messias Jesus“ (Eph 2,20) damals noch nicht jene Bedeutung für die verantwortlichen Hirten der Kirche, wie wir es heute offenbar immer besser erkennen (vgl. 2. Vatikan. Konzil: Kirchenkonstitution „Lumen Gentium“ (Christus, das Licht der Völker) . Und so verwandelt sich in all den Umbrüchen die Braut Christi, die Kirche, die in den christlichen Anfängen noch

die Säule und Grundfeste der Wahrheit“ (1 Tim 3,15) genannt werden konnte,

in der heutigen Zeit des „Terrorismus der Beliebigkeiten“ in „psychotherapeutische, individuelle Lebenshilfe ohne göttliche (!) Heilszusage für die Abgründe der erlösungsbedürftigen ganzen Welt!

Kirchlich-christliche Lebenshilfe ohne Heilsansage für die ganze erlösungs- bedürftige Welt

Viele Seelsorger dieser – durch die Jahrhunderte zum gesellschaftlichen „Inventar“ in Österreich gewordenen -Kirche („pietas Austriaca“) kennen heutzutage– durch zumindest eine 250jährige staatskirchliche Kontinuität in unserem Land – ihre apostolische „Autorität“ mit der Würde zur öffentlichen Heilsansage für die ganze heutige und kommende Welt zu wenig, ja sie lehnen sie aus „psychologisch – systemischen Gründen“ direkt ab. Denn viele heutige „Seelsorger“ verstehen sich eher als „mit-christliche“ Glaubens- Therapeuten, denn als „apostolische“ Hirten. Sozusagen aus „berufsethischem“ Vorverständnis heraus wollen diese „evangelisierenden Einzelseelsorger“ der therapeutischen Gesprächsführung alles Autoritative in ihrem „sebstvertänd“lichen Verhalten vermeiden, damit sie in ihrem „counceling“ nicht „direktiv“ und „pushing“ wirken.

Im Bereich des geisterfüllten apostolischen Verkündigungs- (1) und Leitungsamtes (2) ist – im Vorverständnis der rezenten Geschichte des Kirche in unseren Breiten – stillschweigend jedoch die dritte Dimension der in der Pastoraltheologie organisch zusammengehörigen drei  Grundfunktionen der Kirche ausgefallen.

Das 2. Vatikanische Konzil lehrt in der Kirchenkonstitution „Lumen gentium“ in n.21 schlicht und einfach:

„Die Bischofsweihe überträgt mit dem Amt der Heiligung auch die Ämter der Lehre und der Leitung, die jedoch ihrer Natur nach nur in der hierarchischen Gemeinschaft mit Haupt und Gliedern des (Anm: Weltbischofs-) Kollegiums ausgeübt werden können…“ „Den Bischöfen wird auf Grund der Überlieferung sowohl des Ostens wie des Westens durch die Handauflegung und die Worte der Weihe die Gnade des Geistes und das heilige (Anm: unwiderrufliche) Prägemal so verliehen, dass die Bischöfe in hervorragender und sichtbarer Weise die Aufgabe Christi selbst, des Lehrers, Hirten und (!) Priesters, innehaben und in seiner Person handeln“

Diese Seite der (geisterfüllten) katholischen Kirche, das apostolisch-„priesterliche“ Heiligungsamt , lässt sich aber in der Vorgabe der letzten zweihundert-fünfzigjährigen Kontinuität des praktischen Glaubenslebens des österreichischen (Verwaltungs-) Kirchentumes (in „josephinisch“-aufklärerischer Form ) nicht direkt begründen.
Es bedarf zu dessen Verwirklichung eine gemeinschaftliche Neu-Evangelisierung. Die apostolische Kirche in unserer Heimat ist „de facto“ „abgerutscht“ zur psychotherapeutischen, individuellen Lebenshilfe, bzw. zum volkstümlichen Kulturgut und Brauchtum, auf das jeder österreichische Bürger ein „Anrecht“ hat.

Anteil vermitteln am Leben und Heil des Auferstandenen

Das priesterliche Heiligungsamt des Bischofs und seiner Priester geschieht dadurch, dass der Bischof und die zu ihm gehörigen Priester durch die Verkündigung des heilsstiftenden Glaubens, den Jesus als der gott-menschliche .Heilsbringer für alle Menschen in die Welt gebracht hat (Messias) und durch die Spendung der christlichen Grundsakramente der Taufe, Firmung und Eucharistie.

Durch diese Grundsakramente bekommen die Jünger Christi der jeweils neuen Generation die Ersteinführung in das unwiderrufliche Heil besiegelt. Seit alters her wurden diese drei Sakramente „Initiations-Sakramente“ genannt. Heute kennt man im Volk und leider auch in den pastoralen Fachbüchern häufig diesen Ausdruck nicht mehr. Sie heißen heute – soziologie-psychologisch verkürzt die „Sakramente an den Lebeneswenden.“

Diesbezüglich ist in unserer Heimat bei der Glaubensvertiefung durch die heutigen Generation der nachkonziliaren Bischöfe und Priester ein großes gemeinschaftliches Umdenken fällig (griech.: metánoia), Glaubensumkehr. Die sakramentale Vermittlung der unwiderruflichen Initiation muss erst glaubensmäßig in die säkularisierte Vorgabe des Kirchenlebens unserer heutigen Heimat hinein- „gelebt“, hinein- ge-„glaubt“ und „ liebevoll und  leidend bezeugt“ werden.

Bezüglich der Bereitschaft, sich zusätzlich zum Verkündigungs- und zum Leitungsamt, dem (rein psychologisch-therapeutisch nicht (!) begründbaren) Heiligungsdienst zu öffnen, um durch die Sakramentenspendung der apostolischen Kirche (!) (als des sogenannten „Ursakramentes“) die Anteilhabe an den Früchten des Erlösungswerkes Jesu Christi weiter zu geben, und zwar aus einem vorbehaltlosen, heilsgeschichtlichen Glauben der – nach dem Stiftungswillen Jesu – auf Petrus gegründeten Kirche, das ist eine übernatürliche Glaubenswirklichkeit, die es gemeinschaftlich zu glauben gilt.

5. EXKURS: Ein kulturgeschichtlichs Detail aus der Frühzeit des kirchlichen Lebens

Genauso, wie sich die ersten Generationen der Jünger des Herrn der „Neuheit“ des christlichen Lebens verpflichtet wussten, aber wohl wissend, dass diese „Neuheit des Christentumes“ ihre Wurzeln nicht aus der damals zeitgenössischen spätrömisch-hellenistischen Dekadenz speisen konnte, sondern aus einer neuen Art von Lebensweise, die man später als die bei der Taufe eingegossenen (göttlichen) Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe bezeichnen konnte.

Bestärkt wurde diese Lebensweise durch die neuen (rein christlichen) Tugenden der standesgemäßen Schlichtheit des Lebens „als Fremdlinge und Pilger in dieser Welt leben“ („Armut“), der (standesgemäßen) Keuschheit (im Brautstand, im Ehestand und im Witwenstand; und der dienstbereiten Demut, alles Lebenshaltungen, die man in Jesus begründet sah und die man im „Pilgerstand des christlichen Lebens zum himmlischen Jerusalem“ gelebt hat. Hintergrund ist die Offenbarung der künftigen Auferstehung, die Jesus nach seiner schmachvollen Kreuzigung den Jüngern als Unterpfand der eigenen Auferstehung zurückgelassen hat.

Ein typisch zeitgenössisches Wortspiel im hellenistischen Antiochien, einer heidnischen Universitätsstadt in Syrien kann diese Entwicklung verdeutlichen. Es geht um das Wort „chreestianoi“.

In der Apostelgeschichte wird erzählt, dass man in Antiochien die Jünger des Herrn das erste Mal die „christianoi!“ nannte. (Apg 11,26), die „Christus-Leute“. Nun gibt es in der griechischen Sprache ein Eigenschaftswort, „chreestós“,das mit  ‚nützlich‘ , ‚redlich‘ übersetzt werden kann.

In der damaligen vornehmen heidnischen(!) Gesellschaft war man darauf bedacht, dass man redliches Dienstpersonal hat. Darum hat man gerne christliches Dienstpersonal angestellt. Denn von ihnen konnte man annehmen, dass sie redlich sind. Die christianoi sind chreestoi. Und so kam es dazu, dass man gutes (meist christliches)  Dienstpersonal, das zugleich  „chreestoi war,  die „chreestianoi“ nannte Eine schlichte Episode aus jener Zeit, die die Wertschätzung des damaligen (gelebten) christlichen Glaubens zeigt. Diese „Wortmischung “ ist ein unverdächtiges Sittenzeugnis von der „Nützlichkeit“ eines (Dienst-)Personals christlicher Prägung. In der Wertschätzung der vornehmen,heidnischen Gesellschaft hat man diese schlichte,„brauchbare“ Lebenshaltung vom Lebensvollzug der „chreestianoi“ ablesen können.

6. EXKURS: Der „letzte Schrei“ der Neuheit des „Life-styles“: Gender – Mainstreaming!

Der aktuelle atheistische „Gender-Mainstream“ meint durch sein egalitäres „Glasperlenspiel“ mit den Geschlechter- (Gender-) Rollen von Mann und Frau, es müssten ohne weiteres und unbedingt Frauen zum Apostelkollegium dazu genommen werden, denn es steht ja so wie so bei diesem Thema – nach der Meinung vieler vom christlichen Glauben Distanzierter oder gar Abgefallener – nur Menschenmeinung (der„ahnungslosen“ Apostel von damals) gegen Menschenmeinung (aufgeklärt-atheistischer „Genderismus“ von heute) und dann soll „halt einfach“ das geschehen, was die Mehrheit meint oder was man als Mehrheit haben will und in verborgener Gesetzgebung stillschweigend schon durchgesetzt hat.

Die Anteil-Gabe, „die Hauchung“ des Heiligen Geistes durch den Heilsbringer für jeden Menschen, Jesus Christus, damals an jenem Ostersonntag -Abend im Abendmahlssaal, ist aber keine periphere, nach menschlicher Willkür vollziehbare Angelegenheit, sondern es geht hier alles auf Gottes Willen und unwiderrufliche Entscheidung seiner ewigen Weisheit zurück!

Diese Geisthauchung kommt aus dem (durchbohrten Erlöser-) Herzen des (gekreuzigten und auferstandenen) menschgewordenen Sohnes Gottes her, der die „zweite göttliche Person“ im Glaubensgeheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit ist (vgl. KKK 202). Jesus Christus ist „der, der da kommen soll, der Messias, „der, der ‚mit Gott‘ Gesalbte“, der, „mit dem sich einmal alle Völker segnen werden“. (siehe: Verheißung Gottes an Abram, den Stammvater des berufenen Gottesvolkes Gen 11, 31 – 12, 3) (vgl. auch die Frage des eingekerkerten Täufers Johannes an Jesus (in Lk 7, 18. parr.)

Wenn aber der menschgewordene Gottessohn in seiner Herrlichkeit als der Auferstandene etwas verfügt hat, dann kann man das nicht aus irgend einem menschlich plausiblen Grund später abändern! Was Gott vollzieht, das tut er unwiderruflich. „Für uns Menschen und zu unserem Heil“ ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von Maria, der Jungfrau, und ist (Anm.: männlicher) Mensch geworden“ (siehe: „das Credo der Konzilien von Nizäa (325) und von Konstantinop((el 381“, im neuen Gotteslob Nr. 586/1 Großes Glaubensbekenntnis oder Mess-Credo)..

Die Philosophin Hanna Gerl– Falkowitz, Ehren-Mitglied des Professorenkollegiums der katholischen Universität „Benedikt XVI“ in Heiligenkreuz drückt es auf ihre Weise präzise aus: „Jesus Christus“, der Heilsbringer für alle Menschen, „hat das Mann-Sein und Frau-Sein“ im heilsgeschichtlichen Zusammenhang der Erlösung „anders ‚positioniert‘ “ als es eine innerweltliche – ihr Menschsein im Selbst- Konsum sich aufbrauchende – Modernität in der heutigen Zeit festsetzen will.

„Genderismus“, ein egalitäres „Glasperlenspiel“ mit den Geschlechter-(Gender-) Rollen ist eine mit dem christlichen Menschenbild n i c h t  in Übereinstimmung zu bringende verkürzte modisch-atheistische Pseudo-Anthropologie, die sich mit dem Aufgebot aller zeitgenössischen „Geisterei“ dagegen wehrt, dass Gott „den Menschen als „männlich“ und „weiblich“ (siehe Litteral-Übersetzung des hebräischen Urtextes) geschaffen“ hat und „dass er sah, dass es gut so war“.Dabei wird  beim „Genderismus“ mit viel „philosophischen „Papier- Maschee“ gearbeitet, (jenem Material, mit dem für Film und Fernsehen vorübergehend(!) und kostengünstig Scheinwelten auf- und auch schnell wieder abgebaut werden können)

Insoferne ist die Lehre der katholischen (und orthdoxen Schwester-) Kirchen über ihr apostolisches, geisterfülltes Verständnis des Amtspriestertumes, das lehrmäßig festhält, dass die Teilhabe am apostolischen, geisterfüllten Stellvertreter-Dienst ausschließlich Männern vorbehalten ist, auch ein Schutz des christlichen Menschen- und Ehe -Verständnisses. „als männlichen und  fraulichen  Menschen  hat ER sie (Anm.: e dialogisch strukturiert) erschaffen.“

Im MENSCH-gewordenen GOTTES-Sohn (erster trinitarischer „Hervorgang“)I werden sich alle Völker mit der Verteidigung der Basiswerte des von Gott geschaffenen, menschlichen Lebens selig preisen . Sollten sie ihr eigenes Menschsein aber einmal schuldhaft „verdreht“ und missbraucht haben und unglücklich geworden sein, so werden sie durch die Selbsthingabe Jesu und „sein Blut, das er zur Vergebung der Sünden“ für uns vergossen hat“ (vgl. Katholische Messfeier: die von einem gültig geweihten Priester „an der Stelle Jesu“ geistmächtig- stellvertretend über den Wein zu sprechenden Jesus- Worte) zu seiner ewigen Barmherzigkeit nochmals ganz hingeführt und für den Himmel hergerichtet“!

Die Zeitgeister wollen meist „Instant-Lösungen“ für die tiefen Menschheits – Probleme denn, „es muss doch einfach möglich sein, Frauen in das kollegiale, geisterfüllte Dienstamt der Apostel „hinein zu debattieren!“

Aber, seit die zweite göttliche Person in Jesus Christus aus der Jungfrau Maria Mensch geworden ist, und zwar in der Form des Mann-Seins (und nicht des Frau- Seins), kann überhaupt erst jedweder irdische Mensch (ob Mann, ob Frau, ob Kind) ganz bei Gott im Himmel sein und in Seinem Auftrag und Sendung auf Erden als Mensch etwas Göttliches tun und ewig immer glücklicher werden.

Vor der Menschwerdung des Gottessohnes war die unverhüllte, ewige Nähe des Menschen bei Gott für den Menschen k e i n  Lebensplatz. Im Alten (noch immer gültigen) Bund hat es die Redewendung gegeben „Gott sehen – und sterben (müssen) !“. Der Mensch kann die Lichtherrlichkeit Gottes nicht aushalten, er „verbrennt“ gleichsam – bildlich gesprochen – in ihr.

Erst nach der Verkündigung der Menschwerdung Gottes an die Jungfrau Maria und ihr „Fiat“ (Ja) dazu: „ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach Deinem Wort“ (Lk 1, 38) und erst nach dem Triumphzug des gekreuzigten und auferstandenen Herrn Jesus Christus durch das „Reich des Todes“ (siehe großes Glaubensbekenntnis (GL neu, Nr. 586,1) und seine endgültige Auffahrt in den Himmel, in seine dreifaltige Herrlichkeit, gehört zum dreifaltigen Gottesgeheimnis, zum Allerbarmer, eine verklärte Menschen-Natur (Jesu, des Messias, also eine „männliche“ Menschennatur) zu seiner göttlichen,heilsökonomischen Wirklichkeit dazu

Diese heilsgeschichtliche Gegebenheit, nämlich dass eine (männliche) Menschennatur zum Gottesgeheimnis dazugehört, ist seit der Menschwerdung des Gottessohnes und spätestens nach der Himmelfahrt des Herrn nicht mehr rückgängig zu machen. Und somit ist die apostolische , geisterfüllte Stellvertreter – Aufgabe (Apostelkollegium), mit der sich der Messias unwiderruflich eins gemacht hat, und die er andererseits ganz zu sich dazu genommen hat, nur mit einem männlichen Menschen hinsichtlich des apostolischen Dienstamtes kompatibel. Eine Frau kann weder Jesus, den Bräutigam seiner Kirche, noch das männliche, geist-erfüllte Dienstamt mit ihrer fraulichen Natur im Apostelkollegium heilsgeschichtlich repräsentieren.

Aber das heißt noch lange nicht, dass sie gerade mit Ihrem Frausein nicht wertvollste und auch geistliche(!) Anregungen und Sichtweisen für die apostolische Gemeinschaft der Kirche beitragen könnte! Die „Himmelfahrt Christi“ macht das vorhin Gesagte definitiv möglich und die Aufnahme von Frauen in das Apostelamt unmöglich.

Diese Aussage ist aber kein Ausdruck männlicher Arroganz,

sondern für Frauen eine konkrete Echtheitsprobe ihrer Annahme des heilsstiftenden Glaubens an Jesus, den menschgewordenen Gottessohn. Erst durch „diesen“ Zugang („durch“den ‚männlichen‘ Messias) und („durch“die männlichen Stellvertreter im Dienste des Messias) haben die Frauen Zugang zu allen anderen Heilsgaben und Charismen des Geistes des Herrn, die Er ihnen für seine Kirche schenkt und zwar gerade durch ihr Frau-sein (vgl. Maria, die Mutter des Herrn) aber auch für (!) ihr Frausein und mit ihrem Frausein.

In ähnlicher Weise ist das Versprechen der „freiwilligen Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen“ für einen Mann eine der Echtheitsproben für die fruchtbare Annahme seiner göttlichen Berufung zum apostolischen Dienstamt, ermöglicht durch den heilstiftenden Glauben der katholischen Kirche, in der Jesus Christus für die ganze Welt bleibend gegenwärtig ist, auch mit der Lehre, dass „die Kirche keine Vollmacht hat, Frauen zu Priestern zu weihen“ (sie in die Nachfolge des Apostelkollegiums, das heißt, sie in das heutige Weltbischof-kollegium aufzunehmen (vergleiche zum Abschluss. LG n.22:

„Die (heutige) Ordnung der Bischöfe (aber), die dem Kollegium der Apostel im Lehr- und Hirtenamt nachfolgt, ja in welcher (Anm: dieses Wort „welcher“ bezieht sich auf „die Ordnung der Bischöfe“) die Körperschaft der Apostel immerfort weiter besteht, ist gemeinsam mit ihrem Haupt, dem Bischof von Rom, und niemals ohne dieses Haupt, gleichfalls Träger der höchsten und vollen Gewalt über die ganze Kirche.“ (Anm 63: vgl. die amtliche Relation von Zinelli in Conc. Vat. 1: Mansi 52, 1109 C.).“

Heiliger Apostel M a t t h i a s, bitte für uns und für alle gläubigen Frauen!

Zusammenstellung von markanten Zitaten aus der Dogmatischen Konstitution über die Kirche „LUMEN GENTIUM

über die Stellung des Diözesanbischöfe im Verhältnis zum Papst: LG n. 27       

 

„Ihnen (den Bischöfen) ist das Hirtenamt, das heißt die beständige tägliche Sorge für ihre Schafe, im vollen Umfang anvertraut. Sie sind nicht als Stellvertreter der Bischöfe von Rom zu verstehen, denn sie haben eine ihnen eigene Gewalt inne und heißen in voller Wahrheit Vorsteher es Volkes, das sie leiten. (Anm. 95).

Folglich wird ihre Gewalt von der obersten und allgemeinen Gewalt nicht ausge – schaltet, sondern im Gegenteil bestätigt, gestärkt und in Schutz genommen     .(A. 96)

Dabei bewahrt der Heilige Geist die von Christus dem Herrn in seiner Kirche  gesetzte  Form der Leitung ohne Minderung.

Hierarchische Struktur des kirchlichern Amtes: LG n 28

Christus, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat (Joh 10, 36), hat durch seine Apostel deren Nachfolger, die Bischöfe, seiner eigenen Weihe und Sendung  teilhaftig gemacht. Diese wiederum haben die Aufgabe ihres Dienstamtes in mehr-facher Abstufung verschiedenen Trägern in der Kirche rechtmäßig weitergegeben

(Anm. 98) vgl. Ignatius v. A.; Ad Ephes. 6, 1 .

So wird das aus göttlicher Einsetzung  kommende kirchliche Dienstamt in verschiedenen Ordnungen ausgeübt, von Jenen, die schon  seit alters Bischöfe, Priester, Diakone heißen

Die Priester  haben zwar nicht die höchste Stufe der priesterlichen Weihe und hängen  in der Ausübung ihrer (Anm.: geistlichen) Gewalt von den Bischöfen ab; dennoch sind sie mit ihnen  kraft des Weihesakramentes  nach dem Bilde Christi, des höchsten  und ewigen Priesters (Hebr. 5,1-10; 7,24; 9,11-28) zur Verkündigung der Frohbotschaft, zum Hirtenamt an den Gläubigen und  zur Feier des Gottes-dienstes geweiht und so wirkliche Priester des Neuen Bundes…..

Als sorgsame Mitarbeiter, als Hilfe und Organ der Ordnung der Bischöfe  bilden die Priester , die zum Dienst am Volke Gottes  gerufen sind, in Einheit mit ihrem Bischof ein einziges Presbyterium, das freilich mit unterschiedlichen Aufgaben betraut ist. In den einzelnen örtlichen Gemeinden  der Gläubigern machen sie den Bischof, mit dem sie in vertrauensvoller und großzügiger Gesinnung verbunden sind, gewissermaßen gegenwärtig; sie übernehmen  zu ihrem Teil seine  Amtsaufgaben. und seine Sorge und stellen sich  täglich in ihren Dienst…..sie sollen umso mehr in vereinter Sorge und Arbeit unter Leitung der Bischöfe und des Papstes jede Art von Spaltung beseitigen , damit die ganze Menschheit der Einheit der Familie Gottes zugeführt werde (Anm.:n kann).. .

Weihe und Aufgabe der Diakone:  LG n. 29:

In der Hierarchie eine Stufe tiefer stehen die Diakone , welche die Handauflegung      (Anm.: des  Bischofs) „nicht zum Priestertum sondern zur Dienstleistung empfangen. Mit sakramentaler Gnade gestärkt (Anm: spiritus presbyterii), dienen sie dem Volke Gottes“

siehe Anm 110.: Constitutiones Eccl. Aegyptiacae III,2 Didascalia II,103 Statuta. Eccl. Ant. 37-41;
Dekret..über Dienst und Leben der Priester: Presbyterorum Ordinis                         

 

Kapitel I      Das Priestertum und die Sendung der Kirche: nn.. 2-3

Kapttel II    Abschn. 1: Die priesterlichen Ämter nn. 4 – 6                                                        

         Abschn. 2: Die Beziehung der Priester zu anderen nn. 7-8 ( habitudo ad alios)

n.7 (letzter Satz): Kein Priester kann abgesondert und als einzelner seine Sendung hinreichend  erfüllen, sondern nur in Zusammenarbeit mit anderen Priestern, unter Führung derer, die die Kirche leiten..

 

 

(1)„ er trat bei verschlossenen Türen „in ihre Mitte,….Friedensgruß…zeigte ihnen seine Hände (Anm.: mit den Wunden) ….und seine Seite. (Anm.: mit ihrer (Seiten-) Wunde). Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen…. hauchte sie an und sprach: „Empfanget den Heiligen Geist. Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch (als meine – mich stellvertretenden – Gesandten).“ (Joh 20,19 ff. Es ist auffallend, dass der in einer ganz anderen Weise denkende und schreibende Apostel und Evangelist Johannes diesen konkreten Beitrag zur Ämterfrage bieten kann!)

(2) (vgl. Dtn 21, 22-23 „ein am Pfahl (des Kreuzes) Erhängter, den man dann tot am Pfahl hängen lässt, ist ein Gottverfluchter“)!

(3) vgl. Mk 16,19: „Nachdem Er das (Anm: letzte Anweisungen) gesagt hatte, wurde Er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes“ vgl. Lk, 24,51: „Während Er sie segnete, verließ Er sie und wurde in den Himmel aufgenommen“ und vgl. Apg 1, 9: „ Er wurde vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm Ihn auf und entzog Ihn ihren Blicken“

(4) (vgl. Mt 20, 20-23: Bitte der Mutter der Zebedäus-Söhne; Mk 10,35 -40: die Bitte der Zebedäus-Söhne Jakobus und Johannes bezüglich der einflussreichen Plätze im neu aufzurichtenden davidischen Weltreich (einer wünschte sich den rechten , der andere den linken Platz an der Seite Jesu).

 

CURRICULUM VITAE des Verfassers

Endegestalt!

„Der größere Teil der Menschheit bezeichnet sich als religiös-gläubig…“

(Papst Franziskus)

Persönliche Stellungnahme zu einem wertvollen Bericht von Prof. Dr. habil Josef Spindelböck in news.stjosef.at über die erste von zwölf Video-Folgen mit Papst Franziskus zu den monatlich herauszugebenden Gebetsmeinungen (im Rahmen des ca. schon 150 Jahre (!) bestehenden „Katholischen Gebets-Apostolates“, ein kirchlicher Verein mit heute 60 Millionen (!) Mitgliedern weltweit), der wichtige Anliegen des päpstlichen Dienstes den Verehrern des Hlst. Herzens Jesu zu ihrem freiwilligen Gebet – zur geistlichen Unterstützung  des Papstes – aufbereitet.

 Von  KR. Lic.theol. P. Robert Bösner OSB, Stift Altenburg.

 

Zwischen Lob und Begeisterung auf der einen Seite und harscher Kritik und dem Vorwurf des – Grenzen verwischenden – Relativismus auf der anderen Seite schwanken die Reaktionen auf das erste – Papst Franziskus unterstützende – Video, in dem er um das Gebet für die jeweils  angegebenen Gebetsanliegen wirbt und in dem die  Produzenten seine Worte begleitend visualisieren.

Für den Monat Januar 2016 waren folgende Gebetsmeinungen (Intentionen) vorgesehen:
1) Dialog der Religionen – er führt zu (Anm: innerweltlichem) Frieden und Gerechtigkeit.
2) (Anm: übernatürliche Kirchen-) Einheit der Christen – mit der Gnade des Hl. Geistes mögen die Christen ihre Trennung überwinden.

Das zu diesem (Anm: doppelten) Anlass produzierte eine Video widmet sich jedoch (nur!) dem interreligiösen Dialog und lässt Vertreter von vier großen Welt- Religionen auftreten, die ihr (Anm: persönliches) Glaubensbekenntnis kundtun: ein Jude: „ich glaube an Gott“, ein (katholischer) christlicher Priester: „ich glaube an Jesus Christus“, ein Moslem: „ich glaube an Gott, Allah“, eine Buddhistin, die sagt: „ich setze mein Vertrauen auf Buddha.“

Das Thema dieses, – das eigentliche Apostolat des fürbittenden Gebetes für den Bischof von Rom begleitenden – ersten Videos einer neuen (!) öffentlichen Video- Reihe konnte gar nicht besser ausgewählt werden. Das Bemühen um religiösen Frieden durch respektvolles Einander-Näherkommen der Menschen ganz unterschiedlicher Religionen, das ist eine lang erhoffte Sehnsucht unter den Menschen auf Erden,

Allzulange schon haben zerstörerischer Hass und gegenseitige Anfeindungen gerade die religiöse Menschheit geplagt. Die jeweiligen (Teil-) Wahrheiten der Religionen haben das Aufeinander-Losgehen scheinbar legitimiert. Durch sogenannten Religionskriege im Laufe der Geschichte ist es zu den schrecklichsten Blutbädern unter den Völkern schon gekommen. Dabei sind die Überlegenheiten der einen Religion gegenüber der/den anderen Religionen oft nur der Vorwand gewesen für massive wirtschaftliche oder machtpolitische Vorteile. Am Ende dieser Auseinandersetzungen sahen sich dann viele Menschengruppen in ihren hehrsten Bekenntnissen unwiderruflich missbraucht und ausgenützt.

Aus solchen Situationen ergab es sich dann auch, dass „aufgeklärte Menschen“ am liebsten überhaupt keime religiösen Bekenntnisse in der Öffentlichkeit aufkommen lassen wollen, um solche brudermörderischen Ereignisse unter den Menschen zu verhindern.

Dass das ein Thema ist, das alle Menschen guten Willens anspricht, das hat das lebendige Interesse für dieses angekündigte Video gezeigt. Und wenn sich der Papst mit solchen Fragen an die Weltöffentlichkeit wendet, dann spricht das die tiefsten Hoffnungen der religiösen Menschen an.

Das Aller-Fatalste in diesem Bereich war, dass sich solche bluttriefenden Auseinander-etzungen in der Geschichte der Religionen nicht nur die großen Weltreligionen einander „geliefert“ haben. Auf die grausamste Weise geschahen solche Untaten durch die Abspaltungen (Konfessionen) von der „einen, heiligen, katholischen (allumfassenden) und apostolischen Kirche Jesu Christi“ gerade ihr gegenüber oder wurden durch diese veranlasst.

Beispiele dafür gibt es leider bei vielen Verfolgungs-Szenarien: Das Vorherrschaftsstreben zum Beispiel um den einträglichen „ostindischen Gewürzhandel“ hat zu beschämenden Katholiken-Verfolgungen in Japan, auf den Ostindischen Inseln und in Sri Lanka (ehemals Ceylon) geführt. Um ins „Geschäft zu kommen“, haben vor 400 Jahren calvinistische Holländer Misstrauen bei den fernöstlichen Herrschern gegen die in das Geschäft eingeführten spanischen (katholischen) Kaufleute gesät und so die vorhin erwähnten Verfolgungen ausgelöst. Ein anderes Beispiel in Europa ist der Krieg, den der Schweden-könig Gustav Adolf gegen die katholischen Lande geführt hat, um die neue, protestantische, Konfession auszubreiten und zu verteidigen. Dieser Krieg (gegen den sich die „Katholische Liga“ verbündet hat) dauerte dreißig Jahre und hat dazu geführt, dass die Bevölkerung Deutschlands um ein Drittel vermindert wurde. Ergebnis: ein Kompromiss, der sogenannte „Westphälische Friede“ (cuius regio, eius et religio) ,der zu neuen Unruhen Anlass gab.

Und in der neueren Zeit waren es die rassistischen Anfeindungen der ansässigen Menschen gegenüber den handels- und geschäftstüchtigen, auswärtigen Völkern, wie zum Beispiel der Chinesen in Ostasien (vgl.kürzlich das Schicksal der „boat-people“ in Vietnam) und in Afrika (heute sogar weltweit) oder gegen die Juden in Mittel- und Osteuropa (und heute auch weltweit). Es ist zu diesem Thema auch nicht uninteressant, wie unterschiedlich das Ergebnis der Ausbreitung des Islam war und ist, je nachdem, ob er von moslemischen Kaufleuten getragen wurde oder von eifrigen islamischen Religionsführern oder von blindwütigen islamistischen Extremisten.

Vor diesem schillernden Erwartungs-Hintergrund ist nun den professionellen Produzenten dieses ersten Videos ein methodischer „Regiefehler“ passiert, der sich öfters ereignet, wenn sich professionelle Gruppen erstmalig  um die Darstellung kirchlicher Themen annehmen..

Ich bin überzeugt, dass beim folgenden zweiten Video die Produzenten, die ja wohl keine professionelle Kirchen- Theologen, sondern professionelle Video-Fachleute sind, über die Regie besser darauf achten werden, die Bitte(-en!) des Papstes an die Menschen guten Willens -weiter wie bisher – aus gläubiger Verantwortung – medial zu illustrieren. Die Papst – Ansprache und die visuelle Illustration dazu werden ja meistens getrennt aufgenommen und dann „zusammengeschnitten“ . Die professionellen Mitarbeiter des „Centro Televisivo Vaticano“ werden sicher den Produzenten helfen, aus den Anfangsschwierigkeiten zu lernen.  Entweder wird die Regie sie anweisen, dass beide Themen, die monatlich  angegeben werden, zu illustrieren sind oder sie den Zusehern vermitteln lassen, dass der Schwerpunkt der medialen Visualisierung  auf der ersten oder der zweiten Gebets-Intention liegt und z.B. aus Zeitmangel die jeweils andere nicht thematisiert werden konnte.

Viele, die sich schon früher mit dem Anliegen des „Katholischen Gebets-Apostolates“ verbunden gefühlt haben, wissen zum Beispiel, dass es immer z w e i Anliegen sind, die monatlich der Gebetshilfe der Katholiken anempfohlen werden: das erste ein mehr kirchlich – glaubensförderndes, das zweite meistens ein Anliegen auf der praktischen Ebene, das aber wichtigen, menschlich-entwicklungshelferischen oder kulturellen Anliegen dient.

Diesmal war es umgekehrt:
das kirchliche
Anliegen auf der Glaubensebene stand in der Auflistung der Intentionen  an zweiter Stelle und das üblicher Weise zweite, meist praktische Anliegen – das in diesem Monat quantitativ jedoch die ganze (!) Menschheit betrifft, war  diesmal an erster Stelle platziert (siehe oben). Da dieses (erstplatzierte) Anliegen dem mitfühlendem Herzen des „Papa Francesco“ ganz nahe liegt, stand es im Vordergrund. Aber niemand hat darauf hingewiesen, dass diesmal das  allgemein – menschliche Anliegen im Vordergrund der Aufmerksam des Papstes stand, wahrscheinlich wegen aller aktuellen „Krisen“, aber das eigentlich kirchliche Anliegen der Einheit der Christen (im Monat Jänner ist die jährliche „Weltgebetswoche für die Einheit der Christen“ und darüber hinaus heuer  gerade die letzte Vorbereitungs-Sitzung für das Panorthodoxe Konzil, synaxis, das große Bedeutung für  die Einheit der Christen hat), das stand an zweiter Stelle.

Aber, da letztlich in beiden Anliegen  es um das friedvolle Zusammenfinden der Menschen geht, stand an erster Stelle das inner-weltlich gesamtmenschliche Anliegen des guten Zueinanders der verschiedenen Weltreligionen (zu denen jedoch auch die Milliarde der Christen gehört (katholische, orthodoxe und evangelische Christen) und ‚mit von der Partie‘ die größere Gruppe der Moslems. Jedoch ohne Näherrücken der religiösen Gruppen (Christen, Juden und Moslems) werden auch die  großen politischen Mächte allein nichts ausrichten (vgl. Syrien, das Heilige Land usw.) . Auf der zweiten Stelle der Gebets – meinungen steht das Anliegen der Einheit der organisatorisch und lehrmäßig abgespaltenen konfessionellen Gemeinschaften von der einen Kirche, die jedoch nach dem Gebet Jesu (vgl. das sogen. ‚Hohepriesterliche Gebet Jesu‘ nach den Abschiedsreden des Letzten Abendmahles (siehe z.B. Joh. 17, 20-21) „eins sein sollen.“

Und so ist es im Überschwang der zustimmenden User
zu dem professionell gemachten Video-Vorhaben dazu gekommen, dass der Eindruck entstehen konnte: wenn das innerweltlich pragmatische Zusammenrücken der Weltreligionen gelingt – „wir glauben (und vertrauen auf die versöhnende Kraft der) /an die allgemein-menschliche Liebe im innerweltlichen Dialog der (verschiedenen Welt-) Religionen“, dann wird dieser Dialog der allgemeinen, menschlichen Liebe auch (ohne ausdrücklicher Erwähnung einer notwendigen Vertiefung der Glaubensbekehrung zu Jesus Christus hin und ohne bekehrender Annahme der heilsgeschichtlich durch Jesus Christus stellvertretend vollzogene Sündenvergebung am Kreuz) gleichzeitig bei der gestörten, übernatürlichen Kircheneinheit ebenfalls (!)  bewirken, dass die (oft Jahrhunderte lang getrennten und teilweise verfeindeten) Christen, die nach dem Willen Christi „eins sein sollen, wie der Vater und ich ein sind“ (vgl. die Worte aus dem sogen. ‚Hohepriesterlichen Gebet Jesu‘ beim letzten Abendmal, siehe nochmals bes. Joh 17, 20-21)  auch innerweltlich  zusammen finden werden.

Wohlgemerkt, im Überschwang mancher – dem genannten Video zustimmenden User! Sie können oftmals vielleicht den Unterschied zwischen inter religiösem und inter – konfessionellem Dialog nicht klar genug auseinander halten.   Und so können sie auf der Ebene des christlichen Glaubens auch  des öftern oft nicht hinreichend Unterschiede  ermessen. Die existierenden LehrUnterschiede der christlichen Konfessionen sind letztlich ja nicht nur theoretisch – philosophischer Art (abgehoben vom religiösem Erleben), sondern sie enthalten auch  religiöse Spannungen, die sogar Kriege unter den Christen auslösen können oder in der Geschichte ausgelöst haben.

Und dann gibt es ja auch noch die kritischen User des Videos!
Durch den unbewussten „Stolperstein“: nämlich nur ein Video (mit einer hauptsächlich   inter – religiösen Thematik), das scheinbar (!) auch exakt für den zweiten Themenkreis (die inter – konfessionelle Auseinandersetzung unter den Christen) passen soll,  das hat viele durcheinandergebracht!
Die „Kritiker“ des Videos sind jene Gruppe, die sich bei einem „päpstlichen“ Video auf Radio – „Vatikan“  mit einem vermeintlich (!)  inter – konfessionellem „christlichen“ Video jedoch zur Ermutigung des inter-religiösen Dialoges zwischen den nicht – christlichen (!) Weltreligionen öffentlich ausgestrahlt  wird, in verständlicher Sorge um die göttliche Stiftung der Kirch ‚betrogen‘ fühlen und  um die übernatürliche Dimension des kirchlichen Einheitsstrebens , (wenn es wahr wäre) mit Recht.
Denn mit dem Bekenntnis – auch des (katholisch) christlichen Repräsentanten (der nebenbei ein enger Mitarbeiter von Papst Franziskus ist) zur versöhnenden Kraft der (allgemein, menschlichen) Liebe, ist noch gar nichts über jenen mühevollen Glaubensweg der Vertiefung der christlichen Umkehr und der gnadenhaften Annahme des übernatürlichen Heilswerkes der göttlich-liebevollen Sündenvergebung durch den gekreuzigten und auferstandenen Messias ausgesagt.! Gemäß einer Verheißung Gottes an Abraham jedoch, wird der Messias kommen, „in dem sich alle (Heiden-) Völker segnen werden“! (Der Messias = der mit Gott gesalbte Heilsbringer, der kommen wird, und der der ganzen Menschheit das Heil bringen wird bzw. bringen kann).

Das volle Maß der „protestantisch – evangelischen“ Beschimpfung des – in seiner übernatürlichen Aufgabe (scheinbar) versagenden „Papstes“ als des ‚Antichristen‘, wird dann von enttäuschten (Mit-) Christen über Papst Franziskus ausgegossen. Es  fühlt sich  sogar ein katholischer Theologieprofessor  scheinbar berechtigt, dass er den Papst  bei der für die Reinerhaltung des Glaubens zuständigen „Glaubenskongregation“ offiziell anzeigt! Die Glaubenskongregation möge überprüfen, ob der jetzige Papst nicht etwa gar die Reinheit des Glaubens gefährde.

 

Warum nimmt sich denn auch der Papst um die  Versöhnung aller Religionen der Welt an?
Ist das nicht eine Themenverfehlung bei der Erfüllung seiner apostolischen, christlichen Aufgabe? Man könnte ohne weiteres  diesbezüglich gegen-fragen, ob das nicht eine “fromme“ Verkürzung des Papstamtes wäre, wenn er sich, wie der Führer einer treu-katholischen „Konfession“, ausschließlich nur um die Bestätigung der eigenen  gläubigen Christen bemühte, aber dabei ganz vergäße, dass der gekreuzigte und auferstandene Herr, Jesus Christus, seine Apostel gesandt hat „in alle Welt zu gehen und die frohe Botschaft von der schon begonnenen Erlösung des ganzen Menschengeschlechtes überall  zu verkünden, indem sie alle Menschen (Völker) zu Jüngern Jesu Christi machen und sie alle lehren sollen, was Er ihnen, seinen Aposteln (d.h. seinen Stellvertretern) gesagt hat“.

 

Man darf auf die kommenden elf Videos gespannt sein….
….und wie das „Centro Televisivo Vaticano“  mithilft, dass die Video-Produzenten  die weltweite Sendung der Kirche und des Papstes, als des Inhabers des Petrusamtes, illustrieren und unterstreichen werden und ihn in seiner vielschichtigen Aufgabe   in rechter Weise kommentierbar machen  werden.

Es wird in gleicher Weise auch für die User gut sein, die Gebetsmeinungen des Papstes, die jedes Jahr im Jänner für das ganze kommende Jahr veröffentlicht werden, sich durchzulesen und jeweils vorher damit auseinander zu setzen, bevor man sich durch die ansprechenden Videos zum Gebet für den Papst / mit dem Papst ermutigen lässt.

„Confido in te!“ (Ich vertraue dabei auf Dich!“) sagt der Papst in seiner „ur-eigenen“ persönlichen Ansprache. „Ich verlasse mich auf deine betende Mithilfe!“

Das haben durch ca. 150 Jahre die Verehrer des Heiligsten Herzes Jesu und Mitglieder des „Katholischen Gebets-Apostolates“ immer schon getan, und wer heute dabei mit gutem, gläubigen Willen zur  Mithilfe hinfindet, der  wird bald mit dem neuen Medium  für diese Visualisierung der Papstanliegen vertraut werden und den Papst auch „durch Bilder“ sprechen lassen können.

Kirchengeschichtliches   Rätselraten   oder heilsgeschichtliche   Glaubensüberzeugung?

Glaubenseinweisung  in  die  E i n m a l i g k e i t  des apostolischen Priesteramtes. Ein Bekenntnis zur Stiftung des katholischen Priestertums  d u r c h  J e s u s  C h r i s t u s

von Kons.R. lic.theol. P. R o b e r t  Bösner OSB, Stift Altenburg

 

V O R W O R T

Anlässlich seinees persönlichen Studiums des Apostolischen Schreiben des Papstes FRANZISKUS „Evangelii gaudium“ hat der Verfasser dieses Artikels in den nn. 103-104 wichtige Hinweise über die Stellung der Frau in der Kirche gefunden (siehe weiter unten ein hervorgehobenes Zitat aus E.G n 104). Manche ‚erneuerungsbereite‘, kritische Gemeinschaften und ihre Priester werden jedoch durch ihre langgehegten persönlichen Hoffnungen verleitet, voreilig diese Papstworte in der Weise zu interpretieren, dass Papst Franziskus hier angeblich die Möglichkeit einer zukünftigen Frauenordination. andeute, bzw. dass die Katholische Kirche  i h r e  (nur? disziplinären?) E i n w ä n d e  gegen eine spätere Aufnahme von Frauen in das apostolische Verkündigungs-, Priester-, Hirten- und pastorale Dienstamt in den heutigen entwickelten Zeiten  nicht mehr länger  werde aufrechterhalten können. Der Verfasser dieses Artikels hat sich – unabhängig von diesen Ereignissen – schon vorher durch viele Jahre (Jahrzehnte !) im persönlichem Studium mit der im 2. Vatikanischen Konzil (11.10.1962 bis 8.12.1965) vertieften Lehre der katholischen Kirche bezüglich der Stiftung des apostolischen, geisterfüllten Amtes durch unseren Herrn Jesus, den Gesalbten Gottes (Messias), den Sohn der Jungfrau Maria, beschäftigt. (vgl.: Dogmatische Konstitution „Lumen Gentium“, Kapitel III: ‚ Die hierarchische Verfasstheit der Kirche, insbesondere das Bischofsamt‘, nn.18-22; sowie das Dekret „Presbyterorum ordinis“, Dienst und Leben der Priester, nn. 1-22).  

Voraussetzungen und Motivation des Verfassers

Manche Voraussetzungen kamen dem Verfasser bei seinem langjährigen persönlichen Studium dabei zugute, besonders, dass er als Schüler des Theologieprofessors Dr. P.  C y p r i a n Vagaggini OSB , St. André in Bruge, Belgien, am Internationalen Studienhaus des Benediktinerordens,(Pontificium Athenäum) St. Anselmo in Rom, dessen ganzen vierjährigen Kurs für Dogmatik belegen konnte; P. Cyprian lehrte auch „Theologie der Liturgie“ und war einige Jahre später als Peritus der italienischen Bischofskonferenz beim 2. Vatikan. Konzil für Ekklesiologie und Liturgie tätig. Nach dem Konzil wurde er vom heute schon selig gesprochenen Papst Paul VI beauftragt, den heutigen Kanon III des ordentlichen Ritus der katholischen Messe zu verfassen und dabei der ganzen Lehre der Konzilsaussagen über das Geheimnis der Kirche und über das katholische Amtsverständnis im liturgischen Traditionszusammenhang der Eucharistie zu entsprechen. Da in den letzten 1000 Jahren eine Ordnung für eine konzelebrierte Messfeier-aus bestimmten Gründen-in der „Westkirche“ nicht in Gebrauch war, sollte P. Cyprian auch den Vorschlag für eine konzelebrierte Form der römischen Messe erstellen. Diese wurde in der Kommunität von St. Anselmo eine geraume Zeit lang „ad experimentum“ mit den Theologieprofessoren und mit liturgischen Fachkollegen sowie den „Alumni“ gefeiert und erprobt, bis sie Papst Paul VI mit den zuständigen Gremien bestätigte. Im seinem Schlusswort auf Seite 13 bis Seite 14 hat der Verfasser  den vielen vorbildlichen Mitbrüdern im akademischen Lehramt und im bischöflichen bzw. presbyterialen Dienst während seiner vergangenen 55 Priester- und 61 Ordensjahren einen dankbaren Ehrenplatz eingeräumt. Mit ihrer Lebenseinstellung haben sie (aus allen Altersstufen) den Mitbrüdern und den Gläubigen kraft ihrer fruchtbaren Tiefendimension eine Bestärkung im Glauben an und in der Liebe zur katholischen Weltkirche, der heilsgeschichtlichen  Braut Christi, gegeben! Vergelt’s Gott! Unter Ihnen könnten wohl manche Kandidaten für die öffentliche Anerkennung ihrer vorbildlichen, christlichen bzw, kirchlichen Lehrauftrages und Lebensführung sein. Siehe weiter unten!  

K i r c h e n e r n e u e r u n g durch W e i t e r f ü h r u n g   der theologischen  E r n e u e r u n g s i m p u l s e  des  I.  Vatikanischen Konzils

Bei seinen persönlichen  Studien fühlte sich der Verfasser auch geleitet durch den programmatischen Namen jenes Konzils, das der hl. Papst Johannes XXIII das erste Mal am 25. Jänner 1959 in der Patriarchalbasilika St. Paul vor den Mauern öffentlich erwähnt hat. (Der Verfasser durfte – als Mitglied der Choralschola des Kollegs Sant‘ Anselmo – durch eine Fügung – bei jenem Gottesdienst mitwirken). Der später heiliggesprochene Papst Johannes XXIII  nahm als Kirchenhistoriker die Vorschläge seiner verantwortlichen Mitarbeiter an, dass dieses Konzil den Namen  2. Vatikanisches Konzil tragen solle, weil das damalige 1. Vatikanische Konzil durch den Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges (1870) abgebrochen werden musste. Darum konnte zum Thema über das apostolischen Amt in der Kirche beim 1. Vatikanischen Konzil nur das erste Kapitel über die Unfehlbarkeit des Papstes beschlossen werden in einer -im Hinblick auf die vorbereiteten Themen – relativ kurzen  Dogmatischen Konstitution „Pastor Aeternus“ , während viele andere wichtige Themen aus dem Vorbereitungs-Dokument für die (ganze) Dogmatische Konstitution „Pastor Aeternus“ (über die Kirche) eben nicht mehr behandelt werden konnten.(z.B über die eigenständige sakramentale Würde des Bischofsamtes (iure divino) und über das Verhältnis der Priester und Diakone zum Bischof). Ähnlich ist es kurz vorher den Vorbereitungen zu einer Dogmatischen Konstitution „Christus Dominus“ über den christlichen Glaubensvollzug und über die Glaubensinhalte ergangen. Wegen der unruhigen Zeitläufte konnten die Konzils-Väter nur den ersten Abschnitt über die natürliche Gotteserkenntnis  sowie die Zurückweisung verschiedener zeitgemäßer meistens falscher Meinungen über den heilsstiftenden christlichen Glauben behandeln und abstimmen. So entstand schon vor der „verkürzten“ Konstitution„Pastor Aeternus“ die eben besprochene „Kurzform“ von  „Christus Dominus“ über den christlichen Glauben.  Bei den Glaubensfragen wurden (aus Zeitmangel!) nicht behandelt die besondere Form des christlichen Glaubens in der Form des Glaubens an  den dreifaltigen Gott, die Schwächung der Glaubensfähigkeit der Menschheit durch den Sündenfall der Stammeltern im Paradies und als Folge davon durch  die Erbsünde und viele andere wichtige Themen.    Kurz gesagt:  Vatikanum I blieb gleichsam ein lehrhafter „Torso“ und musste fast hundert Jahre später (1962-65) sinnvoller Weise mit den damals (1869) damit zusammenhängenden und vorbereiteten Themen weitergeführt werden. Durch die Zählung Erstes und Zweites Vatikanisches Konzil wird das verdeutlicht. Der Verfasser versucht in diesem Artikel – gleichsam eine Glaubenseinweisung mit Hilfe theologisch- biblischer Hinweise – im Lichte letzter lehramtlichen Entscheidungen ( Lehre des 2. Vatikan. Konzils über die Kirche „Sacrosanctum concilium“, sowie  was der Sel. Papst Paul VI, und Hl. Papst Johannes Paul II über das apostolische Amt  präzisierten) kirchen-methodo- logisch aufzuzeigen, dass es nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in der heilsgeschichtlichen Zukunft (!) der katholischen Kirche (cum et sub Petro) eine Frauenordination nicht geben   wird.  

Kirchliche Erneuerung geschieht „nicht nur durch Theologentätigkeit“ sondern auch durch das (lehrhafte) Eingreifen des Heiligen Geistes“   in das Leben der Kirche durch H e i l i g e …

…das heißt durch Päpste und Bischöfe im Verbund mit vielen betenden und opfernden Ordensleuten in ihren Gemeinschaften. Auch gläubige Ehepaare, die in und mit ihren Familien sowie im Verbund mit vielen anderen Jüngerinnen und Jüngern sind, haben die apostolische Kirche als strahlende und fruchtbare BRAUT CHRISTI  fürbittend  dargelebt.                                                                         Gerade im Jahr der Heiligsprechung der Konzilspäpste, des Hl.Papstes Johannes XXIII. und des Heiligen Papstes Johannes Paul II. sowie der Seligsprechung des Sel. Papstes Paul VI . sowie der Seligsprechung des Sekretärs der Konzilskomission für „Dienst und Leben der Priester“ ( ursprünglich:  ‚de Disciplina Cleri et P opuli  Dei‘: das in den Konzilsakten verwendete Kürzel für diese „Priester“-Kommission ist: DCPD), des späteren Präsidenten der „Priestergesellchaft vom Heiligen Kreuz“. der in Personalunion auch  der Prälat des „Opus Die“ (einer Gemeinschaft von Priestern und Laien ) ist, des Bischofs Álvaro del Portillo,   liegt es nahe, den Versuch einer (probeweisen) Zusammenschau über Möglichkeit oder Unmöglichkeit der Frauenordination in der katholischen Kirche  in diesem Artikel darzulegen. Über den seliggesprochenen Sekretär der „Konzilskommission für die Priester“ ist – neben vielen anderen Zeugnissen seines heiligmäßigen Lebens und Wirkens – zu sagen, dass es ohne seiner – in aller Liebe (!) getätigten, eifrigen- Bemühungen nicht zum Zustandekommen des von der Zentralkommission vorgesehenen „Konzilsdekretes über Dienst und Leben der Priester, „Presbyterorum Ordinis“  gekommen wäre“. Ohne seines liebevollen Eifers  in der Kommission wäre es bei der Meinung vieler Mitglieder (auch von Kardinälen und Bischöfen) der „Priesterkommission“ geblieben, aus (tatsächlichem !) Zeitmangel heraus erst nach dem Abschluss des Konzils ein diesbezügliches theologisches „Lehr“schreiben über die Bedeutung der Priester für die Priester und ihre bedeutsame Aufgabe in der Kirche heraus zu geben. Diese Art von „Ermutigung“ der Seelsorgepriester durch Theologen hätte aber nicht einmal jene lehrmäßige Verbindlichkeit für die ganze Kirche gehabt, wie die öffentlichen Lehraussagen des/eines Konzils, hinter dem die ganz große Mehrheit aller Bischöfe mit dem Papst steht „non sine instinctu Spiritus Sancti“.es wäre nur eine priesterliche Standeslehre geblieben!                                                                                                                                     vergl.: Manuel Valdés Mas,  „La contribución de Álvaro del Portillo en  la elaboración del Decreto  Presbyterorum    Ordinis  y en su aplicación juridica“ Thesis ad Doctoratum in Iure Canonico totaliter edita , PONTIFICIA UNIVERSITAS SANCTAE CRUCIS; FACULTAS IURIS CANONICI ISBN  978-88-8333-344-6   ROMAE 2014 Das Zustandekommen  eines Entwurfes für ein Dekret – gleichsam ganz am Schluss der Verfahrensprozeduren des Konzils – hat dem Sekretär der Priesterkommission  Unwahrscheinliches an Arbeit und Eifer abverlangt. Denn nur , wenn zuerst überhaupt ein Dekrets-Entwurf da ist, kann darüber  die Zentralkomission beschließen, und es dann durch alle Prozeduren der  Abstimmungen  in der Konzilsaula gehen lassen. Letzte Arbeits (!)- Abstimmung über das ganze Dokument: 2257 Abstimmende: davon 2243 Placet; 11 Non Placet und 3 Ungültig; endgültige Schlussabstimmung: 2394 Abstimmende, 2390 Placet und 4 Non Placet.  

Es folgt nun das oben erwähnte Zitat vom Papst Franziskus aus: E.G. n 104, letzter Satz: 

„Hier offenbart sich eine große Herausforderung für die Hirten und für die Theologen!   S i e   b e i d e  könnten (Anm: zusammen-) helfen,  d o r t , wo in den verschiedenen Bereichen der Kirche wichtige Entscheidungen getroffen werden, , (Anm: immer) besser zu erfassen, was das in Bezug auf die mögliche R o l l e der Frau (Anm: in der Zukunft der Kirche) mit sich bringt.“  

 

Die mögliche Rolle der Frau in  der Glaubensöffentlichkeit der Kirche,

von der Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben spricht, ist ganz deutlich ohne Bruch mit der bisherigen, 2000jährigen Tradition des Lebens der Kirche konzipiert, (dh. ohne Änderung der Zulassungsbedingungen für die Aufnahme von Frauen in das apostolische Amt)  Es  wird das schon im nächsten Satz der vorhin zitierten Stelle sichtbar.(E.G. n.104, zweiter Satz: „Das den  M ä n n e r n   vorbehaltene Priestertum, als Zeichen Christi, des Bräutigams, der sich in der Eucharistie (Anm.: der Kirche) hingibt, ist eine Frage, die nicht zur Diskussion steht.“ Siehe weiter unten im Artikel: Unterschied zwischen Annahme einer (Glaubens-)Wahrheit am Ende einer Diskussion  und Annahme einer Glaubenswirklichkeit, weil es Jesus sagt  oder (in Übereinstimmung mit ihm) seine Apostel von ihm her  „ausrichten“.  

Stellvertreter-Aufgabe für SICH (den Auferstandenen)– eine m ä n n l i – c h e Berufung

Schon in der ersten Generation der  von Aposteln oder Apostelschülern gegründeten – Ortsgemeinden (im Verbund mit der „einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche“, vgl. Großes Glaubensbekenntnis), hat der auferstandene Herr die „Stellvertreter-Aufgabe für SICH“ (‚Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch‘ Joh. 20,21). an die Apostel, dh. an Männer, weitergegeben.  

„Unwiderrufliche“ Verfügung des Auferstandenen Herrn

Jesus ist wohl i n einem heilsgeschichtlichen Moment („als die Fülle der Zeiten gekommen war..“ (vgl Eph 1.10), aber nicht nur für  e i n e n solchen Moment gekommen.  Der menschgewordene Gottessohn ist für die ganze Heilsgeschichte – in alle Ewigkeit (!) als Gekreuzigter auferstanden. Und bei der Weitergabe seiner Aufgabe an seine Stellvertreter, die Zwölf,  da hat er gesagt: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!“ und er sagte als Auferstandener inmitten der Zwölf dazu: „Empfanget den Heiligen Geist“,  seine innere, göttliche Wirklichkeit. „Der Herr ist der Geist!“ ( vgl.: 2 Kor 3,17). Es wäre eine ganz verkürzte Sicht der gott-menschlichen Wirklichkeit des Herrn, wenn er nicht unabhängig von einer heilsgeschichtlichen Situation für die ganze Heilsgeschichte verfügen könnte!  

Frauen waren „historisch “ gesehen  n i e  ins Apostelkollegium aufgenommen.

Darum k o n n t e damals durch Handauflegung eines Gliedes des „Apostelkollegiums“ (und später eines deren Nachfolger, dh. eines Bischofs,) und  bis heute nicht in diese männliche Aufgabe eines Mitgliedes der „Körperschaft der Stellvertreter des auferstandenen Messias (apostoloi)“ eine Frau als neues Mitglied aufgenommen werden. Es ist auffallend, dass es schon bei der vorösterlichen Bestellung des Zwölferkreises beim Evangelisten Lukas (Lk 6,13b) heißt, dass Jesus auf einem Berg – nach einer zu Gott durchbeteten Nacht – die Jünger zu sich rief und   aus ihnen zwölf Jünger auswählte, die er auch ‚Apostel‘ nannte. (griech: apostolos, hebr: schaluach, (dieses Wort bedeutete in der damaligen jüdischen Geschäfts (!)- und Rechtssprache: Prokurist, dh. zeichnungsberechtigter Stellvertreter des Chefs).  

„apostolos“: Fachausdruck aus der damaligen Geschäftswelt für „bevollmächtigter“ Stellvertreter

Deswegen ist es auch heute nicht möglich, dass eine Frau gültig in den festen Kreis der Stellvertreter (sch:luachim) des auferstandenen Herrn Jesus Christus aufgenommen werden kann, weil nach der – entfalteten – Lehre des 2. Vatikanischen Konzils über die Kirche bezüglich des apostolischen, geisterfüllten Amtes (in der Erscheinungsweise des heutigen „Weltbischofskollegiums“) in einer „dogmatischen Konstitution“ ‚über die Kirche‘ „ Lumen gentium“ Aussagen getroffen wurden, die zu bedenken sind. In einem Lehrschreiben dieser Art wird ein theologischer Sachverhalt mit höchster Lehrautoritä („fidei proximum“) dargelegt. So heißt es in der dogmatischen Konstitution über die Kirche, „Lumen gentium“ im Kapitel III. (in n. 22,rund um  zweite Hälfte) :  

Die „Körperschaft der mit Petrus verbundenen Apostel“

b e s t e h t   i m m e r f o r t   w e i t e r

in der (heutigen) „Ordnung der Bischöfe mit dem Petrusnachfolger“

„Die Ordnung der Bischöfe, die dem Kollegium der Apostel im Lehr- und Hirtenamt nachfolgt, ja, in welcher .(gemeint ist: in der ‚Ordnung der Bischöfe‘) die Körperschaft der Apostel immerfort weiter besteht “ (und weil diese erwähnte Ordnung der Bischöfe) „gemeinsam mit ihrem Haupt, dem Bischof von Rom und niemals ohne dieses Haupt, gleichfalls Träger der höchsten und vollen Gewalt über die ganze Kirche“ ist, gibt es die Kurzformel: „cum Petro et sub Petro –mit und unter Petrus“… Würde für dieses Kollegium – nach zweitausend Jahren – die vom auferstandenen Herrn gegebene Ordnung grundsätzlich geändert und die vom göttlichen Erlöser nicht vorgesehene Zulassung von Frauen zu dieser korporativen, dh. kollegialen und sakramentalen Einheit zugelassen werden, dann käme dies der Auflösung dieses Gremiums gleich! Und im selben Augenblick wäre die Einheit der Kirche als des „geheimnisvollen Leibes Christi“ „verspielt“, weil es auf einmal zwei verschiedene „Leitungsgremien für die eine Kirche gäbe! Ein bisheriges Gremium, das nur aus Männern besteht und ein neues Gremium, das aus Männern und Frauen bestünde; das eine Gremium ist das ältere und „echtere“, weil vom Herrn Jesus Christus gestiftet und das andere, das sich eine Gruppe von Jüngern nach zweitausend Jahren auf eigene Plausibilität hin selber einfallen hat lassen. Das würde mit der Zeit auch zutiefst die Einheit  der „Braut Christi“ gefährden, die treu zu ihrem Bräutigam hält, und mit IHM zu einer „jungfräulich-ehelichen und zugleich unerschütterlichen Jüngerschafts-Einheit“ im Heiligen Geist verbunden ist; und diese zwei verschieden strukturierten „Einheiten“ (genau genommen: „Halbheiten“) würden dann auch „die Kirche als die Säule und das Fundament der Wahrheit“(1 Tim 3,15) lehr- mäßig schwächen. Denn welche von beiden ‚Einheiten‘ ist dann „cum et sub Petro“? und für welche von beiden „Halbheiten“ ist die schmerzhafte Mutter Jesu, die Jungfrau Maria unter dem Kreuz, dann „die Mutter der Kirche“? Dass diese Gefahr nicht nur katholische („kirchentheologische“) Angstmache ist, könnten die tatsächlichen Vorgänge in den von Rom leider schon grundsätzlich getrennten Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften illustrieren. Nur im Bereich der orthodoxen und altorientalischen Kirchen ist Frauenordination, so wie in der katholischen Kirche, eine Unordnung. Alle grundsätzlichen (katholischen) Befürworter der Frauenordination, dh. der Zulassung von Frauen zum apostolischen Priester-, Lehr- und Hirtenamt müssten sich fragen, ob sie sich solche kirchenspaltende Folgen für ihreeine, heilige, katholische und apostolische Kirche tatsächlich wünschten.  

Die Körperschaft der Apostel hat immer aus Männern bestanden

Gleich vom Anfang an hat diese Körperschaft (vgl. Apg.1,15-26) bis zur Wahl – unter der Leitung durch Petrus – des Apostels Matthias zum z w ö l f t e n   Apostel ) schon v o r Pfingsten noch, ja schon seit der ersten  vorösterlichen Bestellung der „Zwölf“ durch   Jesus (Lk 6,12-15) , bis heute immer aus Männern bestanden. (vgl:.Mt 10,1-5a; Mk 3, 13-19; (Details dazu erzählt das Johannesevangelium über „die Berufung der ersten Jünger“ in Joh.1, 35-51  

Schon der Ausdruck „die Z w ö l f“ meint nur Männer

Der alttestamentliche Ausdruck „das Zwölfstämme-Volk“ ist eine Selbstdarstellung des alten Gottesvolkes der Juden. Schon beim Auszug aus Ägypten heißt es: „die Söhne Israels dh. Jakobs“. Dadurch sollte zum Ausdruck kommen, dass sie alle zusammen die Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs seien. Diese sind sozusagen die Stamm v ä t e r des alten Gottesvolkes. Durch eine Verheißung Gottes an ihren Patriarchen Abraham ist dieses Volk kollektiv zum Träger einer einmaligen Heilsverheißung für alle Völker der Erde geworden: „Abraham, weil Du mir gläubig gefolgt hast, segne ich dich und „durch dich sollen sich alle Geschlechter der Erde segnen“ (Gen 12,3c; Gal 3,8-9) In vielen Prophetenworten („ von IHM redet die Botschaft aller Propheten..“ Adventpräfation I) wird heilsgeschichtlich von einer endzeitlichen Gottesherrschaft gesprochen, die der „von und mit Gott Gesalbte “ (hebr.: maschiach, Messias. griech.: christós)“ aufrichten wird. Seine Jünger werden diesen Gottessegen, den der „Gesalbte“ durch eine lange Abfolge der Generationen – über König David –  zurück bis zu seinem Patriarchen (Vorvater) Abraham trägt, „einmal“ an alle „Geschlechter der Erde“ weitergegeben.  

Männer und Frauen als (freiwillige) Helfer im Missionswerk /des Apostel Paulus oder anderer Apostel; zum Unterschied: die apostolisch bestellten Mitarbeiter.

Die apostolischen Briefe des Neuen Testaments kennen darüber hinaus aber auch viele andere (freiwillige) Helferinnen und Helfer, Männer und Frauen im Missionswerk der Apostel (vgl. die Grußlisten am Ende der Apostelbriefe, (besonders Rom 16,1 ff). Jedoch wird  in diesen Grußlisten über keine Frau ausgesagt, was z.B. der Apostel Paulus über den Apostelschüler Epaphras sagt:     „ …. unser geliebter Mitarbeiter,… er ist an unserer Stelle (!) ein treuer Diener Christi„ (Kol 1,7).                  Im 1.Petrusbrief heißt es hinwieder, dass Petrus den Brief „durch den Bruder Silvanus (oder Silas) (ebenfalls einen Apostelschüler,) geschrieben habe“ (1.Petr. 5,12). Mit einer solchen apostolischen Autorität ist damals – nach den Aussagen der Heiligen Schrift(!) – keine Frau ausgerüstet gewesen; nur von Männern, konkret vom ursprünglichen Apostelschüler Timotheus (und später anderen), wurde gekündet, dass ihm (bzw. später auch anderen Männern -, vgl. 1.Clemensbrief n.42-44) – „der Apostel“ (2 Tim 1,6) die Hände aufgelegt habe – bzw. in einem anderen Zusammenhang – „die Presbyter ihm, Timotheus, die Hände bei der Weihehandlung aufgelegt haben (gemeinsam mit dem Apostel?) „aufgrund von prophetischen Worten“ (1.Tim 4,14).                                    Während von Titus hinwiederum gesagt wurde, dass ihm der Apostel aufgetragen habe „sein Werk, (dh. das Werk des Apostels Paulus) in Kreta zu Ende zu führen, indem er in den einzelnen Städten der Insel an der Stelle des (altgewordenen) Apostels Paulus (!) nun Titus (!) nach einer verantwortlichen – und im Hl. Geist geprüften Beurteilung – Presbyter auswählen und durch Handauflegung einsetzen soll.“  

Bedeutung des alten (und neuen) Gottesvolkes als Träger einer universalen messianischen „Verheißung für die ganze Welt“

Mit diesem Segen ist letztlich Jesus als der „Gesalbte Gottes“ ausgestattet. Er und seine q a h a l (hebr: Zusammenrufung Gottes = Kirche) werden diesen Segen (durch seine Stellvertreter) weiter bringen zu allen anderen Menschen.  

„In jener Zeit“ hat sich Jesus – gleichsam als S c h u t z vor dem politischen Missverständnis seiner religiösen Messiasaufgabe –

vor allem als der „von oben“ Kommende, der Menschensohn“ (vgl. Dan 7, 13b) oder als der, „der, da kommen soll“, zu verstehen gegeben (vgl. seine Antwort an die Johannesjünger, (Lk 7,18-23). Nur einmal hat Jesus – direkt und in feierlicher Form – auf ein Messiasbekenntnis reagiert, ja, er hat dieses –„ als von Gott Vater selbst gegeben“ – bestätigt. „nicht Fleisch und Blut haben dir, Petrus, das offenbart, sondern …!“ (vergl. Mt 16,16-18)  

Es war das Messias-Bekenntnis Petri, des Anführers der zwölf Stammväter des neuen eschatologischen Gottesvolkes.

Es ist auffallend, dass Jesus gerade bei diesem petrinischen Messiasbekenntnis auch die Messiasgemeinde einführt, (die endzeitliche „Zusammenrufung Gottes“ (qahal Jahweh – Kirche Gottes – nicht  (örtliche Haus-) Gemeinde!!). Und er sagt dabei, dass „ ER  sie (Anm: die qahal-Kirche) sich auf dem „Felsenmann“, hebr.: qephas; griech.: petrós (und auf den anderen elf Aposteln, mit denen er in gottgewollter Einheit verbunden ist, (also in Summe auf den z w ö l f) „ immer wieder auferbauen wird“. (Im griechischen Urtext steht das Zeitwort grammatikalisch in der Zukunftsform). Jesus bekennt sich hier ausdrücklich als der Messias, und seine apostolische, geisterfüllte Stiftung, die Kirche, als die „zum Himmelreich „ gehörige Gemeinschaft. Und Petrus ist der „Stammvater“ (Patriarch) der neuen und endgültigen Gottesherrschaft.; vergl. Offbg 21,14: „Die Mauer der (Anm. himmlischen) Stadt (Anm: Jerusalem) hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes“).  

Beispiele aus der   e r s t e n Generation der Kirche                                      über den Messias-S e g e n

Mehrmals verheißt der Auferstandene den Erst-Aposteln die Sendung „seines Geistes“ vom Vater her, das heißt den messianischen Segen vom Vater im Heiligen Geiste, wenn sie nur in Jerusalem für einige Tage darauf warten: von derösterlichen Geistsendung am Ostersonntag-Abend im Abendmahlssaal angefangen, („er hauchte sie an und sprach: empfangt den Heiligen Geist“ Joh 20,22) bis hin zur charismatisch-pfingstlichen Besiegelung des Apostel –            Kollegiums  mit dem Messias – Geist, den der Auferstandene „den Zwölfen“ vom Vater her senden werde:(„..wartet auf die   Verheißung des himmlischen Vaters“, die er dem Vater Abraham für alle Völker gegeben hat!); Apg1,5b   ( „ihr werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft“); Apg1,8a ( „..ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird“ (Anm: vom Vater); Apg 1,13-14 (sie blieben im Obergemach: Petrus und alle Apostel (namentlich!), zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu und mit seinen (Anm: anverwandten) Brüdern (gemeint sind die Verwandten Jesu; sie alle warteten betend auf diese Verheißung (Anm: von oben her); Apg1,15 (da erhob sich Petrus im Kreise der ‚Brüder‘, es waren (zusammen mit den 11 Aposteln) insgesamt 120 „Jünger“ beisammen – zur Wahl des zwölften Apostels an der Stelle des abgefallenen Judas) Das Los fiel auf Matthias; (Apg 2,14a:   Da trat Petrus auf, zusammen mit den Elf“…. Pfingstpredigt des Petrus“ anlässlich der pfingstlichen Geistgabe)  

Kann man problemlos eine Weisung Jesu „a b ä n d e r n“, wenn  e t w a s nur möglichst vielen (!) als „plausibel“ erscheint?

Der Geist dieser Welt“ (pneuma toutou tou kosmou) ist nicht stärker als der „Geist, der aus Gott ist“ (pneuma ek tou theou). Der Weltgeist kann jedoch in einer bestimmten geschichtlichen Situation manche Abänderungen der von Jesus verfügten Ordnung (z.B.: Das  selbstverständliche Verhalten Jesu bezüglich  seines ganz bestimmtes Verständnisses  des apostolischen Weiheamtes) so „plausibel“ erscheinen lassen, dass man meinen könnte, Jesus habe bei der Stiftung des apostolischen Amtes etwas übersehen, vergessen! (z.B: die Weihe von Frauen zum apostolischen Dienstamt durch Aufnahme in das apostolische Amt) und insofern müsse man die Stiftung Jesu e r g ä n z e n,  verbessern ! Die Jünger wüssten es im Naschhinein  besser als der allwissende Gott-Mensch Jesus Christus im Vorhinein!  

die apostolische Ordnung der Kirche ist „unveränderbares Glaubensgut“,…

Dieses apostolische Glaubensgut gilt es in jeder Generation des Lebens der Kirche immer wieder als Glaubensgut (depositum fidei) zu bekennen und in extremen Situationen gilt es – so wie zum Beispiel die Auferstehung Jesu Christi oder seine Sündenvergebung oder die Gottessohnschaft Jesu –  ausdrücklich „usque ad effusionem sanguinis‘ inclusive“, (..im Notfall auch bis zur Vergießung des eigenen Blutes, zu bezeugen). (Blutzeugnis – martyria) Im Apostolischen Schreiben „EVANGELII GAUDIUM“ (n.104) macht das auf seine Weise auch Papst FRANZISKUS deutlich: „Das den Männern vorbehaltene (Anm.: apostolische) Priestertum als Zeichen Christi, des Bräutigams, der sich in der Eucharistie (Anm: für die Kirche) hingibt, ist eine Frage, „ die nicht zur Diskussion steht.“ Gerade der Papst, der so allgemein verständlich die Glaubenswahrheiten darzulegen, bzw. auszulegen versteht, „verweigert“ gleichsam in dieser apostolischen Angelegenheit so abrupt die Diskussion, bzw, verändert so deutlich den Redestil und weist hier – in eindeutigem (Sprech-) Zusammenhang mit dem heiligen Papst Johannes Paul II – darauf hin, dass hier etwas als „depositum fidei“ vorgegeben ist, das außer der Diskussion steht, will sagen, dass einem Jünger Jesu dieses Glaubensgut vor-gegeben ist, dass es zur Annahme vorgegeben  ist, weil es zur Vollgestalt des heilsstiftenden katholischen Glaubens für alle Jünger dazu gehört. Die Annahme des „depositum fidei“ gliedert in die Kirche ein und das Bemühen um Vertiefung des Glaubensverständnisses lässt die persönliche Hingabe an Christus heranreifen; aber am Glaubensgut zu rütteln, das verbietet das Lehramt der Kirche mit heilenden und warnenden Kirchenstrafen (Exkommunikation). Eine abweichende Interpretation dieses apostolischen Stiftungswillens Jesu gefährdet nämlich die Vollgestalt des katholischen Glaubens.  

Zeugnisse aus der K i r c h e n g e s c h i c h t e – für die  T r e u e zum Glaubensverständnis des k a t h o l i s c h e n Priestertumes

Im Zuge   der Ausschaltung der (spanischen und portugiesischen) Gewürzhändler und somit der katholischen Vorherrschaft im ost-asiatischen Gewürzhandel, ist der Selige Josef V a z ein sprechendes Beispiel dafür, wie die calvinistisch geprägten holländischen Gewürzhändler vorgingen. Josef   V a z gebürtig aus Südindien, Kerala, (*1651 – +1711) dessen Eltern ursprünglich Brahmanen waren und zum katholischen Glauben konvertierten, sandten ihren Sohn Joseph zur Schulausbildung nach Goa; er  kam als Mitglied des ersten Oratoriums des Hl. Philipp Neri – auf Anweisung der kirchlichen Oberen in Goa  auf die Insel Sri Lanka (ehemals Ceylon) nach  Colombo, die Hauptstadt der Insel.                                                                Auch der Selige Josef V a z  musste sein katholisches Priestertum den politisch Verantwortlichen des Landes gegenüber verteidigen und  er wurde wegen seiner katholischen Treue eingesperrt. Wegen geschäftlicher Vorteile im Gewürzhandel haben die holländischen Händler bei den politisch Verantwortlichen solange gegen die einheimischen Katholiken geschürt, bis es zu einer grausamen Katholikenverfolgung auf der Insel Sri Lanka kam. In dieser Verfolgung wurden als erste „Feinde“ des Landes die katholischen  Missionare und Seelsorger zum Martyrium geführt, wenn sie sich nicht zum kalvinistischen Amtsverständnis „bekehren“ wollten. Unter Lebensgefahr hat eine katholische Familie aus Sri Lanka den heiligmäßigen katholischen Priester in die Familie aufgenommen und so konnte Josef   Vaz aus dem Verborgenen andere Mitbrüder stärken , es entstanden neue katholische Gemeinden, ja es wurden sogar – mitten während der Verfolgung – neue katholische Kirchen (im abgelegenen Hochland)  gebaut. Erst kürzlich, am 12. Jänner 2015, hat Papst Franziskus bei seinem Pastoralbesuch in  Sri Lanka (ehemals Ceylon) diesen Zeugen des katholischen Priestertumes in der Hauptstadt Colombo  heilig gesprochen! Mit so hinterhältigen Motiven konnten sich auch in Japan die holländischen Gewürzhändler den „Markt“ erobern, indem sie gegen die politische „Gefährlichkeit“ der katholischen (Jesuiten-) Missionare und Seelsorger bei den Shogunen schürten. Schon vorher hatten in Europa im Zusammenhang mit dem 30jährigen Krieg – und vorher schon – die gegen das (katholische) Kaiserhaus aufständischen (Kur-)Fürsten den „neuen Glauben des Dr. Martin Luthers“ vorgeschoben, um sich politische Unabhängigkeit und Steuerfreiheit vom Kaiser zu erwirken. Ein Beispiel dafür ist das Martyrium des Hl. Priesters Johannes  Sarkander in Olmütz; er erlitt in der treuen Wahrung des sakramentalen Beichtgeheimnisses der katholischen Kirche grausamste Drangsale von aufgebrachten Protestanten und starb als Blutzeuge. Ebenso verhielt es sich mit dem Martyrium der katholischen Priester aus dem Grazer Jesuitenseminar, die ihr katholisches Verständnis des apostolischen Dienstamtes gegenüber den Kalvinisten Siebenbürgens in Kaschau (Košice) bis zum Märtyrertod verteidigen mussten: Stephan Pongracz,  Melchior Gradecz und Markus Križevci (Crisinus). In England war es König Heinrich VIII, der- aus Abneigung gegen die katholische (Papst-) Kirche, die ihm eine Scheidung von seiner rechtmäßigen Gattin nicht gewähren konnte – sein Land in eine Kirchenspaltung hineintrieb. Wer auch immer seine – von ihm willkürlich angemaßte – Oberhoheit über die Kirche von England aus Glaubensgründen nicht anerkennen konnte, wurde grausam hingerichtet (der Märtyrer-Bischof  John  F i s h e r  von Rochester und der ehemalige Lordkanzler, der Heilige Thomas M o r u s) und viele andere katholische Priester, Ordensleute und Gläubige: die Märtyrer von Tyborn und später noch viele andere mehr haben ein heldenhaftes Glaubenszeugnis für das katholische Verständnis der apostolischen Leitung der Kirche abgegeben.  

Der „unentbehrliche Beitrag der Frauen“ in Gesellschaft  u n d  Kirche

So sehr Papst FRANZISKUS den „unentbehrlichen Beitrag…anerkennt“, „den die Frau in der Gesellschaft und in der Kirche leistet: mit ihrem Feingefühl, mit einer Intuition und mit gewissen charakteristischen Fähigkeiten, die gewöhnlich typischer sind für die Frauen als für die Männer, zum Beispiel die besondere weibliche Aufmerksamkeit gegenüber den anderen, die sich speziell – wenn auch nicht ausschließlich – in der Mutterschaft ausdrückt.“ Papst FRANZISKUS : „Ich sehe dementsprechend mit Freude wie viele Frauen pastorale Verantwortung gemeinsam mit den Priestern (Anm: besonders in der Pfarrseelsorge) ausüben, oder ihren Beitrag zur Begleitung von Einzelnen, von Familien oder Gruppen leisten und neue Anstöße zur theologischen Reflexion geben“ können (siehe E.G. n.103 bis Ende).  

Die „wirksamere weibliche Gegenwart“ ist in der katholischen Kirche  heute immer noch eine H e r a u s f o r d e r u n g !

Die Beanspruchung der legitimen Rechte (Anm: und Möglichkeiten!) der Frauen in der Kirche ebenso wie in den sozialen Strukturen, auf Grund der festen Überzeugung, dass Männer und Frauen die gleiche Würde besitzen, stellt die Kirche vor viele Fragen, die sie herausfordern und die nicht oberflächlich übergangen werden können (Anm: oder dürfen)(n. 103). Jedoch müssen (Anm.: dazu, je nach den Möglichkeiten) für eine wirksamere weibliche Gegenwart (Anm: erst noch) die „Räume (Anm.: der Anerkennung)“ erweitert werden. Denn das weibliche Talent ist unentbehrlich, in allen Ausdrucksformen des Gesellschaftslebens; aus diesem Grund muss die Gegenwart der Frauen auch im Bereich der Arbeit garantiert werden und an den verschiedenen Stellen (Anm.: in der Kirche), wo die wichtigen Entscheidungen getroffen werden“ (siehe E.G. n.103).  

Das verständnislose Überspringen dieser menschlichen (!) bzw. auch heilsgeschichtlichen (!) Vorgegebenheiten….

… .(Anm.: ob ab-sichtlich oder un-absichtlich), kann (Anm.: beständigen) „ Anlass zu besonderen Konflikten geben“. „Das den Männern vorbehaltene P r i e s t e r t u m als Zeichen Christi, des Bräutigams ….der sich ….in der Eucharistie… (Anm: der Kirche) hingibt, ist eine Frage die nicht zur Diskussion steht“. Der Heilige Papst Johannes Paul II hat darauf ausdrücklich hingewiesen, dass dieses Thema in der „einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche“ als Glaubensgut, wie viele andere Themen, n i c h t zur Diskussion steht(!) und er sage das aber auch „als der Petrusnachfolger, der sich um „die Brüder kümmern soll (vgl. Joh 21, 17-19).“ Sowohl das Übergehen der sakramentalen „Urgestalt“ der apostolischen Kirche, als auch der ur-menschlichen Wirklichkeit von Mann und Frau (vgl. das Gotteswort aus dem Schöpfungsbericht: „er schuf den Menschen als Mann und Frau, und er sah, dass es gut so war“ vgl.: Gen 1,27 zusammen mit Gen 1,31), „kann aber“ (Anm.: immer wieder) „Anlass zu besonderen Konflikten geben“. Zum Beispiel, wenn „ die sakramentale Voll-macht zu sehr mit der(soziologisch interpretierten)Macht“ verwechselt wird.“(E.G. n. 104 erste Hälfte) oder „wenn so mancher Geweihte durch sein (sakramentales) „Angeglichensein an Christus, der das lebensspendende Haupt“ (Anm. des Leibes) „der Kirche ist“ unwillkürlich meint, „dass ihn seine einmalige sakramentale Weihe an die Spitze alles Übrigen setzt.“,das heißt zum Beispiel,  dass  er   ü b e r das allgemeine Priestertum der Getauften verfügen könne, ohne den legitimen Freiraum – entsprechend der persönlichen Berufung des je einzelnen Gläubigen – in seinem Umfeld respektieren zu müssen. (bevormundende „Priestervorherrschaft“) oder er/sie (das heißt die) Priester sich unkompetent in alle relativ eigenständigen irdischen Sachbereiche einmischen könnte(-n). („Klerikalismus“ siehe bei. GS n. 36  über die relative Autonomie der irdischen Wirklichkeiten“) Besonders nachteilig für die übernatürliche Sendung der Kirche wirkt es sich aus, wenn  die ‚Seelsorgepriester‘ „bei der Auferbauung der christlichen Gemeinschaft“ (Anm: mit einer gewissen unbedachten Selbstverständlichkeit oder aus falschem „Erfolgs“-Eifer) „einer Ideologie oder einer menschlichen Parteiung zu Diensten sind“. (Anm.: Staatskirchentum, Gallikanismus, Josephinismus, Ein-Parteien-Diktatur oder einer Ideologie .“. „Vielmehr sollen sie als Boten des Evangeliums und als Hirten der Kirche (all) ihre Kraft auf das geistliche Wachstum des Leibes Christi verwenden(vgl.: PO n. 6 Ende).  

Es ist Missbrauch der Mitgliedschaft in der sakramentalen Bruderschaft des Apostelamtes: zu meinen, Christus „korrigieren“ zu dürfen.

Christus korrigieren zu dürfen ist  keine theologische Kategorie, aber auch k e i n e entsprechende, vom Geist Gottes kommende Initiative.                                                                                                                                                                                             Für einen Katholiken gilt es in der Ausübung der legitimen Freiheit des gewissenhaften Denkens und Handelns sich auf das sogen. Moralsystem des „Probabilismus“ einzustellen. Alles, was für eine moralisch gute Entscheidung „wahrscheinlich (probabel) gut ist, dafür kann sich ein Katholik legitim und frei entscheiden. Aber, wenn es um Fragen der Sakramentenordnung geht, da gilt nach der Lehre der Kirche das sogenannte Moralsystem des „Tutiorismus“. Dieses leitet einen Katholiken an, dass er sich in der Frage der Feststellung der Ordnung und der Zahl  der Sakramente und deren Verwaltung nur dann legitim und gut entscheidet, wenn er sich in seinem Fachwissen „ganz sicher “ (tutior/tutius: sehr sicher“ ist (grammatikalische Form: Elativ. Nicht Komparativ: „mehr“ als sicher, denn dann könnte ja überhaupt niemand etwas  entscheiden).  

Zur Verdeutlichung des Anliegens der Moralsysteme: d r e i klärende Fragen:

Eine e r s t e klärende Frage bezüglich des Weiheverständnisses: Was ist im Verständnis des geistlichen Amtes wichtiger (tutior/ tutius)?

  • die sicher unzerstörbare (griech: aphthartoos) und ungebrochene Weitergabe der apostolischen Anfangsstiftung Jesu durch die Generationen hindurch (traditio apostolica: Weitergabe des apostolischen Glaubensgutes, (nota: das ist eine Hirtenaufgabe, bei der der Heilige Geist mithilft),
  • oder – wegen einer zeit- oder kulturgeschichtlich „gefälligen“ und vom Sakrament her gesehen, eines eher „beliebigen“ und „nicht ganz sicheren“ Grundes gegebenen „Plausibilität“:  d a f ü r  das Zulassen einer Unterbrechung des geisterfüllte, sicheren (!) apostolischen Zusammenhanges einzutauschen mit der klaren nachteiligen Konsequenz, dass das „depositum fidei“ (die „sehr sichere“ Glaubenshinterlage) über kurz oder lang in Frage gestellt werden kann, bzw. in Frage gestellt wird (!), weil es ja schon einmal möglich war, das depositum fidei in Frage zu stellen !!; dann müsse es (!!) doch in einer anderen „Plausibilitäts-Situation“ (so wird dann in einem anderen Zusammenhang argumentiert werden) doch logischerweise auch wieder in Frage gestellt werden können oder dürfen.

Eine z w e i t e klärende Doppelfrage zum Amtsverständnis: könnten ordinierte Frauen vor dem Angesichte des himmlischen Vaters die große Doxologie bei der Eucharistiefeier so vollziehen, dass sie dabei – unter gewissenhafter (!) Berufung auf ihre Einsetzung als Frauen  in das apostolische Amt-durch Jesus Christus   geistmächtig beten könnten: „Durch Ihn (das heißt mittels des – durch meine/unsere angeblich „geistmächtige“ Wandlungsvollmacht als Frau – im „gewandelten Brot“ und im „gewandelten Wein“ den Opferleib und das Opferblut Christi vor dem himmlischen Vater gegenwärtig zu bekennen? und weiter zu beten:  „mit Ihm und in Ihm, wird Dir, Gott, dem allmächtigen Vater, in der „Einheit des Heiligen Geistes“(dh. in der vom Geiste Gottes gewirkten Einheit der katholischen und apostolischen Kirche), sowie  v o r allen Engeln und Heiligen sowie  v o r Deiner ganzen erlösungsbedürftigen Schöpfung, a l l e Herrlichkeit und Ehre, jetzt und „in E w i g k e i t ! zuteil ? nämlich d e s w e g e n „in Ewigkeit“ , weil Jesus, der wahrhaft gegenwärtige gekreuzigte und auferstandene Herr, beim Vollzug dieses liturgischen Ritus´ der Gott,  den Vater, ehrenden, und sich ihm hingebenden Aufopferung (nämlich große Doxologie) es in erster Linie der real und wahrhaft gegenwärtige Jesus Christus selbst ist, der sich dabei für das Heil der ganzen erlösungsbedürftigen Menschheit und zur ganzen Ehre und Verherrlichung  des Vaters hingibt, sich  aufopfert? Und können sich dabei alle – die eucharistische Doxologie mitfeiernden –  G l ä u b i g e n   mit   diesen- von einer Apostelnachfolgerin (sogenannten „Bischöfin“) oder von einer Apostelmitarbeiterin (sogenannte „Priesterin“)  angeblich geistmächtig gewandelten Opfergaben in heiliger Gemeinschaft (mit dem/unserem Hohepriester, der hier sicher real gegenwärtig ist) sich selbst freiwillig und hingabevoll in seinem wahren Opferleib und Opferblut anwesenden  Erlöser  zusammen mit IHM sich vorbehaltlos zu verbinden und sich  so durch Ihn und mit Ihm und in Ihm sichdem besten Vater  darbringen, wenn nicht ganz sicher ist, ob im – von einer „geweihten“ Frau gewandelten Brot und Wein, Jesu Opferleib und Opferblut  in wirklicher Weise real gegenwärtig sind? Abschließend zur Verdeutlichung noch eine d r i t t e Frage:

  • Zu wem hat Jesus beim letzten Abendmahl gesagt: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“?   Wenn das Lehramt der apostolischen  Kirche durch zweitausend Jahre ungebrochen  mit der ganzen (Lehr-)Autorität der  Kirche und allen Päpsten und mit dem (Blut-) Zeugnis so vieler Märtyrer des Weihesakramentes immer vertreten hat, dass J e s u s den Aposteln beim letzten Abendmahl den Auftrag gegeben hat „dies zu s e i n e m Andenken (lat.:memoria, griech: anamneesis) zu tun“ und s i e sich gleich nach der Himmelfahrt des Herrn und der pfingstlichen Geistgabe – also innerhalb von n e u n  Tagen – in der ersten Generation des Lebens der Kirche sich für die Feier des „Brotbrechens“ am „Herrentag“ allein zuständig wussten; von wo hat diese e r s t e  Generation der Apostel diese Sicherheit gehabt? Aus eigenem  aufgeplusterten Vollmachtsdenken?

 

Von wo hat die erste Generation Apostel von allen Anfang an  ihre             G l a u b e n s s i c h e r h e i t  her ?

Als Antwort auf diese Frage muss  man auf  die „ mündliche Überlieferung“ hinweisen, der die „apostolischen Zeit“ ihre Sicherheit verdankt.                                                                                                                                                                                                 Ihre Quelle ist das gläubigen Verhalten der Erst-Apostel in der Gemeinde von Jerusalem, in anderen von ihnen gegründeten Gemeinden  oder bei der ersten Missionsreise des Apostel Paulus das für die apostolische Kirche bis zum Tod des letzten Apostels hauptsächlich  maßgeblich war.                                                                                                       Dieses „Verhalten“ der Apostel war ja zeitlich früher als die apostolischen Briefe; man könnte  diese Gelegenheits- schriften als Ausübung apostolischer Gemeindeleitung nennen, gleichsam „apostolische Fernsteuerung“ der Gemeinden ;     und diverse Jesusworte (Logien) und die literarische  Komposition der Evangelien,  bei deren Verkündigung im  Gemeindegottesdienst „Jesus zum Sprechen“ kam.                                                                                                                        Im  Laufe der Zeit „ersetzten“ sie  die lebendige Predigt der Apostel oder erhielten sie weiter lebendig  und  immer mehr kamen sie dann neben der Offenbarungsquelle des Lebens und Verhaltens der Apostel  gleichsam ergänzend und verdeutlichend  dazu. Beide „Quellen“ sind Apostel“predigt“, die eine verbal, schriftlich, die andere „non-verbal“, wenn auch zum Teil in möglichen  schriftlichen Hinweisen  über die vollzogene Liturgieordnung am „Herrentag“, wenn auch keine! „Agenda“ der Apostel vorhanden ist, oder bis jetzt noch keine gefunden wurden.                                                                                                                         Dazu kamen  manche ganz frühe Kirchenordnungen die nicht als Glaubensverkündigung,  sondern als quasi Protokolle des Ist- Zustandes kirchlichen Lebens geschrieben wurden, und von denen man  manches ablesen kann. (z.B. der 1.Klemens– brief, (n. 41-44) um 100 in Rom; über die Art und weise, wie eine Bischofs- oder Priesterweeihe in dieser Zeit gesehen und  vollzogen wurde), die Didache („Apostellehre“ , syrische Kirchenordnung) um 100, um ca 117  die 7 Sendschreiben des Bischofs Ignatius von Antiochien auf seinem Transport als Gefangener zum Vollzug des Todestrafe in Rom (Martyrium); die Märtyrerakte des Heiligen Bischofs   Polykarp von Smyrna und  andere, z.B. die Märtyrerakte der Hl. Protomär tyrerin (Erstlingsmärtyrin  aller Frauen), der Hl.  Thekla von Ikonium. Jedenfalls aus dieser frühen apostolischen  Zeit weist nichts darauf hin, dass  gläubige Frauen in die Körperschaft der Apostel aufgenommen wurden. Meinen wir  aber nur nicht, dass die mündliche Überlieferung nur ein „leeres“ theologie-theoretisches „Bau-Gerüst“ sei. Und dass dahinter kein „Rohbau an Erkenntnis“ von der Art und Weise des  kirchlichem Lebens der frühen apostolischen Zeit  stünde!

Die kanonische „Apostelgeschichte“ ist ein echtes bibel-theologisches Link zu dieser Frage  

Hat doch der auferstandene Jesus selbst (nach der Darstellung des Hl. Evangelisten Lukas,  siehe Apg 1,2b ff) „durch den Heiligen Geist den Aposteln , die Er sich erwählte, Anweisungen gegeben“,  und als er ihnen erschien (griech: oophthee, sich sehen ließ), „durch 40 Tage über das Reich Gottes gesprochen.“

Können 2000 Jahre Kirchengeschichte die  Stiftung des geistlichen,  apostolische Amtes durch Jesus  schwächen ?

Wenn man das alles erwägt, dann stellt sich die ernste Frage: Von wo sollten denn die Nachfolger der Apostel – nach 2000 Jahren –  welche zusätzlich neuen, geistmächtigen Sicherheiten herhaben? (vgl. den Abschnitt über den Tutiorismus im Bereich der Sakramentenordnung) dass sie sich dann „auf einmal“ der geistlichen Vollmacht sicher sein können , mit gleicher Autorität (wie bisher, nach zweitausend Jahren!) nicht nur (vorbereitete) Männer zu diesem ihren eigenen Amt ermächtigen zu können , sondern meinen, dazu auch Frauen gültig ermächtigen zu können? Im Übrigen ist es aufschlussreich, dass der bekannte (evangelische) Kirchenhistoriker  A. Harnack (*1851 – +1930) sehr verwundert war über das Entstehen des „Frühkatholizismus“ um das Jahr plus-minus 100 in allen (!) christlichen Gemeinden mit dem besonderen Kennzeichen des sogen. Mon-Episkopats, umgeben von des Einheit der Presbyter im sogen. Presbyterium gehört diese geistmächtige Entwicklung zur inneren Lebensordnung der Stiftung Jesu dazu!?

Es ist wertvoll zu erfahren, dass es  um das Jahr 2000   n i c h t  das  erste  Mal ist,

dass sich die Verantwortlichen der Kirche Rechenschaft darüber zu  geben hatten, ob die katholische Kirche während  der  gesellschaftlichen Änderungen durch die Jahrhunderte hindurch nicht etwa ihre erste, apostolisch – kirchliche  Identität eingebüßt habe. Der große Theologe Hippolytus von Rom  hat als erster um das Jahr 175 eine Übersicht über die kirchlichen und laikalen Ämter und Dienste zusammengestellt und die Entwicklung des kirchlichen Leben akribisch untersucht . Er war  ein  Gelehrter, der in Rom am Schnittpunkt östlicher (griechischer (Smyrna), Bischof Polykarp, Apostel Johannes) und westlich- gallischer Tradition (Lyon, Bischof Eirenäus) stand.(vgl. sein/ bzw. das Werk: „Traditio apostolica“) durch das deutlich wird, dass die apostolische Identität seit den Anfängen  des kirchlichen  Lebens erhalten geblieben ist  Jedoch  gab es kulturgeschichtliche Differenzen bezüglich der Bestimmung des Termines zur Feier der Auferstehung Christi. Um das Jahr 400, in der ersten Zeit der Freiheit der Kirche von staatlicher Verfolgung, als es sozusagen gesellschaftlich  „schick“ wurde, ein Christ zu sein und die „prisca virtus“der Verfolgungszeit im christlichen Alltagsleben nicht mehr notwendig schien und manche als Ersatz dafür das mönchische Leben in der Wüste als hohes anforderndes Ideal sahen.  Da sammelte und verglich  man die zugänglichen alten Kirchenordnungen. Ja, es  wurden sogar unter dem Schein der alten „hohen Ideale“ strenge neue Kirchenordnungen neu verfasst (Pseudographe). Die wohl sensationellste Überprüfung   der Vergangenheit der Kirche  – was das Ergebnis für den Forscher selbst betraf –   war wohl die streng unparteiische und „wissenschaftliche“ Nachverfolgung der Kirchengeschichte durch den anglikanischen Theologen, John Henry Newman (.*21,02.1801 – +11.08.1890). Dieser  meinte bei seinen Forschungen zu dem Ergebnis  kommen zu werden, dass die anglikanische Kirche die „via media“ zwischen dem rationalistisch gewordenen Protestantismus und der veralteten, spät barocken katholischen Kirche sei. Er  „musste“ feststellen, dass entgegen seinen Erwartungen sich  die Anfänge der apostolischen Stiftung Jesu  letztlich  in den ca.2000 Jahren so entfalteten, dass die heutige katholische Kirche das unretuschierte Resultat  dieser geistmächtigen Anfänge ist.    – Deswegen „musste“ er  in ‚ intellektueller Redlichkeit‘  später gemäß dem Ergebnis seiner kirchengeschichtlichen Forschungen  in die katholische Kirche (09.10. 1845) konvertierten und 1847 sich in der katholischen Kirche gültig (!) zum Priester weihen lassen. Vor einigen Jahren wurde er in der katholischen Kirche selig gesprochenen.

Im „Fangnetz des heilsgeschichtlichen Zusammenhanges“  wird sich immer alles Katholische finden, das zur apostolischen Stiftung Jesu gehört.

Es ist das soweit nicht verwunderlich! Und was machen die verantwortlichen Hirten und Lehrer der Kirche in der Zwischenzeit mit der bis heute überkommenen apostolischen Kirchenordnung? Sie ist auf jeden Fall sicheres Offenbarunsgut aus den Anfängen des kirchlichen Lebens. Offensichtlich sind der Selige Papst Paul VI und der Heilige Papst Johannes Paul II in dieser Frage auch nicht weiter gekommen, wenn sie lehrend sagen: die apostolische Kirche von heute sieht nicht, dass sie die Vollmacht hätte, Frauen zum Apostelamt dazu zunehmen, All jene, die in dieser ekklesiologischen Angelegenheit jedoch der zeitgeschichtlichen „Plausibilität“ den Vorzug geben möchten, sind nicht gut beraten und verzwecken unwillkürlich den – tatsächlich nach einem Wort des aufgeschlossenen Papstes Franziskus – so „unentbehrlichen Beitrag der Frauen“ für ein menschliches Leben in Gesellschaft und Kirche mit ihren eigenen – heute schon wieder relativ gewordenen –Vorstellungen oder Ideologien über das  Herumbasteln am apostolische Weiheamt.  

Es sind  P i o n i e r g e d a n k e n  gewesen,…

…die sich in den Herzen mancher aufgeschlossenen Priester und Gläubigen in ihrer Jugendzeit zu entfalten begannen, eine lange Zeit schon v o r (!) der Feier des 2. Vatikanischen Konzils. Und kurz   nach dem 2. Vatikanischen Konzil wurden diese zukunftsträchtigen Visionen voreilig mit dem euphorischen, sogenannten  -„Erleichterung versprechenden“ –  „Geist des Konzils“ getränkt, ohne genug Zeit gehabt zu haben, „das Konzil“, das heißt seine Texte genau gelesen und studiert zu haben und dessen neue, theologischen Weichenstellungen gleich hinreichend erkannt und verarbeitet haben zu können. Und so kam es dazu, dass man seine altgewordenen, hoffnungsvollen Erwartungen auf „ein“ Konzil (nach welchen Kriterien und Vorstellungen ?) mit – aus dem Lehrzusammenhang gerissenen – Konzilstexten – immer wieder darzustellen und aufzubauen bemüht war oder heute noch ist, ja, dass man gelegentlich sogar lieb gewordene Absichten als angebliche Konzilsworte ausgab (!)., statt dass man sich die wertvollen Elemente ihrer begabten Intuitionen aus der früheren Jugendzeit durch den erneuerten Lehr- und Lebenszusammenhang der Kirche( nach dem 2. Vatikanischen Konzils) läutern ließe. Resultat: „der unentbehrliche Beitrag der Frauen“ (Papst Franziskus) verkommt zu einem Propagandavehikel für unausgegorene Reformpläne für das- letztlich dann aber zerteilte – apostolische Amt in der Kirche. Mit dem Wort „zerteilt“ ist gemeint, dass man z.B. den Diakonat nach eigenen Vorstellungen aus der alten Dreiheit des apostolischen Amtes „herauslöst“ und isoliert sieht. Und es ist vorauszusehen, dass man später wieder aus der Trickkiste der subjektiven Vorstellungen „konsequenter Weise“ die Forderung hervorzaubern wird, dass für Frauen „doch auch der Episkopat“ offenstehen „müsse“, weil ja seit den Glaubensvätern das „echte“ apostolische Amt“ „von Alters her“ eine drei-stufige Einheit war und wenn eine Frau die Diakonenweihe „problemlos“ empfangen haben konnte, dann müsste sie letztlich auch die Fülle des Weihesakramentes, die Bischofsweihe, empfangen können!     

vgl. die aktuellen  anglikanischen Konstruktionen

 zur Aufrechterhaltung einer gewissen staatskirchlichen Einheitsfassade, auf die man sich bei einer Bischofsweihe deklamatorisch  berufen muss, weil es sonst nichts anderes gibt! Denn die biblisch-kirchliche Einheit hat man – trotz mancher öffentlicher Notschreie – Zeugnisse hoffnungslos  zerredet, mehrmals  unentschlossen abgewählt und in dieser gewünschten Einseitigkeit findet man eigenartiger Weise aus einer  ekklesiologischen  S a c k g a s s e   nicht mehr heraus, in die man durch den Katholikenhasser Heinrich  VIII und seine Tochter Elisabeth von England mit viel Blutvergießen, Todesurteile und Gewaltanwendung  hineingeprügelt wurde!     

Warum „kirchengeschichtliches Rätselspiel“

wie es in der Überschrift heißt.?- „Rätselspiel“ darüber, wie denn das „neue“   apostolische Amt in der „Kirche der Zukunft“ aussehen soll, wenn das „geistliche Amt für die Zukunft“ nicht so sein „darf“, wie es Jesus gestiftet hat, nämlich ohne Frauen als Mitglieder im Apostelkollegium.  

Genau genommen ist das „apostolische Nein“ zur Frauenordination

nicht ein „Verbot“,( das aus einer rigiden Junggesellenhaltung mit frauenfeindlichem Hintergrund kommt) sondern viel mehr ein Hinweis auf eine komplementäre Art des gläubigen Mitlebens mit dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn in seiner apostolischen Kirche. Auch dadurch gibt es viel fruchtbares Kirchenleben und viel Einheitszeugnis, das aber nicht zerstörerisch, sondern kirchenaufbauend gelebt werden kann. Schon mit dem Empfang der Taufe werden allen Jüngern trotz des unheilsvollen, erbsündlichen Laufes der Geschichte unwiderruflich die drei „eingegossenen, göttlichen  Tugenden“ Glaube, Hoffnung und Liebe geschenkt, um heilsgeschichtlich (nicht zuerst psychologisch) „erfolgreich“ zur Vollgestalt der persönlichen Reife – nach dem Vorbild und dem Wunsch  Jesu, des Weltenerlösers – in seine apostolische Kirche zu gelangen und fruchtbar in iht zu leben und an der Erlösung der Welt mitzuhelfen.  

Unter den gleichen Worten: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“

weckt Jesus zwei Arten apostolischer Lebensweise in seiner Kirche (PO 2, Abs. 1 + 2): „Damit die Gläubigen zu einem Leib zusammenwachsen, in dem „nicht alle Glieder denselben Dienst verrichten (Rom 12,4) hat der gleiche Herr einige von ihnen zu amtlichen Dienern eingesetzt. Sie sollen in der Gemeinde der Gläubigen heilige Weihevollmacht besitzen zur Darbringung des Opfers (Anm.:Christi) und zur Nachlassung der Sünden und das priesterliche (Anm.: Hirten-) Amt öffentlich vor den Menschen in Christi Namen verwalten.“ Mit den obigen Worten vom letzten Abendmahl gibt Jesus de facto an, in welcher „liturgischen Form“ die Apostel Jesu Priesterdienst (bis zum Tod am Kreuz und seiner Auferstehung) ausüben sollen. In den heiligen Zeichen vom gewandelten Brot und Wein feiern die Priester den öffentlichen Dank der erlösten Menschheit an den Vater, auch für alle Hingabe, die Jesus bis zum Tod am Kreuz (schon am Vorabend seines Leidens) für uns alle feierlich dem himmlischen Vater gewidmet hat. Es geschieht überraschender Weise so, dass gerade dadurch, dass wir die Hingabe Jesu an den Vater vollziehen, Jesus der gekreuzigte und auferstandene Weltenheiland in den eucharistischen Gestalten ganz bei seiner Kirche bleibt (Tabernakel) Eine andere Form der apostolischen Lebensgestaltung ist das Bemühen um die Verwirklichung der Lebensweise Jesu in den Umständen des eigenen Lebens und des Lebensstandes; alles, was Jesus stellvertretend für das ganze erlösungsbedürftige, weil sündig gewordene Menschengeschlecht gelebt und getan und opfernd erlitten hat, bis hin zu dem, dass alles, was in der Hingabe des Herrn an den himmlischen Vater – für uns- noch nicht geschehen ist, wir in der Hingabe des eigenen Lebensgehorsams momentweise, stückweise, aus den jeweiligen Umständen des Lebens vollziehen. Ein christliches Ehe- und Familienleben, die außerordentlichen Berufungen des freiwilligen Ordensstandes und Mitarbeit an der Missions-aufgabe der Kirche. Und das Anerkennen der apostolischen Stiftung, zu deren Ausübung seit alters her – durch Jesus verfügt – nur Männer bestellt werden, ist auch ein gläubiger Beitrag zum Aufbau der Kirche und ihr so – mitglaubend mit ihr –auf dem Felsen Petri weiteren Bestand zu geben, damit das Echo des Wortes Gottes lebendig weiteren Glauben weckt. Diese zwei apostolischen Berufungen ergänzen einander, jede hat ihre Verheißungen und jede ihre Anforderungen, nämlich in den oft verborgenen Umständen und „Zeichen der Zeit“ den Ruf Jesu  h e u t e   zu persönlicher Umkehr und Vertiefung der Bekehrung zu entdecken und zu vollziehen .  

Zum Hirtendienst der Apostel (und ihrer Nachfolger) gehört: nicht nur der achtungsvolle Umgang mit/für Frauen und Witwen, sondern auch der behutsame Umgang mit der „Braut Christi – seiner Kirche“

Hoffentlich kommt es nicht durch selbstzerstörerische Grabenkämpfe im „Lehrstreit“ zu einer – das kirchliche Leben schädigenden –„Immunschwäche“, so dass am Ende nicht „die Frauen“ diskriminiert erscheinen, (wie es die einen gutmeinend befürchten und vermeiden wollen, während andere es vielleicht aus „propagandistischen“ Gründen eventuell gerne hätten) sondern dass dann auf einmal ungeplant und ungewollt die Braut Christi (die Kirche) mit „Flecken, Falten Runzeln“ und dergleichen dasteht.  weil sich die geweihten Hirten nicht an den apostolischen Willen Jesu halten und in der Kirche nach eigenem Gutdünken (Willkür) „herumfuhrwerken“.Dann wird sie niemand mehr „haben wollen“, wie eine missbrauchte Braut und dann ist sie auch kein „signum credibilitatis“ mehr, (keine Glaubwürdigkeitshilfe für die persönlich- mühsame aber heilvolle Annahme des weltweiten Erlöserwirkens Jesu. Sie, die Kirche,  wäre nämlich dann nicht mehr eine Glaubenshilfe und Stütze für das gläubige Gottesvolk, wenn sie nicht mehr – gemäß dem Stiftungswillen des Messias Jesus Christus – (und durch das Mitwirken ihrer apostolischen Hirten mit den Heilsplänen des lebensspendendem Hauptes) „rein und heilig“ da stünde in Treue zu ihrer Berufung: „im Wasser (Anm.: der Taufe) und durch das Wort“. Das sind nämlich jene sakramentalen Zeichen, wodurch „Jesus Christus   s i c h seine Kirche herrlich (griech.: endoxon) vor seinem Angesicht erscheinen lässt.“ (vgl. Eph 5,25 – 30) (mithilfe seiner Hirten und der- in der katholischen Kirche – an Ihn Glaubenden: die „Christifideles laici“  

U.  I.  O.  G.  D.

Verfasser verdankt viel kirchengeschichtliche Einführung seinem langjährigen Religionsprofessor Dr. Anton Maria Pichler, am BG IX, Wasa-Gymnasium. Propst der Votivkirche in Wien; Religionsinspektor in der ED. Wien für Mittelschulen, Verfasser mehrerer Religionsbücher für Mittelschulen. Matura am 11.Juni 1953 in Religion, Englisch und Geographie; -besonders viel seinem jahrelangen Dogmatikprofessor, Dr.P .Cyprian Vagaggini OSB, St. André Bruge, Belgien, Professor am Internat. Benediktinerkolleg Sant‘ Anselmo in Rom, Peritus der itelienischen . Bischofskonferenz beim 2. Vatikan. Konzil für Ekklesiologie und Liturgie. Er verfasste im Auftrag Papst Pauls VI den sogen. Kanon III der Hl. Messe, der (v o r der päpstlichen Approbation) für ein Monat in Form der Konzelebration von den Professoren und Alumnen von Sant‘. Anselmo ad experimentum gefeiert und begutachtet wurde. Seine letzten Lebensjahre verbrachte P. Cyprian am Berg La Verna, wo der Hl. Franziskus mit den Stigmata begnadet wurde. mein besonderer Dank gilt Abt M a u r u s Knappek OSB, Stift Altenburg der uns zum Studium der Philosophie und Psychologie in das Kolleg St. Benedikt in Salzburg (bes.bei Prof. Dr. P. Ildefons Betschart, OSB Einsiedeln-Salzburg entsandte und zum Theologie-Studium an das Internationale Kolleg Sant‘ Anselmo des Benediktinerordens in Rom sandte. Voll Dankbarkeit bin ich auch gegenüber emer. ErzB. Dr. G. Eder von Salzburg, der als Referatsbischof der Bischofskonferenz (für Pastoral und für Wallfahrtsseelsorge) mich durch ein Jahrzehnt . als Sekretär des Österr. AK Wallfahrtsseelsorge berufen hat (1. Weltkongress für Wallfahrtsseelsorge 1991 in Rom) und allen D i ö z e s a n b i s c h ö f e n  v o n St. Pölten, aus der Zeit meiner pfarrerlichen Aufgaben: Exz. Dr. Franz   Z a k , meinem Weihebischof vor 55 Jahren, der mir auf Vorschlag des Hwst. Abtes Ambros Griebling die Pfarren   H o r n (18 Jahre)und des Abtes Bernhard Naber die Wallfahrtspfarre M a r i a   D r e i e i c h e n   (25 Jahre als Pfarrer + 3 Jahre als Wallf.-Seelsorger ) anvertraut hat;              Exz. WeihB. Dr. Alos   S t ö g e r , der gegenüber meinen lehrhaften Anliegen immer wohlwollend war sowie auch Exz Prof. Dr. Kurt K r e n n,  in dem ich trotz aller Unruhen immer meinen/unseren Bischof gesehen habe, und das, was er Gutes wollte, und ich es erkannt habe, das habe ich auch getan: Diözesanverantwortlicher für die Wallfahrtsseelsorge(-r), „Tag der Heiligung der Priester“ eine Aufgabe für das ganze Presbyterium, ein Wunsch des heute Heiligen Papstes Johannes Paal II; Exz. W eihB. Dr. Heinrich  F a s c h i n g ,  der die mühevolle Aufgabe hatte ,unter zwei Bischöfen seinen Dienst für die Diözese und für uns zu leisten unser aktueller Dözesanbischof DDr. K l a u s   K ü n g , dem alle dankbar sind, dass er in den vergangenen zehn Jahren. mit seiner (ärztlichen und geistlichen) Heilkunst das „Schiff der Diözese“ in ruhigere Gewässer führte. Kan. Prof..Dr. Alois   H ö r m e r , Domscholaster,  Professor für Liturgie u. Sakramente an der Philosoph.-Theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten, sowie Prof. Dr. habil. Josef  S p i n d e l b o e c k ,  Gastprofessor am ITI, Trumau, und Prof. Dr. habil Jan F l i s , emer. Professor für Neues Testament an der Philosophisch- Theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten;  Ordinarius für NT an der theol. Fakultät der staatl. Univ. Stettin, Herausgeber namhafter biblischer Werke, u.a. Konkordanz zur Poln. Millenniumsbibel.                                                                                                                                       Leider kann ich nicht alle Hwst. Herren (und mitarbeitende Damen) namentlich anführen, die die engsten Mitarbeiter der Bischöfe waren (bzw. dabei mitgeholfen haben)., auch nicht alle Mitbrüder im Benediktinerorden, in der Wallfahrtsseelsorge und in der Diözese St. Pölten, die wir uns in den Anliegen der Kirche gefördert und gefordert haben. Wenn es jetzt ein wenig sentimental geworden ist, dann brauche weder ich mich zu schämen, denn das Leben in der Kirche/Orden und für Jesus im apostolischen Prietertum (presbyterium der Bischöfe von St. Pölten als ein Glied der Weltkirche) beansprucht schon unsere Gefühle, noch brauchen die hochw. Mitbrüder, dieses Gefühl verleugnen, denn wie hätten wir uns sonst kennen gelernt? Wir waren an vielen (teils turbulenten, teils schönen Ereignissen irgendwie beteiligt, und wie hätten wir einander näher kennen lernen können, wenn nicht auch unsere Herzen dabei gewesen wären….. denn letztlich. war unser Herz immer dabei, auch wenn wir (uns) „auf die Schaufel genommen haben/ wurden“.

F I N I S   E T   L A U S   D E O !

Erster Entwurf dieses Artikels im Februar 2002 (in Maria Dreieichen) auf stjosef.at und (diverse kürzere und) ein längerer Arbeitsentwurf in der Zwischenzeit auf  https://inmedioecclesiae.wordpress.com/   ; fertiggestellt am 25.11.2014, am Gedenktag der Hl. Katharina, Mitglied der Katechistenschule in Alexandrien, Martertod um ca.312 in Ägypten; bzw. am Vorabend des Gedenktages des Hl. Bischofs Konrad von Konstanz. +975. Endredaktion: ab 17. Dez. 2014, am Tag der O-Antophon: „O sapientia..“   Die Priesterweihe in der katholischen Kirche ist auch heute ausschliesslich Männern vorbehalten 

W I D M U N G  

Die Veröffentlichung dieser Abhandlung widmet der Verfasser seinem ehemaligen priesterlichem  N a c h b a r n ,  mit dem er  vor seiner Rückberufung in das benediktinische Heimatkloster  A l t e n b u r g   verbunden war,   seinem  N a c h f o l g e r   im Dechantenamt des (ehemaligen) Dekanates Eggenburg in der Diözese  S t . P ö l t e n  und dem erst  vor kurzem ernannten         O r d i n a r i u s   für das Neue Testament der theologischen Fakultät der staatlichen Universität S t e t t i n , (Szczecin), Polen,

 o. ö. Professor für Neues Testament, Dr. habil.  J A N    F L I S

der im heurigen Jahr 2015 seinen 70. Geburtstag begehen wird. Aus diesem Anlass verfassen seine Kollegen der theologischen Fakultät  S t e t t i n (Szczecin) und der Philosophisch- Theologischen Hochschule der Diözese  S t.  P ö l t e n, Österreich, dem Jubilar eine Festschrift  in seiner polnischen Muttersprache. 

Der Verfasser dieses Artikels dankt den  Herausgebern  der  Festschrift, dass sie – dem Jubilar zuliebe –  die Seiten  dieses  a u t o d i- d a k t i s c h e n  Traktates als „fliegende Blätter“ in  deutscher Sprache zu ihrer Festschrift dazu nehmen.       

Vivat academia, vivant professores, vivat membrum quodlibet, vivant membra quaelibet, semper sint in flore!“                                                          

„Deus, scientiarum Dominus est“ (Vulgata: 1. Sam 2,3)                                                              in  officio et sacrificio ! P. Robert

   

Die Priesterweihe in der katholischen Kirche ist auch heute ausschließlich Männern vorbehalten.

Ein sakramenten-theologisches Zeugnis des Glaubens der Kirche aus dem Jahr 2001 von emer. Dechant, Kons.R,  lic. theol. P. Robert  B ö s n e r  OSB,

(ehemals Maria Dreieichen), heute Stift Altenburg.

Überblick.:
Vorbemerkungen

I- Zeitgenössische Schwierigkeiten mit der Lehrposition der kath. Kirche

II- Unterschied zwischen religiöser u. kulturpolitischer Ansicht

III-der größere “Ökumene-Horizont“ i durch die ehemals „eine“ Kirche

IV- Kontraposition: evangelische Lehransicht bezüglich Leitungsdienst

V – Kurze aktuelle Zusammenfassung der katholischen Lehraussagen

VI – Exkurs 1: Kompatibles Weiheverständnis in Ost und West

VII – Exkurs 2: Gleiches Verständnis der Priesterweihe in der r.k. und in der orthod. Kirche.

VIII – Ekklesiologischer Hintergrund für das Glaubensverständnis d. geistlichen Dienstamtes

IX – Unterschied zwischen Männer (und Frauen) als freiwillige Helfer oder als apostolische Stellvertreter

X – Verständnishilfe für zeitgeschichtlich geprägte Fachausdrücke

XI – Die historische Wirklichkeit des kirchlichen Lebens war apostolisch geprägt

XII – Handauflegung durch Apostel oder ihre Nachfolger: Zeichen des Anschlusses d. nachapostolischen Gemeinde an die apostolischen Anfänge

XIII – Freiheit der Apostel von andrängenden Aufgaben. Vorrang: Gebet und Dienst am Wort sowie Sorge für die ganze Kirche

XIV – Die konkrete Form der sicheren Weitergabe der Geistgabe Jesu

XV – „Die Kirche sieht sich heute nicht ermächtigt“, Johannes Paul II, 22.Mai 1994

XVI – Kann man je neu ausmachen, wie die von Jesus gegebene Struktur der Weitergabe des g geisterfüllten Amtes, „sicher“ durchgeführt werden kann?

XVII- Der Auferstandene gab – durch den Heiligen Geist – den Aposteln, die er sich erwählt h hatte, Anweisungen.

XVIII – Es gibt kein anderes „geistliches“ Amt in der Kirche, als jenes, das die Apostel als Mit-¬ ) glieder des Apostelkollegiums von Jesus selbst erhalten haben.

XIX – Durch die Apostel (-nachfolger) werden der späteren Kirche die „alternativlos geist- e erfüllten Anfänge“ sicher weitergegeben.

XX – Das Leitbild für die 12 Apostel: die 12 Stamm-v ä t e r des neuen Gottesvolkes

XXI – Das s i c h t b a r e (sakramentale) Zeichen für die verlässliche Weitergabe der h W Weihegnade Christi durch die Geschichte ist die n i c h t u n t e r b r o c h e n e bisch bischöfliche Handauflegung auf je neue Kandidaten..

XXII – Bei der Eucharistiefeier der Gemeinde, „werden die Gläubigen“ immer mehr mit Jesus C Christus und mit seinen ‚gültig‘ bestellten Hirten „eins“, …

XXIII – Bei der Mit-Feier der Hl. Messe, d.h. bei der Eucharistiefeier der Gemeinde, „werden die Gläubigen“ immer mehr mit Jesus Christus und mit seinen ‚gültig‘ bestellten Hirten „eins“…

XXIV – Zusammenfassung:

XXV- keine falschen Experimente mit der Geistgabe Jesu, der kirchlichen Einheit, die vom au auferstandenen Jesus kommt!

XXVI – In einer Zeit, in der manche Katholiken „die gläubigen Frauen“ auch in der Kirche h „ „ehrend“ auszeichnen wollen, ist man nicht gut beraten, wenn..

Vorbemerkung

Der hier vorliegende Artikel ist die nach 13 Jahren end-redigierte Stellungnahme aus dem Jahr 2001. Sie ist durch manche Zusätze länger und e i n d e u t i g e r geworden, da sie der Verfasser ab März 2014 sprachlich und inhaltlich verdeutlicht hat.
Anlass für die End-Redaktion ist u.a. eine methodologische Gegebenheit, die man interessierten Lesern wohl eigens erklären muss. Es geht darum, dass beim Vollzug der sieben Sakramente (also auch beim Sakrament der W e i h e: Welt-Bischofskollegium, die jeweiligen diözesanen Priestergemeinschaften (Presbyterium) und die Diakone) alles so gefeiert und gestaltet werden muss, dass die Gläubigen, das Gottesvolk, und die Empfänger des Sakramentes die S i c h e r h e i t haben müssen, dass ihnen dieses Sakrament s o gespendet wurde, dass sie es g ü l t i g empfangen haben. Sonst sind – besonders beim Sakrament der Weihe – alle anderen Sakramente, die ein „fraglich gültig“ geweihter Priester oder Bischof der Kirche zur Verfügung stellt, ebenfalls „fraglich“ gültig.
In der (Moral-) Lehre der Kirche nennt man diese methodische Vorgabe: Tutiorismus, eine Handlungsweise, die nur bei der Erstellung der (öffentlichen) Sakramente der Kirche angewendet werden darf, Im übrigen Handeln der Kirche und der Gläubigen gilt für das gewissenhafte, gute Handeln der sogenannte „Probabilismus“.(probabel =voraussichtlich richtig, bzw., gut).
Wenn es um die D i s k u s s i o n bezüglich eines Sakramentes geht, muss man sich des Umstandes bewusst sein., dass die A r g u m e n t e zur Verteidigung einer n o t w e n d i g s i c h e r e n Angelegenheit a n d e r s gelagert sind, als wenn es um jeweils verschiedene Ansichten zu einer „voraussichtlich“ richtigen oder falschen Angelegenheit geht. Bei einer solchen Diskussion kann auch ein Diskussionspartner den anderen mit guten oder besseren Argumenten überzeugen wollen. Bei der „Verteidigung“ der Vollgestalt eines Sakramentes der Kirche jedoch ist diese Form der Diskussion („Rhetorik der Überredung“) nicht entsprechend.
Wenn sich daher auf Grund dieses Hinweises ein Zeitgenoss-e(-in) denkt, dass es doch dann überhaupt keinen Sinn hat, über diese Glaubensfrage in der üblichen, konventionellen Weise zu diskutieren, dann hat der/die Betreffende zumindest gemerkt, dass man mit dem Thema der Frauenordination das Selbstverständnis und die Identität der „einen, heiligen, katholischen und. a p o s t o l i s c h e n Kirche berührt. (vgl. das Große Glaubensbekenntnis im „Gotteslob“ (neu) 586,1 „..wir glauben die eine, heilige, katholische und a p o s t o l i s c h e Kirche“).

Von manchen Seiten hagelt es nur so von Vorwürfen und Unverständnis gegenüber der Lehrposition der katholischen Kirche in dieser Frage!

I.) Zeitgemäße Schwierigkeiten mit Lehr-positionen der katholischen Kirche

Das heutige Denken in der Großgesellschaft ist fasziniert von den Erfolgen der Naturwissenschaften, von manchen ideologischen Bemühungen, Einfluss auf die Öffentlichkeit zu gewinnen und von den elektronischen Möglichkeiten, das gesellschaftliche Leben gezielt oder stillschweigend zu organisieren.
Diese Erfolge möchte man unwillkürlich auch auf andere Bereiche des menschlichen Lebens ausdehnen, auch auf jene, die man entsprechend ihrer Eigenart bisher mit angepassten Formen des Denkens gepflegt hat. Es sind vor allem die personalen, kulturellen und religiösen Seiten der menschlichen Wirklichkeit.  Sie unterliegen vor allem dem vorgegebenen, organischen Reifen. Wenn man vom traditionellen geistesgeschichtlichen Umgang mit diesen humanen Wirklichkeiten abgeht und sie einseitig naturwissenschaftlich betrachtet, darf man sich nicht wundern, dass man sie dann nur verkürzt oder uneigentlich erkennt; ja, man gerät direkt in die Gefahr, sie nicht nur als unbedeutend abzuqualifizieren, sondern in gewisse ihrer Bereiche störend oder gar unwiderruflich zerstörend einzugreifen. Beim gegenständlichen Fall dieses Artikels geht es um Identitätsfragen des Selbstverständnisses der apostolischen strukturierten katholischen Kirche.

viele vorwurfsvolle und einseitige Fragen

  • Wie kann man in der katholischen Kirche nur so „sexistisch“ denken, dass man die Voraussetzung für das Erkennen einer tatsächlich von Gott kommenden Berufung zum apostolischen Priesteramt vom „Mann-Sein“ (vom X-Chromosom) abhängig macht?
  • Für viele Zeitgenossen ist die Haltung der katholischen Kirche in dieser Angelegenheit mit einem Plausibilitätsmangel belastet.
  • Warum „demütigt“ die katholische Kirche jene Frauen, die meinen, von Gott zum Priesteramt berufen zu sein? Die verantwortlichen Hirten der (apostolisch begründeten) Kirchen anerkennen von vornherein den inneren „Ruf“ von Frauen nicht als „vocatio divina“ (als eine von Gott kommende Berufung) für das apostolische (!) Priestertum in der Kirche.
  • Fragen über Fragen in der heutigen Gesellschaft, die die katholische Kirche in ein ungünstiges Licht stellen.

Kann die katholische Kirche mit ihrer theologischen Vor-Einstellung überhaupt die Sachwalterin des Stiftungswillens Jesu sein?
So urteilen die heutigen Zeitgenossen. Denn in ihren Augen hat die katholische Kirche allen „Kredit“ verloren. Unwillkürlich wissen sie aber, dass der Auferstandene die Apostel zu seinen Stellvertretern in den Glaubens-Fragen bestellt und somit berufen hat. „ ..wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch..“ Joh 20, 21): Aber gilt das auch noch, wenn sie als Lehrer des verbindlichen Glaubens etwas 2000 Jahre später aus dem Glaubenszusammenhang heraus lehren, was der Plausibilität des Zeitgeistes eines späteren Kulturkreises widerspricht
Jedenfalls wird das Herrenwort im Lukas-Evangelium, Kap. 10, Vers 16 und in allen drei(!) anderen – so unterschiedlichen – Evangelien in dieser Weise interpretiert: „Wer euch“ (Anm.: die Apostel und auch die anderen (72) Jesusjünger und später die Amts-Nachfolger der Apostel) „hört, der hört mich, wer Euch ablehnt, der lehnt mich ab, wer mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat, den Vater.“ (vgl. auch Mt 10,40; Mk 9,37; Lk 9,48; Joh.13,20).

 

II ) Der u n a u f h e b b a r e Unterschied zwischen religiöser Sicht und nur kultureller bzw. gesellschafts-politisch reduzierter Sicht

Wer heute für die Frauenordination in der katholischen (!) Kirche eintritt, der übersieht bei diesem religiösen(!) Thema die unwillkürliche Fixierung des eigenen Denkens auf die geistesgeschichtliche und gesellschaftspolitische Situation der Frau im hochindustrialisierten (Mittel-) Europa und in Nordamerika (inklusive Kanada). Gleichzeitig übersieht er/sie, dass es nicht nur die römisch- katholische Kirchenordnung sowie die byzantinisch-unierte (-n) sprich griechisch-katholische(-n), sondern auch die (byzantinisch-orthodoxe(-n) östliche(-)n Kirchen gibt (mit ihrer Berufung auf die „apostolischen Kanones“ zu diesem Thema). In jenem weiten ost-kirchlichen Bereich ist es nämlich bezüglich Weihe zum apostolischen Diakonat/Priestertum gänzlich ausgeschlossen, dass Frauen zur Weihe zugelassen werden. Dies gilt auch für die orthodoxen Kirchen in Europa und in den Vereinigten Staaten.
Wer sich für die Frauenordination in der katholischen Kirche einsetzt, kennt wahrscheinlich auch gar nicht die lange, eigene, stadt-römische Lehrtradition in dieser Frage!

 

III ) Der g r ö ß e r e Horizont der „Ökumene“ in der ehemals e i n e n (apostolischen) Kirche

Der kirchliche Osten kann – wie gesagt – vieles zur Illustration der Amtsfrage in der katholischen Weltkirche beitragen, auch wenn die geistesgeschichtliche Entwicklung der Stellung der Frau in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit (des Ostens noch) nicht so weit gediehen ist wie bei uns im individualisierten Westen.

Der h e i l s g e s c h i c h t l i c h e Zusammenhang in der Amtsfrage zwischen den kirchlichen Anfängen vor 2000 Jahren und heute.
Der kirchlich-katholische Ordnung der Priesterweihe nur für Männer will nicht eine gewisse „Einfallslosigkeit“ in der Amtsfrage demonstrieren oder eine bestimmte „Minderwertigkeit“ der Frauen aus früheren geistergeschichtlichen Perioden für unseren heutigen kirchlichen Bereich festschreiben, sondern diese Reserve will den heilsgeschichtlichen Zusammenhang zwischen den geisterfüllten Anfängen der Apostel vor zweitausend Jahren und dem kirchlichen Heilswirken der heutigen apostolischen Kirche(-n) rechtfertigen und festhalten. Beide sakramentalen Wirklichkeiten gehenin ihren Grundlagen nämlich auf Jesus selbst zurück!
Es ist ja auffallend, dass gemäß der Heiligen Schrift des Neuen Testamentes schon ganz am Anfang seines „Ostersieges“ „der Auferstandene am Ostersonntag Abend bei verschlossenen (!) Türen in den Abendmahlssaal kam und in die Mitte der Apostel trat“ (vgl. Joh 20,19c) …„und (er) sagte noch einmal „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach: ‚Empfanget den Heiligen Geist…‘ “

 

IV) Kontraposition: Evangelisch-protestantische Lehransicht bezüglich des kirchlichen „Amtes“.

Freilich gibt es im westlich-mitteleuropäischen Bereich (und in Folge davon in Nord-Amerika durch die Auswanderungen (Pilgrimfathers) und heute letztlich weltweit auf allen Kontinenten) durch fast fünf Jahrhunderte die evangelisch-protestantische Lehransicht, die ausführt, dass das heutige Vorsteheramt (sprich Predigtamt) in der evangelischen Kirche kein (!) geisterfülltes, eigenständiges Sakrament ist, sondern „nur“ eine Ausfaltung der Würde des sakramentalen Taufchristentumes. Das Wort „nur“ will keine Minderbewertung der Würde des „königlichen Priestertums“ aller Getauften sein. Diese Aussage will nur den Unterschied zur katholischen Lehrposition herausarbeiten.
Wenn aber das Leitungsamt in der evangelischen Kirchengemeinschaft lehrmäßig nur im Taufchristentum begründet ist, dann ist es – konsequenter Weise – nicht plausibel, dass nur Männer diese Aufgabe ausüben können.

 

V) Kurze aktuelle Zusammenfassung der katholischen Lehraussagen im Priesterdekret des 2. Vatikanischen Konzils

Im Konzilsdekret „Presbyterorum ordinis“ des 2. Vatikanischen Konzils (1962-65) mit dem Untertitel: ‚Dienst und Leben der Priester‘ heißt es dagegen in n.2: „Das Priestertum der (Anm.: apostolischen) Amtspriester setzt zwar die christlichen Grundsakramente (dh. Taufe, Firmung und Eucharistie) voraus, wird aber durch ein eigenes Sakrament übertragen. Dieses zeichnet die Priester (Anm. des Verfassers: als Glieder der einen sakramentalen diözesanen Priestergemeinschaft mit dem Bischof) durch die Salbung des Heiligen Geistes (Markierung durch den Verf.) mit einem besonderen Prägemal (aus) und macht sie auf diese Weise dem Priester Christus gleichförmig, so dass sie in der Person des Hauptes (Anm.: des Leibes, der Kirche), C h r i s t u s, handeln können.“
„ …. (So nehmen) die Priester für ihren Teil am Amt der Apostel teil“ (Anm.: das will sagen: sie sind „apostolisch“, sind aber keine Bischöfe, sondern „nur“. Apostelmitarbeiter) „(es) wird ihnen von Gott die Gnade verliehen, Diener Jesu Christi unter den Völkern zu sein, die das heilige Amt des Evangeliums (Anm.: priesterlich) verwalten, damit die Völker eine wohlgefällige und im Heiligen Geist geheiligte Opfergabe werden.“ (vgl. Röm 15,16, griech.), (siehe dazu in der Kirchenkonstitution „Lumen Gentium“ die Nummer.10, Absatz 2, in der die Aussage über den Unterschied zwischen dem gemeinsamen Priestertum der Getauften und dem Priestertum des Dienstes dargelegt wird.
In der römisch-katholischen Kirche und gleicherweise in der griechisch-katholischen Kirche (wenn auch unter einer anderen Ritusgestalt: Johannes Chrysostomos- Liturgie) und ebenso in anderen unierten Kirchen unter verschiedenen Ritusgestalten) und in dem großen Bereich der orthodoxen Kirchen ist die Verbundenheit und grundsätzliche Einheit der verschiedenen apostolischen Kirchen (mit ihrem gleichen sakramentalen Vorverständnis, was das geisterfüllte, apostolische Amt betrifft) ausdrücklich gegeben, wenn auch die von Christus gewollte Einheit mit Petrus noch nicht bei allen wieder gegeben ist.

.. ein g r o ß e r ökumenischer Kirchen – Horizont
Der Verfasser meint wirklich, dass dieser kirchliche Ökumene-Horizont bei der Behandlung unseres Themas hilfreich sein kann. Vor allem für das Verständnis der Aussage der Überschrift dieser kleinen Abhandlung. Wäre nämlich die Priesterweihe n u r in der römisch-katholischen Kirche wirklich den Männern ausdrücklich vorbehalten, während in den anderen (apostolischen) Kirchen schon längst Frauen zu Diakonen und Priestern geweiht würden, dann könnte man mit Recht sagen, dass da in der römisch-katholischen Kirche ein sexistischer oder frauenverachtender Unterton mitschwingt, der die gläubigen und dienstbereiten Frauen von etwas abhalten will, was ihnen als glaubende Katholikinnen eigentlich „zustünde“. Aber es ist genau u m g e k e h r t!

 

VI) Exkurs 1: Gleiches Weiheverständnis in der altkirchlichen „einen“ Kirche, am B e i s p i e l der ‚Konpatrone Europas‘ dargestellt, der heiligen Brüder Cyrill und Method und des Mönchvaters Benedikt von Nursia (später von Monte Cassino) dargestellt.

Auf ihre Weise drückt das die Bestellung der Hl. Cyrill und Method im Jahre 1980 zu „Konpatronen Europas mit dem Hl. Benedikt“ aus durch den – zusammen mit Papst Johannes XXIII heiliggesprochenen – Papst Johannes Paul II. Diese zwei ebenfalls als Heilige verehrten leiblichen Brüder, die vor dem Jahr 900 als Missionare bei den slawischen Völkern wirkten (Großmährisches Reich), erwiesen sich bei ihrer Slawenmission aus seelsorglichen Gründen als große Förderer der byzantinischen Liturgie. Sie nahmen sie damals aus ihrer südslawischen Heimat Saloniki mit. Im Jahr 1980 hat niemand ein Hindernis dabei gesehen, dass diese zwei ostkirchlichen Missionare zusammen mit dem – schon ca. vierhundert Jahre früher lebenden „Patron Europas“ – dem Hl. Benedikt – der in der lateinmischen Westkirche aufgewachsen ist, als „Konpatrone Europas“ beigesellt wurden.

Der Hl. Benedikt hat als Mönch in Monte Cassino (nicht als Priester!) das eucharistische Opfer immer im römisch katholischen Ritus mitgefeiert und in seiner Sterbestunde das Viaticum, die Hl. Wegzehrung, auf seinem letzten irdischen Weg zu Gott, empfangen. Dennoch sind sie zu „gemeinsamen“ Patronen Europas bestellt worden. „Denn“ – so sagte Papst Johannes Paul II – bei ihrer Bestellung: „die Kirche in Europa lebt nur dann gesund, wenn sie mit b e i d e n Lungenflügel atmet“ das heißt, wenn sie belebenden und kirchenaufbauenden G e i s t „aus der Frömmigkeit der West- und der Ostkirche“ einatmet und aufnimmt“.
So sind alle drei gemeinsam die Schutzpatrone Europas aus dem ersten Jahrtausend geworden und haben Bedeutung sowohl – für die Neu-Evangelisierung Europas als auch für das gemeinsame alt-kirchliche Vor-Verständnis der apostolischen Zulassungsbedingungen zur Diakonen- und Priesterweihe von den Anfängen an.
In beiden Kirchentümern werden nur Männer zu Diakonen und Priestern bzw. Bischöfen geweiht.

 

VII) Exkurs 2: Gleiches Vor-Verständnis der Priester-weihe in der römisch-katholischen Kirche und in den orthodoxen Kirchen; diverse historisch gewachsene Unterschiede

Es wurde von den Aposteln und später von den jeweiligen Bischöfen nur Männern bei der Diakonen-Weihe die Hände aufgelegt und es sind nur Diakone (d.h. Männer) durch die Handauflegung des Bischofs in die geisterfüllte diözesane Priestergemeinschaft „hinein geweiht“ worden. So kann der kirchliche Osten die Glaubenssicherheit in der Amtsfrage bei uns illustrieren,

Anders als in der Westkirche ist die Konzelebration bei der Feier der Hlst. Eucharistie in der Ostkirche immer entfaltet geblieben, die kollegiale, sprich sakramentale Einheit in dem einem geisterfüllten „Presbyterium“ einer Diözese mit dem jeweiligen Bischof blieb in der orthodoxen Ostkirche jedoch weniger deutlich ausgebildet wie in der Westkirche. Genau gesagt wurde diese kollegiale Dimension ab ca. 550 reduziert, weil ungefähr seit dieser Zeit (mit Erlaubnis einer Synode) vor allem verheiratete Männer in der orthodoxen Kirche zu Diakonen geweiht wurden (für die Bischöfe jedoch blieb die altkirchliche Ehelosigkeit um des Himellreiches willen voll aufrecht!). Der Bischof hat sie deswegen auch bei der Priesterweihe nur zu seinem Priestertum dazu nehmen können, jedoch nicht zu seinem Lebensstand als „um des Himmelreiches willen ehelos lebender“ Priester. Mögliche Kandidaten für eine spätere Bischofsweihe hatten meist die mönchische Lebensgestalt gewählt. Es wird auch konsequenter Weise bei einer orthodoxen Priesterweihe immer nur e i n (verheirateter) Diakon zum Priester geweiht.,
In der Westkirche jedoch, wo nur unverheiratete Diakone zur Priesterweihe zugelassen werden, kann der Bischof sie bei der Priesterweihe nicht nur zu seinem Priestertum, sondern auch zu seiner ehelosen Lebensweise dazu nehmen. So konnte das „eine“ geisterfüllte Presbyterium mit dem Bischof in den einzelnen Diözesen der Westkirche in seiner Vollgestalt voll erhalten bleiben.
Eigenartiger Weise war jedoch im zweiten Jahrtausend des Lebens der Kirche des Westens die sakramentale Konzelebration bis zur Wiederaufnahme durch das 2. Vatikanische Konzil verboten. Wahrscheinlich hat das etwas mit dem (mangelnden) Vor-Verständnis des eigenständigen Diakonates zu tun. Ab dem Mittelalter wurden nur Priesteramtskandidaten – als Vorbereitung zur Priesterweihe – zu Diakonen geweiht; schon mit der Verpflichtung zur priesterlichen Ehelosigkeit. (Diakonat nur als kurzes „Durchgangsstadium“ zur Priesterweihe.) während in der Ostkirche der eigenständige Diakonat (verheiratet oder unverheiratet um des Himmelreiches willen) immer erhalten geblieben ist.

 

VIII) Beim Glaubensverständnis des geistlichen Dienstamtes geht es nämlich nicht um ein kultur-geschichtliches, sondern um ein ekklesiologisches Anliegen.

In der alten (östlichen u. westlichen) „einen, heiligen, katholischen und a p o s t o l i s c h e n K i r c h e (vgl. Großes Messcredo, GL-neu 586,1-2) geht es, wie es das Glaubensbekenntnis der Konzilien von Nicäa (325, von Konstantinopel 381 bzw. von Chalkedon 451), Großes Messcredo:- mit der Ausfaltung der Merkmale des wahren Kirchenverständnis deutlich macht (una sancta catholica et apostolica ecclesia), um ein ekklesiologisches Anliegen.

Der Verfasser meint, dass diese Unterscheidung wichtig ist: denn die kulturgeschichtlichen Dinge unterliegen dem Wechsel der Zeitgeschichte, die sakramententheologischen Gegebenheiten hingegen unterliegen der „regula fidei“ (Glaubensordnung), sind Glaubensgut und können sinnvollerweise nur so behandelt werden, wie es dem Glauben und dem Selbstverständnis der Kirche entspricht, das heißt im kirchlichen Traditionszusammenhang, der keine inhaltlich-wesentlichen Änderungen zulässt sondern nur periphere (liturgisch ausschmückende Teilaspekte) und so zur Identität der von Jesus gestifteten Kirche beiträgt. Die Kirche findet ihre bleibende Norm in dieser apostolischen Grundverfassung. Besonders ausdrücklich wird das, wenn es um die Sakramente und um das richtige Kirchenverständnis geht.

 

IX) Die Zeit der allgemeinen (göttlichen) Offenbarung endet mit dem Tod des letzten (Erst-) Apostels:

Wenn die Heilsoffenbarung des Neuen Testamentes mit der sogen. „apostolischen Zeit“ (Tod des letzten Apostels, also ungefähr plus/minus um das Jahr 100) substantiell abgeschlossen ist, wie die Kirche lehrt, dann gehören manche frühchristliche Ordnungen (das, was die Apostel in jener Zeit getan und entschieden hatten), zum normativen Glaubensgut der Kirche dazu. Das will heißen, dass das damalige Verhalten und manche Entscheidungen der Apostel – geklärt durch das spätere Lehramt der Kirche – uns den grundsätzlich nicht veränderbaren (Stiftungs-) Willen Jesu für unseren übernatürlichen Glauben zugänglich machen, auch in der Fragen des geistlichen Amtes.

Das bis dahin einzig vom kirchlichen Glauben getragene Selbstverständnis der Kirche wurde überraschend bestätigt und für alle verständlich erst gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts durch die archäologischen Entdeckungen mancher alten Kirchenordnungen. (z.B. die „Didache“ (Lehre der zwölf Apostel)aus der Zeit zwischen 97 bis 120 oder die theologischen Schriften des großen Theologen, des Hl. Hippolyt, der der Diözesanpatron unserer Diözese St. Pölten ist.

Frühchristlicher „Personalstand“:
Die Heilige Schrift kennt z.B. mehrere bekannte und auch einige weniger bekannte Mitarbeiter (Apostelschüler) in den Reihen der Apostel: Titus, Timotheus aber auch Silvanus und Epaphras. Apostelschüler waren auch die Evangelisten Markus und Lukas, aber auch noch (nach dem Jahr ca. 120) Ignatius von Antiochien, Papias von Hierapolis und Polykarp von Smyrna. Von ihnen weiß man, von welchem Apostel (meistens dem Apostel Johannes)  sie zur Mitarbeit erwählt und später zum Priester/Bischof geweiht wurden.

 

X ) Männer und Frauen als (freiwillige) Helfer im Missionswerk des Apostel Paulus; zum Unterschied: die apostolisch bestellten Mitarbeiter.

Die apostolischen Briefe des Neuen Testaments kennen darüber hinaus aber auch viele andere (freiwillige) Helferinnen und Helfer, Männer und Frauen im Missionswerk der Apostel (vgl. die Grußlisten am Ende der Apostel- Briefe, besonders Rom 16,1 ff). Jedoch wird unter ihnen über keine Frau ausgesagt, was z.B. der Apostel Paulus über Epaphras sagt: „ …. unser geliebter Mitarbeiter,… er ist an unserer Stelle (!) ein treuer Diener Christi„ (Kol 1,7). Im 1.Petrusbrief heißt es hinwieder, dass Petrus den Brief „durch den Bruder Silvanus geschrieben habe“ (1.Petr. 5,12).
Mit einer solchen apostolischen Autorität ist damals – nach den Aussagen der Heiligen Schrift (!) – keine Frau ausgerüstet gewesen; nur von Männern, konkret von Timotheus, wurde gekündet, dass ihm (bzw. später anderen Männern, vgl. 1.Clemensbrief n.42) „der Apostel“ (2 Tim 1,6) die Hände aufgelegt hat – bzw. in einem anderen Zusammenhang – „die Presbyter die Hände bei der Weihehandlung aufgelegt haben, gemeinsam (mit dem Apostel?) „aufgrund von prophetischen Worten“ (1.Tim 4,14). Während von Titus hinwiederum gesagt wurde, dass ihm der Apostel aufgetragen habe „sein Werk“, (dh. das Werk des Apostels Paulus) in Kreta zu Ende zu führen, indem er in den einzelnen Städten der Insel an der Stelle des Apostels Paulus Presbyter einsetzen soll.“ (Titus 1,5).

Bei all diesen Fragen der Ordination, der Priesterweihe, in der apostolischen Zeit und später in der frühen Kirche, muss man aber stets auf Z w e i e r l e i Bedacht nehmen (zeitgeschichtliche Verständnishilfe):

1 – dass nämlich die „Bestellung der Presbyter“ damals nicht nach unserem heutigen (mehr soziologischem) Vor-Verständnis als eine isolierte Angelegenheit gesehen wurde, „damit es halt ‚Priester’ in der Amtskirche“ gibt, die im Sinne von gesellschaftlicher Stellung in der Kirche, um Macht ausüben zu können“ und dies mit dem Unterton, dass sich die „Männer“ diese „Macht“ eigensüchtig und unlegitimiert vorbehalten, um „die Frauen“ davon ausschließen zu können. Eigentlich aber hätten sie als gläubige Kirchenmitglieder auch ein „Recht“ auf dieses „Amt“, so wie die getauften Männer.
In der frühchristlichen Zeit jedoch verstand man im christlich- kirchlichen Bereich in der religiösen Umgangssprache unter presbyter die Leiter der juden-christlichen Gemeinden und später auch die Leiter (episkopoi) bzw. ihre Mitarbeiter im Leitungsdienst, (das Presbyterkollegium und die diakonie  der heiden-christlichen Gemeinden. Alle diese Gemeinden wurden anfangs von einem Apostel oder dessen Beauftragten gegründet.

2 – Priesteralttestamentlichen‘, hebr.: kohén: unter diesem Wort verstand man in frühchristlicher Zeit in erster Linie nur die alttestamentlichen Opfer-Priester, die im Tempel zu Jerusalem für das Schlachten (schächten) der Opfertiere zuständig waren; wenn sie aber alt und gebrechlich waren, machten dies für die alten Opfer-Priester ihre Helfer; jedoch: den anschließenden Bundesschließungs-Ritus der Besprengung mit dem Blut (der geopferten Tiere) vollzogen immer die (wenn auch gebrechlichen) Opferpriester selbst! (dh. die Besprengung der Schriftrolle, des Altares (mit dem Brandopfer der geschächteten Opfertiere) und die Besprengung der – am Opfer anwesendenTeilnehmer).

 

XI)Die historische Wirklichkeit jedoch ist/war anders, als wir Heutigen soziologisch denken:

Priesterweihe, Ordination von Presbytern und Diakonen, gab es in den frühchristlichen Gemeinden der Kirche letztlich nur, damit das Amt und die Geistgaben der Apostel erhalten bleiben und missionarisch weitergeführt werden. Der auferstandene Jesus hat sie seiner Kirche erlitten und  geschenkt, damit sie  „für alle zum ewigen Heil berufenen Jünger“ in den apostolisch  gegründeten Gemeinden fruchtbar werden.
Das wird schon in der apostolischen Zeit deutlich. Den Aposteln – besonders jenem von ihnen, der der Leiter der ersten Jünger-Gemeinde in Jerusalem war (zuerst Petrus, dann Jakobus) – blieb nämlich durch diverse pastorale Verpflichtungen und durch das Schlichten von Spannungen beim Sorgen für die Gemeindewitwen (Apg 6,2 b ff) auch damals schon oft nicht genug Zeit und Aufmerksamkeitskraft übrig für ihre ureigenen persönlichen Aufgaben als Apostel, nämlich jene Aufgaben, die aus ihrer apostolischen Berufung durch den Auferstandenen kamen, zu der sie der Herr selbst rief. Durch die Weihe von Diakonen als pastoral-caritativen Gemeindehelfern bzw. von Diakonen mit Bekehrungsarbeit und Predigt (vgl. Diakon Philippus), „verschafften“ sie sich genug Zeit und Kraft, um sich ihrer Hauptaufgabe widmen zu können, nämlich „beim Gebet und beim Dienst am Wort zu bleiben“.(vgl.Apg.6,7b.ff) Bezeichnender Weise heißt es gleich anschließend an die Diakonenweihe im fortlaufenden Text der Apostelgeschichte (nach der Bestellung der Sieben, d.h. der Diakone) „..und das Wort Gottes breitete sich aus und die Zahl der Jünger wurde größer..“ (Apg 6,7)

Bedeutung des Worte ‚Apostel‘ im alten Judentum
Jesus selbst hat das apostolische Amt betend vorbereitet („er betete die ganze Nacht und dann bestimmte er aus der Jüngerschar jene Mitglieder für den „Zwölferkreis“, die er um sich haben wollte und die er dann zum Predigen aussenden wollte, und damit sie mit seiner Vollmacht die Dämonen austrieben“ (Mk 3,14) (siehe auch Mt 10,1-4) Und „sie nannte Er .Apostel.“. (Lk,6,1216) Dieses Wort (griech.: apostolos, hebr: schaluach, war schon in der profanen jüdischen Verwaltungs- bzw. Geschäftssprache bekannt und heißt so viel wie: der zeichnungsberechtigte Stellvertreter des Chefs, kurz: Prokurist)

Er machte sie – auch geistmäßig – zu seinen Stellvertretern
Zu diesen vorösterlichen und mit Gebet gegründeten „Zwölferkreis“ der Apostel kam Jesus, der Herr, am Ostersonntag-Abend in den Abendmahlsaal; „ er trat in ihre Mitte, die er als seine bevollmächtigten Stellvertreter (Apostel) genannt haben wollte und machte sie jetzt auch geistmächtig zu seinen Stellvertretern. „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch! Dann hauchte er sie an und sagte. „Empfanget den Heiligen Geist!“ (Joh20,21‘)

Durch die menschliche Gemeinschaft der Apostel („die von Gott vorherbestimmten Zeugen; Apg10,41) wird die Menschwerdung des Gottessohnes und sein Erlöserwirken „gleichsam kollegial“ ausgeweitet. Ab nun wird der Herr nach dieser Begegnung und Anhauchung in diesem „Kollegium“ bleibend in der Welt gegenwärtig sein, genauso, wie er in seinem persönlichen menschlichen Leib, den er innerhalb von neun Monaten von seiner jungfräulichen Mutter unter „Überschattung durch den Heiligen Geist“ annahm, als Gottessohn gegenwärtig ist.

So ist der Gekreuzigte und Auferstandene auch in dem gewandelten Brot (und Wein) leibhaft gegenwärtig, das die priesterlichen Mitglieder des geisterfüllten Kollegium in der Feier der Hl. Eucharistie bei der „Wandlung“ „in persona Christi“ zu sich dazu nehmen.
Presbyter- und Diakonenweihe geschah/geschieht dadurch, dass der/die Apostel die erwählten oder durch ein Prophetenwort bezeichneten Kandidaten durch Handauflegung zu ihrem – schon von Anfang an geisterfüllten – Kreis, (Kollegium) dazu nehmen. (du gehörst jetzt zu unsrem Kreis, Kollegium dazu auch mit allen jenen „Ausrüstungen“ (geisterfüllten Vollmachten), die vorher wir von Jesus anvertraut bekommen haben!).
So sollte diese erste Generation von Apostelmitarbeitern (die sogen. „Apostelschüler“), die die Apostel durch Handauflegung in ihr – durch den Herrn selbst geisterfüllte – Kollegium dazu nahmen, das Werk der Apostel weiter führen. Zu dieser ihrer Aufgabe sollen sie sinnvollerweise genauso ausgerüstet sein, wie Jesus selbst die Erst-Apostel ausgerüstet haben wollte. Deswegen nehmen die Apostel die Apostelschüler durch Handauflegung „einfach“ zu ihrem von Jesus mit seinem Heiligen Geist erfüllten „Kreis“ dazu.

Nicht wenn irgendjemand den Gestus der Handauflegung bei einer anderen Person macht, ist dieser/diese schon ein „Geistlicher“, (mundartlicher Ausdruck für einen geweihten Priester, Diakon, will sagen: Ausdruck für das Mitglied einer „fraternitas sacramentalis“ (sakramentale Bruderschaft, dh. presbyterium) des Bischofs einer Diözese. Das kann nämlich jemand nur vollziehen, wenn er von einem Apostel oder von einem Apostelnachfolger dazu bestellt ist, Nur ein solcher kann/darf jemanden (nämlich einen Diakon, der zum Priester berufen und auch vorbereitet ist), zum geisterfüllten Kollegium dazu nehmen. Erst dann gehört dieser Neomyst (Neu-Eingeweihter) zum geisterfüllten Kollegium geistmächtig dazu!

 

XII) Die Handauflegung eines Bischofs ist nicht ein mechanisches oder magisches Geschehen, sondern Hineinnahme in die geisterfüllte Beziehung der Apostel zum auferstandenen Jesus.

Der Ritus der Handauflegung eines Bischofs ist nicht etwas Unpersönliches oder Magisches, bei dem es gleichgültig wäre, wer der Spender und wer der Empfänger ist (eventuell je nach der geistesgeschichtlichen Entwicklung auch eine Frau?), sondern Handauflegung bedeutet den Anschluss der nachapostolischen Kirche an die personale Zeugenschaft des – vom auferstandenen Herrn persönlich mit seinem Geist erfüllten – Zwölferkreises der Apostel. Diese Aufnahme durch Handauflegung in das Kollegium garantiert jedes Mal die Kontinuität mit dem apostolischen! Ursprung!
Dieser apostolische Ursprung
ist durch den – mit göttlicher Autorität von den Toten auferstandenen – Jesus nie ohne jenem Heiligen Geist gewesen, mit dem der – in der Mitte des Apostelkreises befindliche – Auferstandene sie am späten Ostersonntag im Abendmahls-saal angehaucht hat; sich gleichsam in das Kollegium persönlich „verströmt“ hat. Es ist ab jetzt bleibend der Träger der ganzen neutestamentlichen Heilswirklichkeit des Erlösers.

XIII) Die Apostel sollen nicht durch die vielen andrängenden Aufgaben vom „Gebet und vom Dienst am Wort“ und vom Leitungsdienst für die ganze (!) Kirche abgedrängt werden

Erster Anlass für die Bestellung von Diakonen (unterste Stufe der Anteilhabe am geistlichen Amt der Apostel) war – wie vorhin gesagt – dass die Apostel durch die andrängenden Aufgaben, z.B. für eine einzelne Schlichtungs-Problematik innergemeindlicher Zänkereien allzu viel Zeit und Aufmerksamkeit aufwenden mussten, (vgl. Apg 6,2.4). Später kamen noch andere Aufgaben den Aposteln dazu, vor allem die großen Entfernungen zu den von ihnen gegründeten Gemeinden. Weil sie zu weit weg waren, sandte der/die Apostel Stellvertreter dorthin, die für ihn/sie entscheiden sollten (Presbyterweihen) (vgl. Tit 1,5).

Wenn man das Verständnis des „priesterlichen“, dh. presbyteralen Amtes in diesem apostolischen bzw. missionarischen Zusammenhang sieht, dann könnte jedem – mit der ganzen katholischen Kirche mit-glaubenden – Menschen deutlich werden, dass es kein anderes „geistliches“ Amt in der Kirche gibt, als jenes, das die Apostel als (Mit-) Glieder des Apostelkollegiums von Jesus selbst erhalten haben und das sie in der ersten Generation schon ihren Mithelfern anvertraut haben . (Volle Teilhabe: Episkopen; abgestufte Teilhabe: Presbytergemeinschaft sowie die Diakone als ihre Mitarbeiter).
Das richtige Verständnis des Priester – will sagen – Presbyter-Amtes, das von den geisterfüllten Anfängen an immer nur an Männer weitergegeben wurde, – das ist – bis heute – letztlich eine Glaubensangelegenheit sowohl für katholische Männer als auch für katholische Frauen.

Fruchtbare Zusammenarbeit von Männern und Frauen im frühkirchlichen Missionswerk der Apostel
Der Verfasser ist überzeugt, dass es zusätzlich oder neben dem vorhin mit starken Begründungen dargelegten geisterfüllten Amt in der Kirche im pastoralen Zusammenhang die verschiedensten Formen des Dienstes, der Mithilfe und der Zusammenarbeit von Frauen und Männern mit den geweihten Hirten gibt und geben soll.
Diese Zusammenarbeit ist nicht grundsätzlich psychologische „Teamwork-Technik“ sondern in dieser Zusammenarbeit werden die Geistgaben des Apostelkollegium weiter gegeben. Dabei sind ganz besonders die Charismen von Frauen (aber auch von Männern) gefragt. (vgl. das Wort von Hl. Papst Johannes Paul II im Jahr 1999 bei der Bestellung der Schutz-patroninnen Europas aus dem zweiten Jahrtausend). Dabei sprach er vom „fraulichen Antlitz der Heiligkeit“ „das für die kirchliche Gemeinschaft so wertvoll und belebend sein kann.“

Gerade heute kann durch gelungene Zusammenarbeit vieles für den fruchtbaren A u s b a u der kirchlichen Gemeinschaft als des Leibe Christi getan werden, wenn (!) man wahrhaben kann, dass die Weiterführung des „ A u f b a u e s “ der schon gestifteten Kirche als des Leibes Christi, den Nachfolgern der Apostel (dh. dem Welt-Bischofskollegium „cum et sub Petro“, dh. mit und unter der obersten, letztverantwortlichen Leitung Petri und dessen Nachfolger, des Papstes) anvertraut ist. Die ersten – von den Aposteln oder ihren Mitarbeitern gegründeten – Gemeinden waren nicht private Freundeskreise, sondern jede einzelne Ortskirche verwirklicht vom ersten Bestehen ihrer Gründung an im örtlichen Gemeindeleben die eine katholische Weltkirche.

Denn diesen Ortskirchen ist es- als durch einen Apostel- (-mitarbeiter) im Heiligen Geist gegründete – Gemeinden (Ortskirchen, Diözesen) gegeben, in ihrem örtlichen Leben die Gläubigen, d.h. die „Heiligen, für die Erfüllung ihres Dienstes auszurüsten für den A u f b a u des Leibes Christi, (der ganzen Kirche)“ (vgl. Eph 4,11-16 ff).

XIV) Die konkrete Form der sicheren Weitergabe des vom Herrn den Aposteln anvertrauten Heiligen Geistes ist nicht eine geschlechterspezifische Einengung

Wenn die Apostel damals judenchristliche und heidenchristliche Männer ausgewählt haben (und keine Frauen), um ihnen die Hände aufzulegen und sie so zum von Jesus gegründeten geisterfüllten Zwölferkollegium dazu genommen haben, dann ging es damals nicht vorrangig um eine geschlechterspezifische Einengung auf Männer, sondern zuallererst um die konkrete Form, w i e die Weitergabe des von Jesus den Aposteln anvertrauten Heiligen Geistes geschieht. Sie, die Apostel, waren Männer. Darum macht man es in der nächsten Generation bei der Bestellung der Apostelschüler und dann der Episkopen so, wie es durch Jesus bei den Aposteln selbst geschah, indem man ebenfalls wieder Männer zum vorhandenen geisterfüllten Kollegium (das aus Männern besteht) dazu nimmt, damit auch sie für die nächste Generation diese Jesusgabe sicher empfangen, die für die ganze Kirche so wichtig ist, weil er, der Heilige Geist, die Kirche im Sinne Jesu zusammenhält.

XV) „Die Kirche sieht sich heute nicht ermächtigt….

„Die Kirche sieht sich heute nicht ermächtigt“ Hl. Papst Johannes Paul II (Anm. d. Verfassers: auch nicht aus Respekt vor der zeitgenössischen, kulturellen und gesellschaftlichen Entfaltung des fraulichen Wesens, so könnte man sagen) „Frauen zum Apostelkollegium der Bischöfe dazu zu nehmen in den verschiedenen Abstufungen (Diakone, Priestergemein-schaft, Bischofskollegium der Weltkirche.

Die Dogmatische Konstitution über das Geheimnis der Kirche „Lumen gentium“ macht aufmerksam, dass man die konstitutiven Elemente der Kirche nicht eigenmächtig ändern kann. Die Hirten sind an die in der Kirche gegenwärtigen Apostel gebunden (vgl.: LG n.22, Absatz 2, zweite Hälfte).

„Die Ordnung der Bischöfe aber, die dem Kollegium der Apostel im Lehr- und Hirtenamt nachfolgt, ja, in welcher die Körperschaft der Apostel immerfort weiter besteht, (Anm.: Unterstreichung, Schräg- und Fettdruck vom Verfasser) ist gemeinsam mit ihrem Haupt, dem Bischof von Rom, und niemals ohne dieses Haupt, gleichfalls Träger der höchsten und vollen Gewalt über die ganze Kirche“; Untergeordnet gilt das Gleiche bei den diözesanen Priesterkollegien, „Presbyterien“ und auf andere Weise bei den Diakonen: sie alle sind – in den letzten 2000 Jahren s i c h e r – Träger des von Jesus kommenden Heiligen Geistes für die Kirche geworden.
Mit der Handauflegung bei Frauen – so meinen manche – würden auch sie, so wie die Männer in den vergangenen 2000 Jahren, unter Berufung auf den – heute besser (!?) erkannten – Willen Jesu Christi auf einmal das Amt und die Geistgaben der Apostel empfangen und die Sakramente der Kirche weitergeben können. Aber: wie sakramententheologisch sicher ist das Ergebnis dieser Änderung? Wie s i c h e r gültig sind die dann vollzogenen Sakramente, die sie der Kirche geben. Im übernächsten Abschnitt wird darüber die Rede sein.

XVI) Es ist heilsgeschichtlich n i c h t sicher , dass man rein positivistisch – im Extremfall etwa alle Jahrhunderte (?) – je neu ausmachen könnte, wie die sakramentale, von Jesus gegebene Struktur der Weitergabe des geisterfüllten Amtes, „sicher“ durchgeführt werden kann.

Durch 2000 Jahre hat man untrüglich in der bisherigen Ordnung alle apostolischen Gnadengaben weitergeben können. Kann man jetzt (mittels Frauenordination) unter Absehung von jeder unwiderruflichen Entwicklung der Heilsgeschichte, der Sakramenten-theologie und der Anthropologie der Geschlechter rein positivistisch je neu ausmachen, wie die sakramentale Struktur der Kirche und des kirchlichen Amtes den veränderten gesellschaftlichen Plausibilitäten angepasst werden könne? Es könnte sich nämlich, bei aller persönlichen Berufung auf den Heiligen Geist, vielleicht doch ein anderer Geist einschleichen, der von einer ganz bestimmten Zeitströmung geprägt ist oder von dem „Geist“, der den zuletzt gelesenen theologischen Werken entspricht, der aber letztlich doch der „eigene Geist“ mancher wortmächtigen Herren oder Damen ist; falls nicht noch anderes dahinter steckt.

Der mit der Geisthauchung des Auferstandenen am Oster-Sonntagabend dem eingeschüchterten Apostelkollegium anvertraute Geist Christi: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ „Nachdem er das gesagt hatte, haucht er sie an und sprach zu ihnen: Empfanget den Heiligen Geist. Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben“ vgl.: Joh 20, 21-23a) wurde am Ostersonntag Abend den Frauen nicht mitgeteilt.

Eine solche Aussage gab es auch in der zweiten und dritten Generation der entstehenden Kirche bezüglich der Frauen nicht. (es ist dies die relevante Zeit der göttlichen Offenbarung) und somit konnte dieser Sachverhalt der „geistlichen Ausrüstung“ der Apostel m i t dem Amt der zwölf Stammväter des neuen Gottesvolkes und f ü r dieses Amt mit allen Gnadengaben – durch die letzten 2000 Jahre Kirchengeschichte auch nicht sicher an Frauen weitergegeben werden.

Schon im Alten Testament beschrieb der Weisheitslehrer das Wirken des Geistes Gottes. Vom Geiste Gottes sagt das „Buch der Weisheit“, dass der Geist Gottesden ganzen Erdkreis (erfüllt); er, der alles zusammenhält, (er) kennt jeden Laut“ vgl. Weish 1,7 a,b); er weiß auch, welche „Anweisungen“ (Apg 1,2b) der Auferstandene-bis zu seiner Aufnahme in den Himmel – den Aposteln „beim gemeinsamen Mahl“ (Apg.1,4) gegeben hat.
Manches davon legt das Lehramt nach langem Gebet, Befragung/Beratung und in apostolischer Autorität für die ganze Kirche auch verbindlich fest.

XVII) Der Auferstandene gab – durch den Heiligen Geist – den Aposteln, die er sich erwählt hatte, Anweisungen.

Es war vor seiner Aufnahme (in den Himmel) da „hat Er durch den Heiligen Geist den Aposteln, die er sich erwählt hatte, Anweisungen gegeben. Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, dass er (Anmerkung des Verfassers: unwiderruflich, dh. von Gottes Herrlichkeit her) lebt; vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen. (Apg 1, 2b – 3)

Als letzte Weisung (am 40.Tag nach seiner Auferstehung: vor Christi Himmelfahrt) gebot ihnen Jesus beim gemeinsamen Mahl: „Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters, die ihr von mir vernommen habt (Anm.: nach meiner Anhauchung mit meinem Geist bei unserer ersten Begegnung am Ostersonntagabend; (vgl. PDV n.14: „kraft der besonderen österlichen Ausgießung des Heiligen Geistes“). Ihr „…werdet schon in wenigen Tagen die Kraft des Heiligen Geistes empfangen (will sagen „charismatisch“ getauft werden.“ (Apg 1,4-5). Das heißt, ihr werdet durch den „Heiligen Geist vom Vater“ die Bestätigung bekommen, dass ich, der Mensch gewordene Gott(-essohn) euch „meinen Heiligen Geist“ vor vierzig Tagen, am Ostersonntag am Abend durch Hauchung anvertraut habe. „..Ihr werdet meine Zeugen sein von hier bis an die Grenzen der Erde“ (Apg 1,8b). Die Sendung der Apostel erstreckt sich auf die ganze Welt. Die Stadien, die hier angegeben werden, skizzieren auch grob den Aufriss der Apostelgeschichte.

Dieser Geist wurde den (zwölf) Aposteln gegeben (vgl.:Apg 1,15-26), dass sie als die zwölf Stammväter des neuen Gottesvolkes dieses – durch Gründung von christlichen Gemeinden – mehren und als Kirche Jesu Christi aufbauen sollten. Damit die Kirche ihre sakramentale und apostolische Identität bewahrt, ist es notwendig, diese „normativen Anfänge“ im Laufe der (Kirchen-) Geschichte immer wieder (durch die Achtsamkeit auf die „apostolische Überlieferung“), in der Leitung der Kirche gegenwärtig zu halten und sie nicht durch eigene positivistische Setzungen zu ändern.
Das hat aber auch zur Folge, dass die Mitglieder der Kirche im Glaubensgehorsam es einfach respektieren, dass die sakramentale Priesterweihe Männern vorbehalten geblieben war und die Kirche sich nicht bevollmächtigt sieht, daran etwas zu ändern (vgl. die Vorbemerkung zu diesem Artikel).

XVIII) Es gibt kein anderes „geistliches“ Amt in der Kirche, als jenes, das die Apostel als (Mit-) Glieder des Apostelkollegiums von Jesus selbst erhalten haben

Diese Frage nach der unveränderten Weitergabe der Apostelgnade ist w i c h t i g !
Nur „der Geist Jesu, den er, der Messias, in seiner Todesstunde am Kreuz „in die Hände seines Vaters übergab“ und mit dem Jesus drei Tage danach als Auferstandener „in die Mitte der Apostel tretend“ sie – dieses sein Apostelkollegium – anhauchte, „durchströmte“. Nur dieser göttliche Geist (dritte göttliche Person) hat solch eine autoritätsvoll göttliche Würde, dass er den Unheils-Zusammenhang der Sünde in der Welt siegreich überwinden kann. (heilsgeschichtlich vorläufig „nur“ im Leben der zum Heil berufenen Jünger und vorläufig „nur“ mit Auswirkungen in ihrem sie umgebendem Lebensbereich und „öffentlich“ durch die Mitwirkung in der apostolischen Kirche. Sie ist aber der Anfang der Umgestaltung dieser Welt in das endgültige Reich Gotters (2. Vat. Konzil „Lumen gentium“)). Mit dem „Katechismus der Katholischen Kirche“ (KKK nn.397-420) gesprochen: die Ursünde der Stammeltern ist in der Form der Erbsünde auf alle ihre einzelnen Nachkommen übergegangen). Diesem seinem Apostelkollegium gab er am 40. Tag nach seiner Auferstehung als letzte Weisung, dass sie nur wenige Tage „in Jerusalem noch warten sollten, um seine Geistgaben, die vom Vater kommen“ zu empfangen.“Lk 24,49: „.“Ich werde die Gabe, die mein Vater verheißen hat, zu euch herabsenden. Bleibt in der Stadt, bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet!“ „Schon in wenigen Tagen werdet ihr mit dem Heiligen Geist getauft“ (Apg 1,5b)
Zu einer gültigen Ordination von Frauen gehört – außer der Meinung einiger „moderner“ Zeitgenossen – auch die Bestätigung des Vaters dazu, „die Verheißung des Vaters, wie ich euch gesagt habe“. Aber auch von dieser Bestätigung durch den Vater wurde nichts verkündet in Schrift und Tradition.

XIX) Durch die Apostel (-nachfolger) werden der späteren Kirche die „alternativlos geist-erfüllten Anfänge“ sicher  weitergegeben.

Bei der Bischofs- Priester- und Diakonen-Weihe steht dabei eigentlich gar nicht die Frage des „Mann- oder Frauseins„ (vgl. Gal 3,28 b) im Vordergrund, sondern vielmehr die Frage, ob die geordnete Weitergabe jener alternativlos geisterfüllten Anfänge gesichert ist.  Denn der Messias hat durch die Auswahl und die Stiftung der Zwölf (Apostel) als der Stammväter des neuen Gottesvolkes – wie vorhin erwähnt – der Messias-Gemeinde, dh., der Kirche (hebr.: quahal: die von Gott zusammengerufene Gemeinde Gottes), eine ganz bestimmte Form der Weitergabe der heiligen Anfänge vorgesehen: es sind nicht zwölf Stamm-M ü t t e r, sondern die 12 Stamm-v ä t e r des alten  Gottesvolkes Israel.

XX) Das Leitbild für die 12 Apostel: die 12 Stamm-v ä t e r des neuen Gottesvolkes

Die entscheidende Frage,: ob die unverminderte Heilsgabe der Erlösung des Herrn Jesus Christus in der heutigen Welt gegenwärtig ist oder nicht; und zwar in dem mit den Aposteln verbundenen Welt-Bischofskollegium der katholischen oder griechisch- katholischen aber auch mit der orthodoxen Kirche, das ist die Frage!
Denn der Auferstandene hat sich als österliche Gabe am Ostersonntag-Abend in den Zwölferkreis der Apostel durch Hauchung seines Geistes hinein verströmt. Als Auferstandener, der bei verschlossenen Türen (!) bei den Aposteln sich gegenwärtig gezeigt hat (sehen hat lassen), „haucht“ nicht seine innerste Luft, wie wir es als noch nicht auferstandene Menschen nur tun könnten, sondern ER, Jesus Christus, der Auferstandene, haucht, übergibt sein innerstes Wesen, d.h. sich selbst, dem Kollegium der Apostel und „macht“ sie so geistmächtig zu seinen Stellvertretern.

Als letzte Weisung hat Jesus den Aposteln am 40. Tag nach seiner Auferstehung den Auftrag gegeben, noch einige Tage in Jerusalem zu warten, um „die Verheißung des Vaters“: den „Geist vom Vater her“ zu erhalten. Diese Gabe vom Vater wird ihnen bestätigen, dass Jesu Werk als Messias auf Erden nun vollendet sein wird und sie ab nun mit der (charismatischen) Geist-Hilfe des Vaters durch Jesus alle Menschen, die ihrer Verkündigung zuhören und Glauben zu schenken bereit sind, zur Glaubensbekehrung und zur Taufe auf den Namen Jesu „zur Vergebung der Sünden“ führen werden.
Beim Anfang des messianischen Wirkens Jesu war es ähnlich: bei seiner Taufe im Jordan hat der himmlische Vater durch den Heiligen Geist bestätigt, dass „dies mein vielgeliebter Sohn ist, auf dessen (Messias Wirken und sein Messias-) Wort ihr hören sollt“

XXI) Das s i c h t b a r e (sakramentale) Zeichen    für den verlässlichen Zusammenhang zwischen dem Wirken der Apostel und ihrer Nachfolger und dem Wirken der  u n s i c h t b a r e n  G n a d e ist die durch die Geschichte  n i c h t   u n t e r b r o c h e n e  b i s c h ö f l i c h e  H a n d a u f l e g u n g  auf je neue Kandidaten..

…für das Welt-Bischofskollegium durch gültig geweihte Bischöfe dh. die namens des ganzen Bischofskollegium, d.h. n i c h t   o h n e  dem Petrusnachfolger handeln können, und genau genommen sind es – außer in extremen Notfällen von Verfolgung -immer drei  Bischöfe, die den Kandidaten für das Welt-Bischofskollegium  durch Handauflegung dazu nehmen.

XXII) Die Apostelnachfolger haben V e r – h e i ß u n g e n für all die „Vielen“ erlösungs-bedürftigen Menschen,

die noch kommen werden, um der Verkündigung der Apostel und später ihrer schriftlichen Predigt, so wie sie in der Heiligen Schrift  (des Alten und) des Neuen Testaments erhalten bzw. enthalten ist und von ihren Nachfolgern ausgelegt wird, den heilsstiftenden Glauben künden werden („wer euch hört, der hört mich“). So können sich heilsbedürftige Menschen zu Jesus Christus bekehren. Und zwar in der Form, dass sie Ihn selbst (den gekreuzigten und auferstandenen Messias) Jesus Christus im Heiligen Geist in ihr Herz aufnehmen, und ihnen, den jeweiligen Apostelnachfolgern, den Glaubensgehorsam schenken. Dieser wird sie dann in apostolischer Vollmacht – mitten im Unheils durch das Sakrament der Taufe – Zusammenhang der Erbsünde dieser Welt – durch das Sakrament der Taufe in den Heilszusammenhang mit Gott hineinnehmen und sie unwiderruflich zu Kindern Gottes wandeln, besiegeln, (unauslöschliches Merkmal) , weil sie unwiderruflich durch das Sakrament der Taufe zu seinem Gnadenwirken dazu genommen und dadurch Glieder der apostolischen Kirche geworden sind.

Durch die Taufe (und das der Firmung) diese zwei von den drei Sakramenten der Initiation (der Glaubenseinführung) werden den Glaubenden die Sünden vergeben und werden sie zur apostolischen Kirche hinzugenommen als gesegnete Söhne und Töchter Gottes, abgewaschen durch das Taufwasser vom Unheils Zusammenhang der Erbsünde. Das Sakrament der Firmung „besiegelt sie (unwiderruflich) mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist“ und gibt ihnen die Vollmacht, den Heiligen Geist (der Kirchengemeinschaft weiterzugeben sowie das geistliche „Anrecht“ auf viele weiteren Gnadengaben.
Und sollten die Söhne/Töchter Gottes einmal – aus unserer menschlichen Hinfälligkeit heraus – jene Tauf-„communio“ aus eigener Schuld (!) verloren haben ,dann wird der reuevolle Empfang des Sakramentes der Versöhnung diese verlorene Communio mit Gott und der kirchlichen Gemeinschaft (lat.: Communio) wieder herstellen, und sie wieder zur ganzen Mitfeier der Heiligsten Eucharistie disponieren sowie zum Empfang der eucharistischen Communio(-n), mit der die – in der Beichte – wieder erlangte Tauf-Communio besiegelt wird. So baut sich die Kirche, die Stiftung Jesu, als der Leib Christi durch die „lebendigen Bausteine“ (1.Petr 2,5; Rom 12,1-2) auf, die sich geheiligt haben „um durch Jesus Christus (Anm: mit ihrer Lebensführung) geistige Opfer dar zu bringen, die Gott wohlgefällig sind“ (ebd.).

XXIII) Bei der Mit-Feier der Hl. Messe, d.h. bei der Eucharistiefeier der Gemeinde, „werden die Gläubigen“ immer mehr mit Jesus Christus und mit seinen ‚gültig‘ bestellten Hirten „eins“, …

…das heißt, mit dem/den (Bischöfen) bzw. mit den Apostelmitarbeitern (Mitglieder der bischöflichen Priestergemeinschaften) insofern sich die Gläubigen durch die Mitfeier der Hl. Messe und durch den Empfang der „Kommunion des Leibes und Blutes Christi“ zur „Herde“ ihrer geistlichen Hirten dazugehörig bekennen. Es geschieht dies z.B. bei der – Gabenbereitung, bei der sich die Gläubigen mit ihrer Entscheidung zu einer christlichen Lebensgestaltung oder mit der Erneuerung dieser Entscheidung dem Vater im Himmel weihen und das „aufopfern“, d.h. zu den Opfergaben von Brot und Wein dazu geben, oder bei der — – Wandlung, bei der Brot und Wein geistmächtig vom geweihten Priester zum Leib und Blut des gemarterten und auferstandenen Erlöser „gewandelt“ werden. Alle sichtbaren und unsichtbaren Opfergaben, die die Gläubigen zur Gabe von Brot und Wein dazugegeben haben, erhalten diese durch die Wandlung von Brot und Wein in den eucharistischen Leib und in das eucharistische Blut des Herrn an der geheimnisvollen Gegenwart des Herrn Anteil in ihrem Leben, in ihrer Lebensführung. Oder beim – Kommunionempfang, bei dem sich uns unter dem alltäglichen, schlichten Zeichen der realen Welt (Brot, Wein) Jesus, der gekreuzigte und auferstandene Messias, beim eucharistischen Empfang in vermittelter Unmittelbarkeit gegenwärtig schenkt und unsere Verwundungen des Lebens mit den verklärten Wunden seines Leibes bereit ist zu heilen.

XXIV) Zusammenfassung:

Wer bis jetzt die Ausführungen des Verfassers über die sichere Weitergabe jener hoheitlichen Heilsvollmacht ermessen kann, die der auferstandene Herr dem Apostelkollegium am Oster-sonntag im Abendmahlssaal durch seine Anhauchung anvertraut hat, der wird auch in Folge dessen die heilsmächtige Würde anzuerkennen befähigt sein, die in Einheit mit dem Papst als dem Petrusnachfolger dem heutigen Welt-Bischofskollegium, und mit den, (jedem einzelnen Bischof zugehörige) Priestergemeinschaften (Presbyterien) zu eigen ist.

Als Folge davon wird man auch einem schlichten Landpfarrer (als Mitglied eines solchen einen Presbyteriums seines Bischofs in seiner Diözese) zubilligen, dass er Anteil am Ostersieg Christi in der eucharistischen „Kommunion“ sicher weitergeben kann, wenn er (zweitausend Jahre später) die Hl. Messe feiert, aber auch zur Weitergabe der Vergebung der Sünden, wenn er von seinem Bischof rechtmäßig bevollmächtigt das Sakrament der Versöhnung spendet.

XXV) keine falschen Experimente mit der Geistgabe Jesu, der kirchlichen Einheit, die vom auferstandenen Jesus kommt!

Wer immer es ist, der mit der Kirche gläubig mit lebt, der wird nicht gerne unsichere „Experimente“ mit der sicheren Weitergabe der Geistgabe Jesu machen wollen und so die sichere Weitergabe des Ostersieges des Messias ab Ostersonntag Abend (Hauchung des Gottesgeistes) unbedacht in Frage stellen wollen.

Denn seit jenem ersten christlichen Ostern konnte man durch alle bisherigen Generationen (lat. tute, vgl. die Ausführungen über Tutiorismus im Vorwort) lehren, dass durch die Weihe von Männern (Apostelschülern) die Geistgabe so sicher weitergegeben wurde, wie sie die Apostel zu ihrer Zeit durch die persönliche Hauchung Jesu, des Auferstandenen, sicher empfangen hatten.
Diese zweitausendjährige Sicherheit der Weitergabe der alternativlosen Heilsgabe Jesu jedoch dann in e i n e r Generation leichtfertig aufs Spiel setzen durch Unterbrechung des sicheren Weihezusammenhanges, das wäre ein leichtfertiges Unterfangen!

XXVI) Gerade in einer gesellschaftspolitischen Zeit, in der manche Katholiken „die gläubigen Frauen“ auch in der Kirche „ehrend“ auszeichnen wollen,

ist man nicht gut beraten, wenn man diese „Ehrung“ dadurch geschehen lassen will, dass man ihnen aus einer bestimmten sakramententheologischen Kurzsichtigkeit heraus „verdorbene“ Weihe-Vollmachten vermitteln möchte, mittels deren sie nur ungültige Sakramente der kirchlichen Gemeinschaft zur Verfügung stellen könnten.
Und zur geisterfüllten hierarchischen Einheit, die die wahre Kirche auszeichnet, können diese „(Aus-) gezeichneten“ Frauen als Bischöfe/Priester durch jene mangelhafte Weihevollmacht auch keinen geistgewirkten Ansatzpunkt bei sich anbieten, um als „ordinierte Frauen“ ganz in jene – schon vorhandene – „hierarchische Kircheneinheit“ mit dem aktuellen Bischofskollegium/ bzw. mit dem diözesanen Priesterkollegium in ihrer eigenen Diözese, aufgenommen werden zu können.
Der Verfasser findet es bezeichnend, dass manche, die entgegen den kirchlichen Normen dennoch eine Frauenordination mit einem „unechten“, wenn auch rechtlich gültigen (dh. von der kirchlichen Gemeinschaft abgefallenen) aber damals gültig geweihten Bischof aus Südamerika“ simulierten (d.h.: fälschlich anstrebten), dies in Passagierschiffen auf großen Flüssen (Donau, Rhône, Kongo river) vollziehen, weil sie meinen, sich so der Jurisdiktion eines Ortsbischofes entziehen zu können. Denn große Flüsse durchziehen meist das Territorium mehrerer Ortsbischöfe.

De facto wären/bzw. sind sie, jene Frauen, die das versuchen wollten, zu keiner diözesanen communio zugehörig. Aber dem universalen Hirtendienst des Papstes sind sie dennoch nicht entzogen. Ansonsten sind sie aber „ohne communio“. (Im kirchenrechtlichen Sprachgebrauch sagt man dazu, dass diese Frauen exkommuniziert sind). Es ist dies zuerst ein Zustand, aber zugleich auch ein kirchenrechtlicher Straftitel, um die rechtmäßigen Weihen zu schützen. Entgegen allen Absichten der Förderer der Frauenordination (oft katholische Priester) ist es aber sicher kein „Ehren-titel“, den man eigentlich mit wohlwollender Ermutigung zur Frauenordination diesen gläubigen Frauen – durch Erweckung falscher Hoffnungen – ermöglichen will.
Warum ereifern sich manche katholische Mitbrüder so sehr für die Frauenordination? …… Darf man die Frage stellen, ob der Grund vielleicht ein ungenügendes Selbstverständnis des eigenen apostolischen Weihezusammenhanges mit dem eigenen Bischof ist, der sie in sein Presbyterium aufgenommen hat?
Ist es etwa ein Ersatz für eine mangelnde Erneuerung der eigenen sakramentalen Weihegnade gemäß der Lehre des 2. Vatikanischen Konzils?

Kons.R. lic. theol. P. Robert Bösner OSB,
ehemals: (bis Ende August. 2013): A-3744 Maria Dreieichen,
jetzt: Wallfahrts- Rektor i. R., Benediktinerstift A-3591 Altenburg,
(p.robert@stift-altenburg.at)

Ist jedes Kirchenbild stimmig?

 

Eine Anfrage von P.Robert Bösner OSB an die Teilnehmer beim „Österreichischen Pfarrerforum“, Bildungshaus St. Hippolyt, St. Pölten, 15. Oktober 2006

Unwillkürlich hätte ich gemeint, dass es manchem Teilnehmer aufgefallen wäre, dass im Referat des (sehr bekannten und angesehenen ) Professors für NT , Dr. Walter Kirchschläger, Zürich, ein einseitiges bzw. irrtümliches Kirchenbild transportiert wird.

Mein theologischer (!) Vorbehalt richtet sich gegen den dritten und vierten Absatz des Artikels „Verheutigung der Kirche“ in der St. Pöltner Kirchenzeitung Nr 42 vom 22. Okt. 2006 auf Seite 4 mit der Überschrift: „Kleine, ortsbezogene ‚Hauskirchen’ „.

Ich will jetzt weder den geschätzten Leser noch den verantwortlichen Chefredakteur der St. Pöltner Kirchenzeitung „Kirche bunt“ belehren, sondern nur meine Gedanken klar „zu Papier“ bringen.

Wenn sich ein Neutestamentler auf dogmatisches Gebiet (Ekklesiologie, die Lehre von der Kirche) begibt, muss er auch damit rechnen, dass er aus dogmatischen Sicht kommentiert wird.

Soweit mir in Erinnerung ist, wird in den jüngsten Lehrschreiben der Kirche „Dominus Jesus“ und über den theologischen Ausdruck „Schwesterkirchen“) darauf hingewiesen, dass die „Kirche – ,selbst wenn sie – wie Prof Zulehner sagt – in ihren Anfängen eine (Anm.: soziologisch gesehen) kleine ortsbezogene Einheit um ihr gemeinsames Christusbekenntnis (?) gewesen sei“, dennoch – trotz der Kleinheit ihres Erscheinungsbildes eine sakramentale Gegebenheit war, in der die ganze „eine, heilige, katholische und apostolische Kirch“ (vgl. Großes Credo) gegenwärtig ist.

Der Deutlichkeit halber ein Schriftzitat aus der Apostelgeschichte:

Als Folge der Pfingstpredigt des Apostels Petrus (Apg 2, 14-36) fragten die Menschen, was sie nun tun sollten. „Die nun, die sein (Anm.: dh. Petri) Wort annahmen (dh. „ jeder einzelne (!), der umkehrte und sich taufen ließ zur Vergebung der Sünden“; vgl.: v 38) ließen sich taufen“ 

„An diesem Tag wurden ihrer Gemeinschaft – (Anm.: gemeint ist die Gemeinschaft der Apostel und jener Jünger, die insgesamt 120 Menschen ausmachten, und von der vorher in Apg. 1,15-26 die Rede war) – etwa dreitausend Menschen hinzugefügt. Sie hielten an der Lehre der Apostel fest, und an der Gemeinschaft (Anm.: communio), am Brechen des Brotes und an den Gebeten.“ (vv.41;42).

Von allem Anfang an (sc. Pfingstfest) trat die Kirche, in der ersten ( dh. der jerusalemer (Ur-) Gemeinde nicht (!) als Freundeskreis (überschaubare Gruppe) in die Öffentlichkeit sondern als ein gemeinschaftlich-gesellschaftliches Gebilde mit öffentlichem Anspruch, wie es die Zahl dreitausend wohl symbolisiert und wie es gleicherweise die Zwölfzahl der Apostel bezeichnet (die Stammväter des neuen Gottes“volkes“).

Als Zeichen, dass das „Großgemeinschaftliche“ nicht irgendwie später in den Text „hinein“- interpretiert wurde, ist es gut, darauf zu achten, dass zur Vorbereitung auf das Kommen des Hl. Geistes (!) die „Nach“-Wahl eines zwölften Apostels unter der Leitung des Apostels Petrus durchgeführt wurde. Dabei wurden zwei Kandidaten aufgestellt, die geeignet und bereit waren – anstelle des abgefallenen Judas – die Zwölfzahl des Apostelkreises aufzufüllen, weil dahinter eine bestimmte Sicht des „Zwölferkreises“ als der zwölf Stammväter des neuen Gottesvolkes steht. (vgl. die zwölf Söhne des Jakob, die die Stammväter des alten Gottesvolkes waren). (Apg 1,15-26; besonders v.21 Ende und v. 26 b).

Soweit eine kurze Darlegung des ekklesiologischen Vorbehaltes gegenüber der wohl programmatischen Ansprache von Prof. Dr. Kirchschläger vor der „Pfarrerinitiative“ am 15 Oktober 2006 im Bildungshaus der Diözese St. Pölten , aus der die Gründungsmitglieder der „Pfarrerinitiative“ sehr leicht falsche Schlüsse ziehen können. (vgl. den Vorschlag der „Initiative“ , Kleingemeinden (wie ehemals bei den josephinischen Pfarren) mit ca. 800 Gemeindegliedern zu bilden, aber (!) mit neuen Zulassungskriterien für die Bestellung von „Seelsorgern-innen“. Ich bin mir nicht sicher, ob die Proponenten daran denken, ob sie die , die „schnell“ geweiht werden sollen, zur Gemeinschaft der Apostel hinzugefügt wissen wollen, oder ob sie – folgerichtig gesprochen – eine „Nebenbei“- Kirche bilden wollen. Momentan schaut es so aus, als ob sie sich „nur“ um ein – wenn auch noch so schönes – „Christusbekenntnis versammeln“.

PS: Auch wenn der Verfasser dieses Kommentars ein Wallfahrtspfarrer ist und keinen ordentlichen und öffentlichen Lehrauftrag für NT hat, so erlaubt er sich dennoch – gestützt auf die Heilige Schrift und die Lehre der Kirche – Herrn Prof. Dr. Kirchschläger, einen o.ö. Professor für das Neue Testament in der Schweiz, zu einem Disput einzuladen.